Vuelta 2023: Wout Poels schlägt Remco Evenepoel auf Klassiker-Etappe - Sepp Kuss verteidigt Rotes Trikot

Wout Poels (Bahrain Victorious) hat in einem packenden Schlusssprint die 20. Etappe der 78. Vuelta a España gewonnen. Der Niederländer setzte sich am Samstag nach 207,8 Kilometern und zehn Bergwertungen in Guadarrama im Sprint einer Ausreißergruppe gegen Remco Evenepoel durch und verhinderte damit den vierten Sieg des Belgiers. Sepp Kuss verteidigte Rot und steht kurz vor dem Gesamtsieg.

Highlights: Heißer Kampf um Tagessieg - Jumbo und Kuss souverän

Quelle: Eurosport

Während in der großen Spitzengruppe, die zwischenzeitlich 31 Fahrer umfasste, heftig um den Sieg gekämpft wurde, herrschte im Peloton weitestgehend Waffenstillstand. So hatte Jumbo-Visma wenig Probleme, das Rote Trikot von Sepp Kuss und die Dreifachführung in der Gesamtwertung zu verteidigen.
Zwar kam in der Schlussphase nochmal ordentlich Bewegung ins Hauptfeld, sodass am letzten Anstieg rund zwölf Kilometer zahlreiche Fahrer zurückfielen, bis nur noch die Top-Stars um Kuss, Roglic, Ayuso und Co. übrig blieben. Doch Jumbos Dominanz war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.
So hatten Kuss, Primoz Roglic und Jonas Vingegaard sogar Zeit Arm in Arm ins Ziel einzufahren und den bevorstehenden Dreifachsieg in der Gesamtwertung gebührend zu bejubeln. "Ich bin jetzt richtig erleichtert. Jetzt ist es fast geschafft. Das Szenario war perfekt für uns und wir hatten die Etappe unter Kontrolle. Robert Gesink und Dylan van Baarle haben den ganzen Tag heute das Tempo gemacht. Und am letzten Anstieg war noch Attila Valter an meiner Seite und auch Primoz und Jonas halfen mir am Ende", bedankte sich Kuss nach dem Rennen für die Unterstützung durch seine Teamkollegen.
Die Zieleinfahrt an der Seite von Roglic und Vingegaard sei "ein spezieller Moment" gewesen, sagte Kuss weiter. "So etwas kannst du dir nicht erträumen. Mit Primoz und Jonas das zu feiern, ist sehr cool. Die Emotionen mit der Familie eben waren dann sehr speziell", ergänzte der US-Amerikaner.
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Arm in Arm ins Ziel: Jumbo-Stars zelebrieren ihre Dominanz

Quelle: Eurosport

Vuelta 2023: Poels mit erstem Vuelta-Etappensieg

Deutlich hektischer ging der Kampf um den Tagessieg vonstatten. Am letzten Anstieg fiel die große Spitzengruppe, zu der zwischenzeitlich 31 Fahrer gehörten, komplett auseinander, bis nur noch eine fünfköpfige Gruppe übrig blieb. Mit einer mutigen Attacke eröffnete Wout Poels den Sprint und setzte sich direkt von seinen Mitstreitern ab. Auf den letzten Metern stürmte Remco Evenepoel nochmal heran, doch an Poels kam der 23-Jährigen nicht mehr vorbei.
Für Poels war es der erste Sieg bei der Spanien-Rundfahrt, nachdem er auf der 16. Etappe in Bejes bereits Dritter und am Angliru Fünfter geworden war. Evenepoel verpasste dagegen ganz knapp seinen vierten Erfolg bei dieser Vuelta. Der Belgier hatte zuvor bereits auf der 3., der 14. und 18. Etappe triumphiert.
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Fotofinish: Poels hält Evenepoel hauchdünn in Schach

Quelle: Eurosport

Dahinter sicherte sich Pelayo Sanchez (Burgos-BH/+0:00) Platz drei vor dem Belgier Lennert van Eetvelt (Lotto-Dstny/+0:00). Marc Soler (UAE Team Emirates) hatte im Sprint deutlich das Nachsehen und wurde mit vier Sekunden Abstand Fünfter. Immerhin verbesserte er sich durch seine Ausreißeraktion in der Gesamtwertung noch auf Rang 13.
Evenepoel, der durch seinen Einbruch auf der Königsetappe zum Col du Tourmalet über 27 Minuten kassiert hatte und damit den Traum von der Titelverteidigung schon in der zweiten Vuelta-Woche begraben musste, machte nochmal eine Position gut und wird die Rundfahrt als Gesamtzwölfter beenden.
Lange Zeit mischte auch Lennard Kämna (Bora-hansgrohe) in der Ausreißergruppe vorne mit, doch am letzten Anstieg konnte er nicht mehr mithalten. Mit 26 Sekunden Rückstand wurde er Achter. Kämnas Teamkollege Ben Zwiehoff gehörte ebenfalls zur Spitzengruppe des Tages, doch auch er musste in der Schlussphase abreißen lassen. Der 29-Jährige beendete das Teilstück auf Rang 23 (+7:51).

Vuelta 2023: Jumbo-Visma vor Dreifachtriumph

Auf die vorderen Plätze in der Gesamtwertung hatte die Fluchtgruppe aber bekanntlich keine großen Auswirkungen mehr. Da es auf der flachen Schlussetappe nach Madrid wie bei der Tour de France traditionell keine Attacken mehr geben dürfte, steht Sepp Kuss somit praktisch als Gesamtsieger der 78. Vuelta a España fest. Gesamtzweiter wird Teamkollege Vingegaard (+0:17) vor Roglic (+1:08). Nur ein Sturz oder ein anderes großes Missgeschick könnte Jumbos Dreifachsieg noch verhindern.
Dahinter beendet Juan Ayuso (UAE Team Emirates/+3:44) seine Heim-Rundfahrt auf Platz vier und sichert sich damit auch das Weiße Trikot als bester Jungprofi. Mit Mikel Landa (Bahrain Victorious/+4:03) auf Platz fünf und Enric Mas (Movistar/+4:14) auf Position sechs landen zwei weitere Spanier in den Top sechs.
Eine kleine Änderung gab es noch auf den Positionen sieben und acht. Dort tauschten die beiden Bora-hansgrohe-Fahrer Aleksandr Vlasov (+8:19) und Cian Uijdtebroeks (+8:26) die Plätze. Joao Almeida (UAE Team Emirates/+10:08) und Santiago Buitrago (Bahrain Victorious/+12.04) komplettieren die Top Ten. Bester Deutscher wird Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe/+59:02) auf Rang 21.
Bereits vor der 20. Etappe stand Evenepoel als Sieger der Bergwertung fest. Rechnerisch noch nicht entschieden, ist der Kampf um das Grüne Trikot, da das letzte Teilstück aber eine Sprinteretappe ist, dürfte die Punktewertung wohl an Kaden Groves (Alpecin-Deceuninck) gehen. Der Australier hat vor dem Schlusstag 245 Punkte auf dem Konto und liegt 19 Zähler vor Evenepoel, der in Madrid jedoch kaum punkten dürfte. In der Teamwertung liegt wenig überraschend Jumbo-Visma vorne.
Das Finale der Spanien-Rundfahrt steigt am Sonntag in Madrid. Die 21. Etappe führt über 101,1 Kilometer vom Hipódromo de la Zarzuela mitten hinein in die spanische Hauptstadt. Die letzten rund 52 Kilometer werden dabei auf einem Rundkurs im Herzen Madrids absolviert. Traditionell fällt dort die Entscheidung um den Etappensieg im Massensprint.
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Vuelta a España : Map stage 20

Quelle: Eurosport

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