Vuelta 2024: Ben O'Connor erst stolz dann angepisst - Australier im Roten Trikot erlebt Gefühlsachterbahn auf 16. Etappe
Ben O'Connor (Decathlon AG2R LMT) verteidigte auf der 16. Etappe der Vuelta das Rotes Trikot des Gesamtführenden mit gerade einmal fünf Sekunden Vorsprung vor Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe). Man könnte also von einem gelungenen Arbeitstag für den Australier sprechen, der im Interview nach dem Rennen zwar strahlte, innerlich aber alles andere als glücklich war. Der Grund is kurios.
‘Not sure it will last that long’ - O’Connor trying to ‘enjoy’ red jersey ‘as much as I can’
Quelle: Eurosport
Die 16. Etappe der Vuelta war schon über eine Stunde vorbei, die anwesenden Journalisten im Zielort Lagos de Covadonga warteten jedoch lange vergeblich auf den Gesamtführenden der Spanien-Rundfahrt und dessen Einschätzungen zum Rennen.
"Es ist fast sieben Uhr und wir warten hier immer noch auf dich an der Ziellinie? Was ist passiert?", lautete daher folgerichtig die erste Frage an O'Connor, als dieser rund 75 Minuten nach Zielankunft verspätet zum Interview erschien.
"Mir wurde gesagt, ich solle abfahren. Dort wurde mir dann gesagt, dass ich wieder hochkommen soll", erklärte sich der 28-Jährige und fügte hinzu: "Um ehrlich zu sein, ist das ein bisschen frustrierend."
Radsport
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31/10/2025 um 10:44 Uhr
Während die Konkurrenz längst im Hotel oder im warmen Teambus war, stand O'Connor frierend, nach einer "warmen Dusche" lechzend vor den Mikrofonen und musste Medienarbeit verrichten. Suboptimal.
O'Connor rettet Rot in Sekundenkrimi
Dabei war es eigentlich ein erfolgreicher Arbeitstag für den Australier und sein Team Decathlon AG2R gewesen.
Die erwarteten Attacken seiner Kontrahenten um den Gesamtsieg, Primoz Roglic und Enric Mas (Movistar), konnte er zwar nicht mitgehen, sein Rotes Trikot verteidigte er durch einen Kraftakt am Schlussanstieg aber dennoch - wenn auch nur knapp.
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Fünf Sekunden! O'Connor rettet Rot bei Bergankunft ins Ziel
Quelle: Eurosport
Fünf Sekunden rettete O'Connor im nordspanischen Nebel mit letzter Kraft über die Ziellinie - wohlwissend, dass der Verlust des Maillot Rojo nur noch eine Frage der Zeit ist.
"Ich habe das Rote Trikot für morgen und werde versuchen, dieses Gefühl aufzusaugen und zu genießen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich es noch lange habe", sagte er realistisch.
Am Mittwoch und Donnerstag sind die Teilstücke 17 und 18 zwar noch als mittelschwere Etappen deklariert; am Freitag, Samstag und dem abschließenden Zeitfahren am Sonntag wird es dann aber wohl um O'Connors Spitzenposition geschehen sein.
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Cycling - Vuelta 2024 - Stage 17 Profile - Arnuero - Santander
Quelle: Eurosport
O'Connor überrascht sich selbst
169 der insgesamt 181 Kilometer konnte O'Connor am Dienstag an der Seite von Roglic und Mas mithalten, die brutalen zwölf Kilometer hinauf zum Zielort fuhren die drei aber getrennt voneinander.
"Es war hart heute. Ich hatte überhaupt keine Power und keine Ahnung, was ich tat. Am Ende habe ich mich dann trotzdem stark gefühlt - aber wie man gesehen hat, nicht stark genug", so der Australier.
O'Connors Einschätzung in Sachen Rot ist daher pessimistisch: "Ich werde es wahrscheinlich morgen noch behalten und vielleicht auch am Tag darauf." Überrascht wäre er jedoch, sollte sein Name auch am Freitag im Gesamtklassement noch vor seinen Wiedersachern auftauchen.
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Vuelta 2024: Ben O'Connor verteidigt das Rote Trikot hauchdünn
Fotocredit: Getty Images
Illusionen gibt sich der Asutralier nicht hin, ist erstaunlich abgeklärt und realistisch. "Am Ende war es eine ziemlich gute Story mit dem Roten Trikot. Es sind schon elf Tage. Hoffentlich kann ich es noch ein paar Tage behalten und das alles so gut es geht maximieren."
O'Connor: "Ich bin angepisst"
Für ihn und sein Team sei der Verlauf der Vuelta ein Riesending. Jeder Einzelne sei "super stolz", so O'Connor. Schon jetzt eine zweistellige Anzahl an Tagen im Roten Trikot gehabt zu haben, sei eine "ganz besondere Erfahrung" für seinen französischen Rennstall.
Egal ob und falls ja, wieviele Tage in Rot noch hinzukommen: Die Spanien-Rundfahrt dürfte rückblickend als eines der Karriere-Highlights O'Connors verbucht werden und den Ärger nach der 16. Etappe überstrahlen.
Ob er heute trotz des kleinen Missgeschicks nach Etappenende trotzdem glücklich sei, wurde er zum Abschluss des Interviews gefragt. Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen und sicher auch mit einem Augenzwinkern:
"Ich bin nicht happy, das kann ich dir sagen. Ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen, aber tief in mir drin bin ich angepisst."
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Highlights: Drama um van Aert - Kampf um Rot spitzt sich zu
Quelle: Eurosport
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