Vuelta a España 2026: Tadej Pogacar startet als haushoher Favorit - aber die Spanien-Rundfahrt wird kein Selbstläufer
Von Jan Zesewitz
Update 20/08/2026 um 12:57 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar hat sich für dieses Jahr nach der Tour de France auch die Vuelta a España zum Ziel gesetzt. Der slowenische Dominator könnte mit einem Gesamtsieg der neunte Fahrer werden, der alle drei Grand Tours gewinnen konnte. Der Eintrag in die Geschichtsbücher ist aber noch nicht vorgeschrieben. Der Weg von seiner Wahlheimat Monaco ins südspanische Granada bietet einige Gefahren.
Vuelta a Espana: Die Strecke der 21 Etappen von Monaco nach Granada
Quelle: Eurosport
Seit der Tour de France 2023 ist Pogacar bei Rundfahrten ungeschlagen. In dieser Zeit gewann er zweimal die Tour, einmal den Giro d'Italia und vier weitere einwöchige WorldTour-Rundfahrten.
Ob im Februar bei der UAE Tour oder im Juli bei der Frankreich-Rundfahrt - ob Hitze, Regen, Kälte oder Sonne, ob die Konkurrenz Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel oder Florian Lipowitz hieß - Pogacar gewann immer.
Mit dem Start bei der Vuelta befindet sich der Slowene in einer neuen Situation. In der Vergangenheit konzentrierte er sich zum Ende der Saison auf Eintagesrennen wie die Lombardei-Rundfahrt und die WM. Zwei dreiwöchige Rundfahrten fuhr er mit dem Giro-Tour-Double zuletzt 2024.
"Die Vuelta wird anstrengend werden, selbst für Tadej und vor allem nach der Tour. Es ist ein hartes und langes Rennen", sagte der UAE-Performance-Chef Jeroen Swart im Interview mit "Cyclingnews". Tatsächlich haben sich die Veranstalter für die Spanien-Rundfahrt in diesem Jahr ein besonders hartes Programm überlegt.
Pogacar könnte frühe Vorentscheidung suchen
Den Auftakt macht ein Einzelzeitfahren in Pogacars Wahlheimat Monaco. Schon auf der 4. Etappe geht es ins Hochgebirge durch Andorra. 58.000 Höhenmeter erwarten die Fahrer in den drei Wochen - die zweite Hälfte wird dabei komplett in Südspanien ausgefahren.
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Siege und Show: Die besten Szenen von Pogacar bei der Tour 2026
Quelle: Eurosport
Auch die Hitze könnte also ein Thema werden. Die galt vor einigen Jahren noch als Schwachstelle des Slowenen, die Tour im Juli konnte dies locker entkräften. Der harte Start könnte Pogacar zudem helfen, so Swart.
"Diese Vuelta geht von Anfang bis Ende ab", sagte Swart. "Das kann hilfreich sein, weil es früh entscheidend wird und sich ein Vorsprung in der Gesamtwertung schon früh und stetig aufbauen lässt. Allerdings muss man natürlich abwarten, wie sich das Rennen entwickelt. Ich bin mir sicher, dass bereits das Zeitfahren und die 4. Etappe für die Gesamtwertung sehr wichtig werden könnten."
Bei UAE rechnet man demnach mit der Möglichkeit, die zweite Hälfte der Rundfahrt konservativer zu fahren und Kräfte in Richtung der WM in Montréal nach der Vuelta zu sparen. Doch darin liegt auch eine Gefahr: Auf der 19. und 20. Etappe stehen noch einmal sehr schwere Bergankünfte an - zurücklehnen darf sich dort noch nicht einmal der beste Radfahrer dieser Generation.
Pogacar-Konkurrenz nicht zu unterschätzen
Zumal es motivierte Konkurrenz geben wird. Felix Gall wurde beim Giro nur von Jonas Vingegaard geschlagen, Mattias Skjelmose bewies aufsteigende Form gegen Ende der Tour - ein gutes Zeichen in Richtung Vuelta. Das gilt auch für Richard Carapaz und Enric Mas stand schon viermal auf dem Podium bei seiner Heimat-Rundfahrt. Nie ganz unterschätzen sollte man in Spanien zudem Primoz Roglic, trotz seiner beeinträchtigten Vorbereitung.
Sie alle sind ernstzunehmende Podiumskandidaten - auch wenn sie von ihrem Leistungsvermögen naturgemäß eine Stufe unter Pogacar stehen. "Wir können uns seine Form bei der Tour und den Vorsprung ansehen, den er auf seine Konkurrenten hatte. Natürlich wird das Level der Konkurrenz bei der Vuelta etwas unter dem der Tour de France liegen, und daher glaube ich nicht unbedingt, dass wir dort nach einer spektakulären Überraschung oder Leistung Ausschau halten müssen", sagte Swart.
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Tadej Pogacar nimmt den Gesamtsieg bei der Vuelta ins Visier
Fotocredit: Getty Images
Bei UAE - und sicher auch bei Pogacar selbst - kann es für diese Vuelta nur einen möglichen Ausgang geben: Der Kapitän fährt im Roten Trikot im Schatten der Alhambra von Granada ein. Zwischen den Auftakt "Zuhause" und diesen Moment haben die Organisatoren einige Hürden gelegt.
Die Möglichkeit eines Sturzes und einer Krankheit sind natürlich selbst beim "Außerirdischen" gegeben. Aber es kann auch ausreichen, dass nach einer harten Tour de France drei Wochen Vuelta mit zahlreichen schweren Etappen bei möglicherweise großer Hitze zu viel des Guten sind.
Vuelta als "Add-On" - kann das gutgehen?
Das Rennprogramm und das Training, so Swart, war auf den Saisonhöhepunkt im Juli ausgerichtet, aber immer mit der Option, auch die Vuelta noch "dranzuhängen". Zwar fuhr Pogacar im Frühjahr nicht viele Rennen, aber auch die Monumente wie Paris - Roubaix oder die Flandern-Rundfahrt sind kräftezehrend.
Der Traum vom Grand-Tour-Triple wird die Motivation des Slowenen hochhalten - und wenn jemand eine Grand Tour als "Add-On" gewinnen kann, dann wohl Pogacar. Aber eine Gewissheit ist es nicht.
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Drei Siege beim Debüt: Pogacars fulminanter Vuelta-Auftritt 2019
Quelle: Eurosport
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