Vuelta a España: Tadej Pogacar überrascht sich selbst mit Zeitfahrsieg - Joshua Tarling beeindruckt in schwerer Zeit
Von Celine Jäntsch
Update 23/08/2026 um 00:20 GMT+2 Uhr
Erste Etappe, erster Sieg, erstes Rotes Trikot - Tadej Pogacar deutet schon zum Auftakt der Vuelta a España 2026 an, dass der Gesamtsieg bei der diesjährigen Spanien-Rundfahrt nur über ihn gehen wird. Dabei hatte der Slowene selbst gar nicht unbedingt mit dem Sieg im Einzelzeitfahren gerechnet. Joshua Tarling verpasste eine Woche nach dem Tod seines Bruders einen emotionalen Erfolg denkbar knapp.
Highlights: Hundertstel-Krimi zum Auftakt im Fürstentum
Quelle: Eurosport
Neun hundertstel Sekunden betrug der Vorsprung des Dominators im Ziel vor dem britischen Zeitfahrmeister Ethan Hayter (Soudal Quick-Step). Dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als würde Pogacar ausnahmsweise einmal nichts mit dem Tagessieg zu tun haben, zu groß schien der Rückstand bei den Zwischenzeiten.
Auf gewohntem Terrain aber konnte der Wahl-Monegasse seine Stärken auf der technisch anspruchsvollen Zeitfahrstrecke mit zahlreichen Kurven perfekt ausspielen - auch wenn er selbst nicht daran geglaubt hatte.
"Ich hatte nicht damit gerechnet, zu gewinnen", sagte Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) im Sieger-Interview nach dem Rennen. Freuen konnte er sich selbstredend dennoch.
"Die 0,09 Sekunden sind entstanden, als ich an meiner Wohnung vorbeikam, denn das war der technisch anspruchsvollste Abschnitt und ich gehe und fahre dort jeden Tag mit dem Fahrrad vorbei", fügte Pogacar später hinzu.
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Pogacar gewinnt Auftakt in Wahlheimat Monaco: "Kenne jede Kurve"
Quelle: Eurosport
Auch wenn die Situation "im Rennen ganz anders ist, fährt man doch auf den Straßen vor der eigenen Haustür und kennt sie in- und auswendig. Das hat mir heute geholfen", so der Slowene.
Pogacars besonderer Sieg vor der eigenen Haustür
Dabei durfte der fünfmalige Tour-de-France-Sieger gar eine Premiere feiern - ein ungewohntes Gefühl für den Seriensieger. Nach seinem Erfolg im Einzelzeitfahren übernahm er erstmals in seiner Karriere das Rote Trikot des Gesamtführenden bei der Spanien-Rundfahrt.
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Radsport - Tadej Pogacar gewinnt den Auftakt der Vuelta und übernimmt das Rote Trikot
Fotocredit: Getty Images
"Es ist eine wirklich coole Farbe, es gefällt mir sehr", grinste der 27-Jährige in die Kameras. Ob er das Trikot nun drei Wochen bis zum Finale in Granada verteidigen wird oder es aus taktischen Gründen vorher noch einmal abgeben will, bleibt abzuwarten.
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Klar ist: Der Titel bei der Vuelta geht nur über ihn. Der Sieg bei der Spanien-Rundfahrt ist der einzige Grand-Tour-Titel, der in seiner schon jetzt herausragenden Karriere noch fehlt. Am Samstag lieferte Pogacar einen ersten Appetithappen auf dem Weg dahin.
Tarling wird zum tragischen Helden
Bei all der Freude hätte ein anderer Radprofi an diesem Abend allerdings beinahe die noch schönere Geschichte geschrieben. Joshua Tarling, Zeitfahrspezialist vom Team Netcompany-Ineos, trat nur acht Tage nach dem tragischen Tod seines Bruders Finlay bei der Vuelta an.
So waren die Augen zahlreicher Beobachter und Fans auf den 22-jährigen Waliser gerichtet, als er um 18:51 Uhr die Startrampe des legendären Casinos im Fürstentum herunterrollte.
Für kurze Zeit schien der Sieg, dem ihm an diesem Tag wohl nicht nur seine Teamkollegen gegönnt hätten, zum Greifen nahe. Tarling übernahm die zwischenzeitliche Führung und wurde erst von Hayter von der Spitzenposition verdrängt.
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Thomas lobt Tarling: "Könnte nicht stolzer sein"
Quelle: Eurosport
Am Ende der Etappe durfte er sich mit gerade einmal vier Sekunden Rückstand auf Pogacar über Rang drei freuen - und erhielt Sonderlob von seinem Renndirektor Geraint Thomas.
Thomas lobt Tarling: "Ich könnte wirklich nicht stolzer sein"
"Was er in der letzten Woche durchgemacht hat, ist natürlich unvorstellbar. Aber dann am Ende der Woche so eine Leistung abzuliefern, ist wirklich fantastisch. Es zeigt einfach seine Klasse als Athlet und als Mensch - ich könnte wirklich nicht stolzer sein", betonte Thomas.
Tarling selbst äußerte sich verständlicherweise nicht zum Verlust seines drei Jahre jüngeren Bruders. Dass er nur acht Tage nach dessen Tod überhaupt an den Start ging, darf als sein ganz persönlicher Sieg in der so schweren Zeit gewertet werden.
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Nach Tod des Bruders: Tarling geht bei Vuelta in Führung
Quelle: Eurosport
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