Vuelta a España 2026 - Visma lässt mit Brennan und Van Aert die Muskeln spielen: "Würde sagen, es lief wie geplant"
Von Celine Jäntsch
Update 23/08/2026 um 21:49 GMT+2 Uhr
Visma-Lease a Bike war das Team der Stunde: Der Etappensieg des Briten Matthew Brennan auf dem zweiten Teilstück der Vuelta a España 2026 war das Ergebnis einer wohlüberlegten Taktik der niederländischen Équipe, die mit Wout van Aert noch ein weiteres heißes Eisen im Feuer hatte. Im Gesamtklassement dürfte die Mannschaft dennoch wenig mitzureden haben. Dort dominiert schon früh Tadej Pogacar.
Highlights: Visma-Taktik geht im Bergaufsprint von Manosque auf
Quelle: Eurosport
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) mittendrin im Sprint um den Etappensieg? Es war ein ungewohnter Anblick, den der Radsport-Dominator im Finale der 2. Etappe der Vuelta a España 2026 bot.
Schließlich ist der beste Bergfahrer der Gegenwart bei Sprint-Entscheidungen eher nicht ganz vorne anzutreffen, die Klassement-Fahrer halten sich bei Höchstgeschwindigkeiten normalerweise zurück, um nicht in Stürze oder ähnliche Probleme verwickelt zu werden.
Der Bergaufsprint von Manosque aber war keine klassische Sprint-Ankunft. Vielmehr bot das steile Profil die Möglichkeit für Klassiker-Spezialisten wie Wout van Aert. Der Belgier vom Team Visma-Lease a Bike suchte 1,5 Kilometer vor dem Ziel seine Chance und attackierte - wurde aber schnell wieder gestellt.
Dass Visma dennoch Grund zum Jubeln hatte, lag an der ausgeklügelten Taktik, die die niederländische Équipe vorbereitet hatte - und am ersten Grand-Tour-Etappensieg von Matthew Brennan.
Visma-Taktik geht im Finale von Manosque voll auf
"Es hat alles mit der Ambition begonnen, dass Wout das Rote Trikot angreifen wollte", erklärte der 21-Jährige nach dem Rennen. "Wir haben gewusst, dass es eine gute Möglichkeit im Finale gibt, zu attackieren und Wout war sehr begeistert von dieser Idee."
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Matthew Brennan (l.) und Wout van Aert (r.) nach der erfolgreichen zweiten Vuelta-Etappe
Fotocredit: Getty Images
Tatsächlich aber hatte das Team die Möglichkeit, dass van Aert scheitern könnte, eingepreist. Brennan selbst sollte sich im Hintergrund auf den Sprint vorbereiten, wie er verriet, "falls sie vorne nicht durchziehen sollten".
Auch van Aert, dreimaliger Etappensieger bei der Spanien-Rundfahrt, konnte daher trotz seiner gescheiterten Attacke gut mit dem Rennausgang leben.
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Van Aert nach verpatzter Attacke: "Abstand war zu gering"
Quelle: Eurosport
"Ich würde sagen, es lief wie geplant. Es war mein Plan dort zu attackieren, aber ich hatte einen zu geringen Vorsprung auf Pogacar auf der Kuppe und habe deshalb etwas nachgelassen", sagte der Belgier im Interview mit Eurosport und fügte hinzu: "Ich wusste, dass Matthew da ist, um so einen fantastischen Sprint zu zeigen. Es ist am Ende richtig gut ausgegangen für uns. Ich bin sehr stolz auf die Jungs heute."
Pogacar hält im Sprint mit und baut Vorsprung aus
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Dominator Pogacar im Gesamtklassement einmal mehr nicht zu gefährden war. Nicht wenige Experten hatten vor der Etappe darauf getippt, dass der Slowene nach seinem Sieg im Einzelzeitfahren zum Auftakt das Rote Trikot bereits freiwillig am Sonntag wieder abgeben würde.
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Den Gefallen tat der 27-Jährige den Mitstreitern allerdings nicht. Im Gegenteil: Als Dritter der Etappe schlug er gar hoch gehandelte Konkurrenten wie Mads Pedersen (Lidl-Trek), nahm vier Sekunden Zeitbonifikation mit und baute seine Führung in der Gesamtwertung auf neun Sekunden auf van Aert aus.
Visma hatte mit der Attacke des Belgiers auf die Übernahme des Leader-Jerseys gepokert, musste sich am Ende allerdings in dieser Hinsicht geschlagen geben.
Trotz Brennan-Sieg: Vismas Aussichten sind mäßig
Ein Ausblick auf die kommenden Rennwochen - schon am Montag steht auf dem dritten Teilstück (15:30 Uhr im Liveticker) die erste Bergetappe an - verheißen weiterhin nicht viel Gutes für die Auswahl des zweimaligen Tour-de-France-Siegers Jonas Vingegaard. In Abwesenheit des Dänen, der in diesem Jahr den Giro d'Italia gewann, scheint die Mannschaft wenig Aussichten in der Gesamtwertung zu haben.
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Tadej Pogacar startet mit einem Sieg im Zeitfahren in die Vuelta
Fotocredit: Getty Images
Zwar ist der US-Amerikaner Sepp Kuss, der 2023 die Vuelta für sich entscheiden konnte, auch bei der diesjährigen Ausgabe dabei. Der 31-Jährige hat allerdings nicht mehr die Form von vor drei Jahren und wird wohl eher versuchen, Etappensiege einzufahren.
Für van Aert trifft als Klassiker-Spezialist dasselbe zu - auch Brennan gilt als vielseitiges Talent, für das Gesamtklassement ist er aber sicherlich kein Kandidat.
Für Visma geht es also umso mehr darum, den Tagessieg des Youngsters zu genießen - und weiter im entscheidenden Moment mit der richtigen Taktik zur Stelle zu sein. So wie am Sonntagnachmittag in Manosque.
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Süße Szene: Pogacar verschenkt seine Brille an Van Aerts Sohn
Quelle: Eurosport
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