Vuelta 2026: Kannibale Pogacar - jetzt ist sogar ein Start-Ziel-Sieg bei der Spanien-Rundfahrt möglich

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Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) scheint fest entschlossen, die Vuelta a España 2026 zu gewinnen und damit seinen Trophäenschrank beinahe schon zu komplettieren. Mit einem 50-Kilometer-Solo macht der Slowene die Konkurrenz bereits auf der 4. Etappe der Spanien-Rundfahrt mürbe. Jetzt ist sogar ein lupenreiner Start-Ziel-Sieg möglich. "Der Vorsprung ist schon mal gut", meinte er verschmitzt.

Pogacar exklusiv: Start-Ziel-Sieg? "Bis hierhin sieht es gut aus"

Quelle: Eurosport

Tadej Pogacar wollte eins klarstellen: Darauf hin gearbeitet habe er nicht, es hat sich jetzt einfach so ergeben. "Darüber macht sich kein Fahrer wirklich Gedanken", behauptete der Slowene im Zielraum der vierten Etappe der Vuelta bei Eurosport. Gemeint war: ein Start-Ziel-Sieg bei einer großen Rundfahrt, also das Kunststück, das Trikot des Führenden von der ersten bis zur letzten Etappe zu tragen.
"Man weiß es nie, aber der Vorsprung ist jetzt schon mal gut. Wir werden unser Bestes geben, die Sache jeden Tag so gut wie möglich unter Kontrolle zu halten. Es wird hart werden, aber wir haben ein starkes Team", meinte der Slowene zufrieden.
Winzige 0,9 Sekunden Vorsprung beim Auftaktzeitfahren machten es überhaupt erst möglich. Mit dem Roten Trikot auf den Schultern sprintete Pogacar auf der zweiten Etappe sogar um den Tagessieg mit und wurde letztlich Dritter. Auf der dritten Etappe hätte er gerne angegriffen, ein Hagelsturm machte seine Pläne (und die Tageswertung) aber zunichte.
Auf dem vierten Teilstück schlug nun endlich die Stunde des Tour-de-France-Siegers - und Pogacar ließ nach rund der halben Renndistanz, 50 Kilometer vor dem Ziel, den Hammer fallen.
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Highlights: Pogacar fährt unaufhaltsam zum Etappensieg in Andorra

Quelle: Eurosport

Vuelta: Pogacar-Konkurrenz schluckt ihre eigene Medizin

Die Konkurrenz musste dabei ihre eigene Medizin schlucken. Schnell war vor allem Felix Galls Decathlon-Team den ersten Anstieg angegangen. Als es dann aufwärts zur zweiten von drei Bergwertungen der ersten Kategorie ging, hatte sich das Feld schon ausgedünnt.
Und Pogacar, der fuhr einfach los. "Es war unübersichtlich, also habe ich mich entschieden, meine eigene Pace zu fahren. So habe ich einen guten Vorsprung rausfahren können. Das war gut", sagte der Star vom UAE Team Emirates-XRG im Ziel. Wohl dem, der eine solche Entscheidung treffen - und dann auch einfach durchziehen kann. Er habe sich "committed", sagte Pogacar lapidar, und gehofft, die Pace bis zum Ziel halten zu können.
Er konnte: 2:39 Minuten fuhr er auf die fast schon bemitleidenswerten Verfolger Jarno Widar (Lotto Intermarché), Gall, Oscar Onley (Netcompany Ineos), Sepp Kuss (Visma-Lease a Bike), Enric Mas (Movistar Team) und Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) heraus. Auf den letzten Kilometern hatte Pogacar sogar Zeit, rechts ranzufahren und seinem nicht bei der Vuelta angetretenen UAE-Kollegen Adam Yates einen "Fistbump" zu geben. Ein Sinnbild der totalen Dominanz.
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Fistbump für Adam Yates: Dominanter Pogacar hat Zeit für Späße

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Pogacar schwebt über den Dingen

Dem Rest blieb so nur sportliches Schulterzucken. "Wir lassen ihn einfach sein Ding machen. Dann fahren wir unser eigenes Rennen", meinte Onley, der nach einer Magen-Darm-Erkrankung "die halbe Nacht auf dem Klo" verbracht habe. Insofern war dessen zweiter Platz schon ein großer Erfolg. Zweiter nach Pogacar ist immerhin "the best of the rest" - kein zu unterschätzendes Prädikat im Zeitalter des neuen Kannibalen.
Im Gesamtklassement liegt Pogacar jetzt Roglic am nächsten - mit 3:21 Minuten Respektabstand. Und das nach gerade mal siebeneinhalb gewerteten Rennstunden.
Roglic, der Ende Juli im Training von einem Auto angefahren und erst kurz vor der Vuelta wieder fit geworden war, ordnete seinen siebten Platz am Dienstag deutlich höher ein. "Vor ein paar Wochen konnte ich nicht auf dem Rad sitzen", meinte der 36 Jahre alte Routinier: "Es war heute wie ein Sieg für mich. Im Moment bin ich zufrieden." Seinen fünften Vuelta-Sieg wird der Slowene dieses Jahr wohl nicht erringen können. Er scheint sich bereits damit abgefunden zu haben.

Romeo kritisiert Decathlon-Taktik

Gall war indes der Einzige, der Pogacar bei dessen Antritt halbwegs folgen konnte. Nach wenigen hundert Metern musste jedoch auch der Österreicher einsehen, dass es unmöglich ist, den 27-Jährigen in dessen aktueller Form zu verfolgen. Auf dem Zielstrich verlor er dann den Sprint gegen Onley. Platz drei konnte sich dennoch sehen lassen.
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Angriff! Pogacar zieht weg - Gall kann nur kurz folgen

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Die Taktik seines Teams, hart anzufahren, wurde hinterher allerdings von anderen Fahrern infrage gestellt. "Decathlon hat das Rennen UAE quasi auf dem Silbertablett serviert", klagte Movistar-Fahrer Ivan Romeo: "Ich will sie nicht kritisieren, aber es ist schon erstaunlich, dass wenn ein Team so viel besser ist, ein anderes die ganze Anfahrarbeit macht. Aber es ist ihr Rennen, sie können tun, was sie wollen."
Wobei man sagen muss: Wie man's macht, ist's auch verkehrt - lässt man UAE gewähren, gewinnt Pogacar und man wird als zu passiv kritisiert. Fährt man Tempo, gewinnt Pogacar ebenfalls und man wird als zu aktiv kritisiert.

Kuss: Alle anderen fahren nur um Platz zwei

Die Hackordnung der Vuelta 2026 scheint nach nur vier der 21 Etappen jedenfalls klar. Pogacar vorneweg - dahinter alle anderen. "Es ist schon etwas anderes, wenn man um den zweiten Platz fährt", meinte Kuss. Ein "nur" hat in seiner Aussage noch gefehlt.
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König Pogacar jubelt in Andorra - Gall verpasst Platz zwei im Sprint

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Platz vier im Gesamtklassement (+3:44 Min.) ist für den Vuelta-Sieger von 2023 dennoch ein zufriedenstellendes Zwischenresultat. "Auf jeden Fall ist das ein guter Selbstvertrauensschub, zumindest für den Beginn der Rundfahrt", meinte der US-Amerikaner.
Es sind eben noch 17 Teilstücke zu fahren. Auch Pogacar kann den berühmten einen schlechten Tag haben, krank werden, oder im schlimmsten Fall: stürzen.

Pogacar ist entschlossen, die Vuelta zu gewinnen

Aktuell sieht jedoch alles nach einem Start-Ziel-Sieg aus. Zu entschlossen scheint der Slowene, die ihm noch fehlende große Rundfahrt neben der Tour de France (2020, 2021, 2024, 2025, 2026) und dem Giro d'Italia (2024) in diesem Jahr zu gewinnen.
"Der Vorsprung ist jetzt schon mal gut", zog der Slowene am Dienstagabend eine rundweg positive Zwischenbilanz. Beiwohnende der Siegerehrung kamen sich einmal mehr wie in einer Endlosschleife Déjà-vus vor: Pogacar bekam nacheinander das Trikot des Führenden der Gesamtwertung, der Bergwertung und der Sprintwertung übergestreift. Und trug dabei selbstverständlich sein Weltmeistertrikot.
Ein Start-Ziel-Sieg ist da nur noch ein weiterer Meilenstein. "Wir werden unser Bestes geben, die Sache jeden Tag so gut wie möglich unter Kontrolle zu halten", meinte er: "Es wird hart werden, denn es ist noch ein langer Weg. Aber wir haben ein starkes Team."
Mit einem starken Kapitän, dem aktuell niemand das Wasser reichen kann.
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Pogacar nach Solo-Sieg zufrieden: "Der Vorsprung ist schon mal gut"

Quelle: Eurosport


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