So blieb nur ein 15. Platz, der die Leistung der deutschen Radprofis nach über sechs brutalen Stunden nicht korrekt wiedergab. "Ich wäre gerne noch weiter vorne reingefahren, aber ich hatte nicht mehr die spritzigen Beine", sagte der frühere Roubaix-Sieger. "Das Ergebnis ist nicht wie erwünscht, aber die Jungs sind super gefahren - so offensiv wie geplant", sagte Teamchef Jens Zemke.

Degenkolb und Nils Politt hatten in der britischen Grafschaft Yorkshire wie die Löwen gekämpft - doch das Regenbogentrikot bleibt ein unerfüllter Traum. "Wir haben alles probiert. Ein Top-10-Platz wäre schön gewesen, aber wir haben ein super Rennen gezeigt", sagte Politt, der vier Sekunden hinter Degenkolb 19. (+1:14 Minute) wurde.

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Zum neuen Straßenrad-Weltmeister krönte sich der Däne Mads Pedersen. Der 23-Jährige siegte im Sprint gegen den Italiener Matteo Trentin und Stefan Küng aus der Schweiz. "Er ist wahrscheinlich selber überrascht, dass er gewonnen hat", sagte Degenkolb über Pedersen, die im Profiteam Trek-Segafredo Mannschaftskollegen sind.

Das Finale des WM-Rennens: "Den hatte niemand auf der Rechnung"

Letzter deutscher Titelträger bleibt Rudi Altig, der 1966 triumphierte, das Warten auf den Nachfolger dauert nun schon 53 Jahre. Seit dem WM-Bronzerang von Andre Greipel vor acht Jahren in Kopenhagen gab es für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) keine Medaille mehr im Profirennen.

Die Straßen teilweise überflutet, der Regen unerbittlich: Es war das von Zemke avisierte "grausame Rennen" und am Rande des Erträglichen. "Davon werden die Fahrer noch ihren Kindern berichten, so brutal war das", sagte Zemke später. Routinier Marcus Burghardt presste nach seinem Ausstieg erschöpft heraus:

Scheiße, das ist ein richtiges Männerrennen.

Degenkolb erlebt extreme WM

Eine britische Radsport-Party war es aber auch, die Zuschauer ließen sich von Nässe und Kälte nicht abhalten. "Die sind genauso hart wie die Fahrer", sagte ZDF-Experte Marcel Kittel augenzwinkernd. Teilweise pflügten die Profis durch riesige Pfützen, das Wasser spritzte in Fontänen von den Rädern.

"Das war echt krass, man wusste gar nicht, wie tief das Wasser ist. Das habe ich so noch nie erlebt, das war extrem", sagte Degenkolb.

Die deutsche Mannschaft war lange präsent, aber in der entscheidenden Rennsituation nicht gut genug. Sprinter Pascal Ackermann wurde auch wegen eines Defektes letztlich zu früh abgehängt. "Es war extrem kalt", sagte er im ZDF. Der belgische Favorit Philippe Gilbert nach einem Sturz, der spanische Titelverteidiger Alejandro Valverde oder der hoch gehandelte Niederländer Mathieu van der Poel - sie alle zollten Tribut.

Die Strecke war aufgrund starker Regenfälle kurzfristig um knapp 20 Kilometer verkürzt worden, zwei längere Anstiege mussten gestrichen werden, der Rundkurs über knapp 14 Kilometer um Harrogate wurde neun statt sieben Mal gefahren. Dort begann das gnadenlose Aussieben, bei dem sich Pedersen und Co. entscheidend absetzten.

(SID)

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