Wie es von Seiten der UCI hieß, habe Eekhoff nach einem Sturz auf den ersten 100 Kilometern des Rennens, bei dem er sich zudem die Schulter ausgekugelt haben soll, verbotenerweise den Windschatten der Begleitfahrzeuge genutzt, was Videobilder belegten. Als der Fahrer des Sunweb-Development-Teams über die Entscheidung der UCI informiert wurde, fuhr er mit Tränen in den Augen von der Siegerzeremonie schweigend an den Reportern vorbei.

Zum neuen U23-Weltmeister wurde der im Sprint knapp geschlagene Battistella erklärt, Bissegger rückte auf den Silberplatz vor, der Brite Thomas Pidcock, der zunächst über seinen vierten Platz tief enttäuscht war, konnte sich über Bronze freuen. Es folgten auf den Plätzen vier bis sechs der Kolumbianer Sergio Higuita, der Däne Andreas Kroon und der Norweger Tobias Foss.

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"Das ist wirklich eine Sensation. Schade für den Fahrer (Eeekhoff). Ich hatte mich über den zweiten Platz gefreut. Aber nun bin ich der Weltmeister. Ich kann das nicht glauben. das ist fantastisch. Ich werde wohl heute Nacht im Trikot schlafen. Vielleicht kann ich dann morgen früh verstehen, was heute passiert ist“, sagte Battistella.

Eekhoff twittert nach Disqualifikation

Kurze Zeit nach der Disqualifikation twitterte Eekhoff in einer Mischung aus Trotz und Sarkasmus: “Der einzig wahre U23-Weltmeister! Stärkster Fahrer des Tages. Kann die UCI eine Runde Applaus bekommen für eine weitere schlechte Entscheidung?“

Das deutsche Team wurde bei erneut widrigen Bedingungen für eine engagierte Vorstellung nicht belohnt. Georg Zimmermann und Jonas Rutsch konnten nicht folgen, als sich auf der ersten der beiden Zielrunden knapp 20 Kilometer vor dem Ziel in einem der zahlreichen Anstiege die vorentscheidende Gruppe formierte, die auf dem Schlusskilometer noch Begleitung durch Eekhoff, Higuita und Kroon erhielt. Der Fahrer des Sunweb Development Teams, der 2020 zu den Profis wechseln wird, eröffnete dann auf den letzten 200 Metern von vorn den Sprint und setzte sich souverän durch.

Zimmermann, der bereits im Vorjahr bei der WM in Innsbruck als Vierzehnter bester deutscher Fahrer war, belegte diesmal mit 38 Sekunden Rückstand Rang 12, Rutsch folgte zeitgleich als Fünfzehnter.

(SID)

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