Straßen-WM: Deutschland geht in Australien auf Medaillenjagd - Hoffnungen ruhen auf Liane Lippert und Co.

Schon drei Tage vor dem Start der Straßen-Weltmeisterschaften in Wollongong hat das deutsche Team erstmals die Zeitfahrstrecken inspizieren können. "Wir sind gut angekommen und konnten die Strecke auch schon abfahren. Allerdings herrscht viel Verkehr, wir konnten keine Ideallinie fahren und daher ist der Kurs noch schwer einzuschätzen", erklärte Nikias Arndt.

Liane Lippert

Fotocredit: Getty Images

"Er ist aber meiner Meinung nach vor Ort leichter als er zu Hause am Computer aussah", gab Arndt, der am Sonntag neben Miguel Heidemann das Einzelzeitfahren der Männer bestreiten wird, schon eine erste Einschätzung der insgesamt 34,2 Kilometer langen Strecke ab.
Auf dem zweimal zu befahrenden Stadtkurs müssen mehrere kleinere Anstiege bewältigt werden, der herausforderndste davon ist der Mount Ousley jeweils etwa zur Hälfte der Runde.
"Man muss vielseitig aufgestellt sein und ein Gefühl für die Strecke entwickeln, damit man seinen Rhythmus findet", meinte Arndt, der wie Heidemann in der Mixed Staffel zum Einsatz kommt und auch das Straßenrennen bestreitet, wo er sich die Führungsrolle mit Georg Zimmermann teilen wird.
Im Zeitfahren der Frauen, die ebenfalls über die Distanz von 34,2 Kilometer antreten, wird der BDR durch Mieke Kröger und Ricarda Bauernfeind vertreten, beide gelten als Außenseiterinnen im Kampf gegen die Uhr. Top-Favoritinnen sind Titelverteidigerin Ellen van Dijk und Europameisterin Marlen Reusser.

Medaillenhoffnungen ruhen auf Lippert

Dagegen peilt die deutsche Frauen-Auswahl im Straßenrennen am 24. September eine Medaille an. Für die soll die Deutsche Meisterin Liane Lippert sorgen, die eine sehr gute Saison in Australien mit Edelmetall krönen könnte. "Liane ist unsere Medaillenhoffnung", betonte Bundestrainer André Korff, der mit Blick auf den Stadtkurs über insgesamt 164,3 Kilometer und 2.433 Höhenmeter nicht mit einer Sprintentscheidung rechnet.
"Es ist ein anspruchsvoller Kurs, und der acht Kilometer lange Berg (Mount Keira zu Beginn des Rennens, d. Red.) ist auch nicht ohne. Ob er zum Scharfrichter wird, hängt davon ab, wie er gefahren wird", meinte er.
Eine Medaillenchance rechnet sich auch Bundestrainer Ralf Grabsch für seine stark besetzte U23-Auswahl aus, die von Michel Heßmann, zuletzt Dritter der Tour de l’Avenir, und Europameister Felix Engelhardt angeführt wird. Heßmann wird auch im Zeitfahren zu beachten sein, wo er gemeinsam mit Hannes Wilksch die deutschen Farben vertritt.

Herzog peilt den WM-Titel an

Bei den Junioren gehört Emil Herzog sowohl im Zeitfahren als auch im Straßenrennen zu den Podiumskandidaten. Der Deutsche Meister kommt auf insgesamt elf Saisonsiege und gewann zuletzt die Rübliland-Rundfahrt.
"Es ist eine ziemlich kurvige Strecke, nicht ganz flach, so wie ich es mag. Eine Medaille ist möglich", meinte der 17-jährige Herzog, der im Straßenrennen mit noch größeren Ambitionen antritt: "Mein Ziel ist der WM-Titel. Der Kurs liegt mir ebenfalls, er ist kurvig, am Berg werden Gruppen gehen, und der Wind kann eine entscheidende Rolle spielen", sagte der junge Bayer, der in dieser Saison schon vier Rundfahrten gewinnen konnte.
Bei den Juniorinnen setzt Bundestrainer Lucas Schädlich auf Justyna Czapla. Die Europameisterin im Einzelzeitfahren dürfte mit dem Kurs in Australien gut zurechtkommen. Czapla wird sowohl im Straßenrennen als auch im Zeitfahren an den Start gehen.
Der WM-Zeitplan (Ortszeit/MESZ):
Das könnte Dich auch interessieren: Die Rad-WM 2022 live im TV, Livestream und Liveticker
picture

Motoren im Profi-Radsport? Wäre für Voigt "schlimmer als Doping"

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung