Mathieu van der Poel und der Eklat bei der Straßenrad-WM 2022 in Australien: "Noch nie so traurig gesehen"
Update 04/04/2026 um 10:09 GMT+2 Uhr
Mathieu van der Poel brach 2022 die Straßenrad-WM in Australien ab – wohl auch, weil er zuvor eine Nacht auf einer Polizei-Station verbringen musste. Er soll eine 13- und eine 14-Jährige attackiert haben, die an seine Tür geklopft hatten und ihn so am Schlafen hinderten. Sein Bruder David van der Poel hat nun in einem Interview mit der niederländischen Zeitung "AD" auf den Eklat zurückgeblickt.
Mathieu van der Poel
Fotocredit: Imago
"Ich hatte ihn noch nie so traurig und verletzt gesehen. Er war am Boden zerstört. Doch dann hatte er eine Erleuchtung. Er nahm sich vor, noch härter zu trainieren und sich seine Chance nicht mehr entgehen zu lassen", begann der 33-Jährige, der von 2014 bis 2023 ebenfalls als Rad-Profi aktiv war.
"Ein Jahr später, als er in Glasgow endlich das Regenbogentrikot überstreifte (als er 2023 Weltmeister wurde, Anm. d. Red.), war seine Freude so überwältigend. In meinen Augen sein schönster Sieg. Er hat all den aufgestauten Schmerz losgelassen", führte David van der Poel aus: "Rückblickend war diese Nacht auf der Polizeiwache in Australien das Beste, was ihm passieren konnte. Dieser Vorfall in Australien hatte in ihm ein Gefühl der Ungerechtigkeit ausgelöst."
Mathieu van der Poel war für sein Handeln damals zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 1.000 Euro sowie einem Aufenthaltsverbot in Australien verurteilt worden.
Im Berufungsverfahren wurde die Strafe schließlich aufgehoben. Die australische Justiz befand das Verhalten der beiden Teenagerinnen als "aufdringlich" und "provokativ".
Van der Poel: "Es gibt zwei Versionen der Geschichte"
Nur wenige Tage nach dem Vorfall hatte sich Mathieu van der Poel zu dem Eklat geäußert. "Ich bedaure es. Ich habe mich geirrt, das gebe ich auch zu. Ich hätte das nicht tun sollen, ich hätte es anders machen sollen."
Jeder der ihn kenne, wisse, dass er niemanden verletzt habe, sagte der Niederländer damals. Es gebe "zwei Versionen der Geschichte".
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Quelle: Eurosport
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