Reit-Star Jessica von Bredow-Werndl lässt nach ihren Olympiasiegen von Paris tief blicken: "Nicht auf Wolke 7"

Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris war Jessica von Bredow-Werndl eine der großen deutschen Sieganwärterinnen - und die Dressurreiterin erfüllte die Medaillenhoffnungen. In der Einzel-Kür und mit der Mannschaft triumphierte die 38-Jährige und wiederholte damit ihr phänomenales Doppel-Gold von Tokio. Doch noch etwas ähnelte sich für die Rosenheimerin: die Erschöpfung im Anschluss.

Freudentränen und Siegertanz: Bredow-Werndl und Werth auf dem Podium

Quelle: Eurosport

Nach ihrem doppelten Olympia-Coup an der Seine habe sie keine Energie mehr gehabt, erzählte von Bredow-Werndl kurz vor Weihnachten im "RTL"-Interview: "Bei mir hat es bis Dezember gedauert, meinen Alltag wieder einigermaßen zurückzubekommen."
Viele Menschen würden denken, dass sie als Olympiasiegerin euphorisiert sei. "Aber eigentlich ist es eine Challenge, in meinen Alltag zurückzufinden", so die Dressurreiterin.
Bereits nach ihren beiden Goldmedaillen im Jahr 2021 in Tokio sei sie in eine Art postolympische Depression gefallen. Dort sei es ihr "wirklich schlecht" ergangen.
"Jetzt hat mich das wahrscheinlich davor geschützt, dass das diesmal nicht so war", erklärte von Bredow-Werndl: "Trotzdem war und bin ich erschöpft und habe es nicht geschafft, auf Wolke 7 zu schweben. Ich wollte danach eigentlich nur noch zu Hause bei meinen Kindern und den Pferden sein."
Mit ihrem Ehemann Max von Bredow, mit dem sie seit 2013 verheiratet ist, hat die Olympionikin einen Sohn und eine Tochter. In der Nähe von Rosenheim, knapp 60 Kilometer von München entfernt, betreibt sie gemeinsam mit ihrem Bruder Benjamin das Gut Aubenhausen, einen Ausbildungs- und Dressurstall.
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Jessica von Bredow-Werndl gibt Einblicke in ihr Seelenleben.

Fotocredit: Imago

Der Versagensangst etwas Positives abgewinnen

Im Gespräch mit "RTL" betonte von Bredow-Werndl nun, dass sie ihr zweites Doppel-Gold bei Olympia wohl noch immer nicht richtig realisiert habe: "Die Menschen unterschätzen oft, dass man als Sportler danach keine Kraft mehr hat für große Emotionen. Man ist einfach nur leer."
Zudem gab die Athletin tiefe Einblicke in ihr Seelenleben bei den diesjährigen Sommerspielen. Auch dort habe sie "natürlich" Versagensangst gehabt: "Ich glaube, jeder Sportler hat die. Du wachst in Paris morgens auf und hast Angst, im entscheidenden Moment Fehler zu machen."
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Von Bredow-Werndl privat: So tickt die Olympiasiegerin

Quelle: Eurosport

Mit diesen Sorgen umzugehen und ihnen etwas Positives abzugewinnen, habe sie mittlerweile jedoch gelernt. "Hätte ich keine Angst, wäre mir egal, was passiert. Zugleich können mich die Angst und das Adrenalin in einen wahnsinnig fokussierten Zustand bringen", sagte von Bredow-Werndl.
Jetzt, rund vier Monate nach ihren Goldritten in Paris, habe sie sich wieder gefunden und sei in ihrem "Leben wieder angekommen. Und natürlich bin ich sehr dankbar für alles, was ich in diesem Jahr erleben durfte."
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