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Olympia 2024 - Isabell Werth über olympische Zukunft nach Gold im Dressur-Team: "Hab ich mir jetzt anders überlegt"
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Publiziert 05/08/2024 um 07:34 GMT+2 Uhr
32 Jahre Höchstleistung, viele Höhen, nicht wenige Tiefen. Acht Goldmedaillen und sechsmal Silber gewann Isabell Werth in ihrer glorreichen Karriere im Dressurreiten. Und der olympische Weg der 55-jährigen Deutschen soll nach Team-Gold und Einzel-Silber in Paris noch nicht zu Ende sein. Oder doch? Fragen nach einer möglichen Olympia-Rente wischte Werth nach den Erfolgen energisch weg.
Werth legt Grundstein für Gold im Team-Grand-Prix
Quelle: Eurosport
Schau'n mer mal, sagt Isabell Werth immer. Also natürlich nicht immer, aber in diesen Tagen sagt sie es immer öfter. Wenn sie zum hundertsten Mal gefragt wird, ob Paris ihr letztes olympisches Hurra sein könnte.
Die Stadt der Liebe und des Lichts, in der Isabell Werth mit dem Olympiasieg der Dressur-Equipe zur erfolgreichsten deutschen Olympionikin der Geschichte aufstieg.
Acht Goldmedaillen und fünfmal Silber hat die Tochter eines Landwirts aus dem niederrheinischen Rheinberg seit ihrem Olympia-Debüt 1992 in Barcelona gewonnen.
In der Dressur regierte damals Nicole Uphoff mit ihrem legendären Rembrandt, und die Geschichte von den engen Freunden im Team hatte sich auch noch nicht so ganz rumgesprochen. "War schon sportlich manchmal", sagt Werth mit einem Augenzwinkern.
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Große Emotion bei Medaillenvergabe: Gold für deutsche Dressurreiter
Quelle: Eurosport
Erste Erfolge mit Gigolo, dann Satchmo
Aber zurück an den Niederrhein. 17 Jahre alt war Isabell Werth, als ihr der ebenfalls in Rheinberg beheimatete Dressurtrainer Uwe Schulten-Baumer, bekannt als "der Doktor", am Silvestertag 1986 anbot, seine Pferde zu reiten.
Eines davon wurde Gigolo, ein imposanter Hannoveraner Wallach, mit dem Isabell Werth ihre Weltkarriere startete: Mannschaftsgold 1992, 1996 und 2000, dazu Einzelgold 1996 in Atlanta.
Isabell Werth wurde der neue Star in der Welt der tanzenden Pferde. Und die studierte Juristin blieb, was sie immer war: Bodenständig. Reiterhosen und Sweatshirts sind ihr lieber als Chi-Chi und Abendgarderobe, Hochglanz-Geschichten von ihr sucht man vergeblich, sie lacht gerne und viel und packt auf dem großzügigen Anwesen in Rheinberg überall selbst mit an. Pferde und Hunde sind immer um sie herum, "ein anderes Leben kann ich mir nicht vorstellen".
Gigolo ging 2001 in die Pferderente, die verlebte er wie all ihre vierbeinigen Oldies auf den grünen Weiden in Rheinberg. Sein Nachfolger war Satchmo, jener unberechenbare Wackelkandidat, bei dem Genie und Wahnsinn so dicht beieinander lagen.
Mit ihm holte Isabell Werth 2008 bei den Reiterspielen in Hongkong Gold mit der Mannschaft, auch der Sieg im Einzel schien ihr kaum zu nehmen - bis Satchmo in der Kür andere Pläne verfolgte und aus der Piaffe einen Galopp machte.
Olympia 2028? Werth lässt Zukunft offen
Dreimal Gold mit der Mannschaft kam noch hinzu: 2016 in Rio mit Weihegold, 2021 in Tokio mit Bella Rose und jetzt in Paris im Herzschlagfinale gegen Dänemark mit Wendy. 2004 in Athen und 2012 in London fehlte Isabell Werth, sie hatte in jenen Jahren kein geeignetes Pferd zur Verfügung.
Dafür hat sie jetzt so einige: Im Stall in Rheinberg stehen die zwölfjährige Superb, der zehnjährige Joshi und der erst neunjährige So Unique. Und natürlich Wendy de Fontaine, zehn Jahre alt und damit 2028 in Los Angeles im besten Dressur-Alter.
Ach so, was ist denn nun mit Los Angeles? Lose Gedanken im Vorfeld, die olympische Karriere nach Paris ein bisschen runterzufahren, wischte Isabell Werth nach ihrem Rekord-Gold in Paris energisch vom Tisch: "Das hab ich mir jetzt anders überlegt." Was genau das für LA 28 bedeutet? Schau'n mer mal.
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(SID)
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