SID

Lillehammer: Summer Britcher stiehlt deutschen Rodlerinnen um Natalie Geisenberger die Schau

Fingerzeig für Olympia? Geisenberger und Co. verpassen den Sieg in Lillehammer
Von SID

20/01/2018 um 14:23

Ein gutes Teamergebnis war es - aber der Sieg in Lillehammer ging drei Wochen vor Olympia überraschend nicht an eine deutsche Rodlerin. "Es war relativ hart für mich. Aber ich bin sehr, sehr zufrieden. Die Summer ist blitzsauber gefahren", sagte Natalie Geisenberger in der "ARD". Doch wieder war eine Athletin schneller als die Olympiasiegerin, und diesmal kam sie nicht aus dem eigenen Lager.

Die US-Amerikanerin Summer Britcher schnappte dem deutschen Quartett den Sieg auf der vorletzten Weltcup-Station im norwegischen Lillehammer weg. Geisenberger (Miesbach), der nicht für Olympia nominierten Julia Taubitz (Oberwiesenthal) sowie Weltmeisterin Tatjana Hüfner (Blankenburg) blieben "nur" die Plätze zwei, drei und vier.

    Die zuletzt so starke Dajana Eitberger (Ilmenau), die sich durch die Plätze eins, zwei und eins in den vorigen drei Rennen zur Mitfavoritin für die Winterspiele aufgeschwungen hatte, stürzte gegen Ende des zweiten Laufes. "Sie hat den Schlitten über den gesamten Lauf nicht in den Griff bekommen", sagte Bundestrainer Norbert Loch. Im Hinblick auf Olympia (9. bis 25. Februar) beruhigte er aber:

    "Ich glaube, ihr fehlt nichts. Es ist alles in Ordnung."

    Dabei könnte die Olympiabahn von 1994 einen Hinweis auf die Leistungen auf der Olympiabahn von 2018 geben. Seit drei Jahren wurde in Lillehammer nicht mehr gefahren, im südkoreanischen Pyeongchang im vergangenen Winter zum ersten Mal. Auch einen Heimvorteil haben die deutschen Rodlerinnen nicht. Lillehammer hat zudem gezeigt, dass die Weltspitze auf "fremden Bahnen" deutlich enger zusammen liegt als in den vier deutschen Eisrinnen oder auf dem amerikanischen Kontinent.

    Vorentscheidung im Gesamtweltcup?

    Am Sonntag kann das olympische Eis von Lillehammer aber auch die erste Entscheidung des Winters liefern: Wird Geisenberger im Sprint, der verkürzten und nicht-olympischen Variante, Dritte, hat sie den sechsten Sieg im Gesamtweltcup sicher und würde sich damit wohl zur besten Rennrodlerin der Geschichte krönen. Derzeit liegt sie mit fünf Siegen in Folge gleichauf mit ihrer Dauerrivalin Hüfner (2008 bis 2012) und Silke Kraushaar-Pielach (1999, 2001, 2001, 2006 und 2007).

    Bei den Doppelsitzern untermauerten die Weltmeister Toni Eggert und Sascha Benecken ihre Favoritenstellung. Das Thüringer Duo (Ilsenburg/Suhl) gewann vor den Österreichern Peter Penz/Georg Fischler und den bayerischen Olympiasiegern Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee). Für Eggert/Benecken war es bereits der achte Sieg im zehnten Saisonrennen. Im Sprint am Sonntag (13.25 Uhr) können sie ihren dritten Sieg im Gesamtweltcup nach 2014/15 und der vergangenen Saison perfekt machen.

    Erst am Sonntag greifen die Männer ins Geschehen ein. Dann will sich Felix Loch (Berchtesgaden) weiter für sein drittes Einzelgold in Folge in Form bringen. "Eng wird's auf jeden Fall, der Wolfgang (Kindl) ist wieder sehr schnell", prophezeite Loch am Samstag. Hinter dem einstigen Dominator sieht es bei den Herren allerdings dünn aus, die beiden übrigen Olympia-Fahrer Johannes Ludwig (Oberhof) und Andi Langenhan (Zella-Mehlis) gelten nicht als erste Gold- und Medaillen-Kandidaten.