Olympia 2022: Rodel-Olympiasieger Johannes Ludwig genießt den Erfolg - und lässt seine Zukunft offen

Auf dem Gipfel seiner Karriere muss sich Johannes Ludwig entscheiden: Macht er weiter oder nicht? Einen Tag nach seinem größten Erfolg will sich der Routinier noch nicht in die Karten schauen lassen und den Moment erstmal genießen. Ein potenziell großes Ziel steht allerdings bald vor die Tür: Die Heim-WM des Thüringers in Oberhof. Die Kollegen erwarten noch mindestens ein Jahr von Ludwig.

Johannes Ludwig lässt seine Zukunft offen.

Fotocredit: Getty Images

Es war weit nach Mitternacht, in Yanqing längst Ruhe eingekehrt, als Johannes Ludwig endlich im Olympischen Dorf eintraf.
Mit Konfetti und einer "La Ola" feierte das deutsche Team den Rodel-Olympiasieger. Ein paar Kaltgetränke später fiel der Champion der Eisrinne mit der Goldmedaille unter dem Kopfkissen endlich ins Bett.
"Ich habe nicht ganz so gut geschlafen. Es gingen mir einige Gedanken durch den Kopf, die mir den Schlaf geraubt haben", berichtete Ludwig am Montag mit kleinen Augen.
Die keineswegs ausufernden, aber schönen Feierlichkeiten waren es jedoch wert. "Es war ein kleiner, aber netter Empfang", schilderte der erste deutsche Goldmedaillengewinner in China.

WM wird sich Ludwig wohl kaum entgehen lassen

Auf die Frage nach seiner Zukunft hatte der 35-Jährige auch am Tag nach seinem großen Coup noch immer keine Antwort. Ob der Thüringer zumindest bis zu seiner Heim-WM im Januar 2023 in Oberhof weitermacht, ist unklar.
"Ich lasse mir das alles offen. Ich will die Medaille etwas genießen, es steht ja auch noch ein Teamwettbewerb an", sagte der zweimalige Vater, der über die nächsten Schritte mit seiner Familie um Frau Katharina intensiv beraten möchte. Für diese sei es in seiner langen Karriere, die von vielen Tiefen und zuletzt von Höhen geprägt war, schließlich "nicht immer einfach" gewesen.
Geht es nach seinen Teamkollegen, kann es nur eine Entscheidung geben. "Die WM lässt er sich nicht entgehen. Nach so einem Triumph macht man weiter, da hört man nicht auf", sagte Max Langenhan.
Bundestrainer Norbert Loch äußerte sich zumindest optimistisch: "Ich glaube, er will bei der WM auf seiner Heimbahn einen gebührenden Abschied haben."

Eigentlich ein guter Zeitpunkt zum Schlussmachen

Es scheint, wenn überhaupt, nur noch um einen Winter zu gehen. Zu lange ackerte Ludwig bereits, doch der Erfolg gibt ihm nun recht. Nachdem er die Winterspiele 2010 und 2014 verpasst hatte, viermal Fünfter bei Weltmeisterschaften wurde, belohnte er sich bereits in Pyeongchang mit Bronze und Gold im Team. Vier Jahre in der Weltspitze später ist er auf dem Gipfel angekommen.
Ein guter Zeitpunkt zum Schlussmachen - eigentlich. Auch der finanzielle Aspekt könnte bei der Entscheidung eine Rolle spielen, als Olympiasieger lässt sich durch Werbung schließlich gut Geld verdienen.
All das hat Ludwig aber noch nicht im Kopf. Was die Heim-WM in Oberhof angeht, weiß er lediglich, dass er "so oder so dabei sein" werde: "Entweder als Athlet oder als Zuschauer."
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(SID)
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Der Goldlauf: Ludwig rast zum Olympiasieg

Quelle: Eurosport

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