Olympia 2022: Natalie Geisenberger hat Rodel-Gold im Einsitzer im Visier - Julia Taubitz stürzt tragisch

Natalie Geisenberger greift zur Halbzeit des Rodelrennens in Yanqing nach ihrem nächsten Olympiasieg - auch, weil Weltmeisterin Julia Taubitz die Hoffnungen auf ihre erste Medaille schon begraben musste. Geisenberger führt nach zwei Läufen das Klassement an, Anna Berreiter liegt mit 0,208 Sekunden Rückstand überraschend auf Silberkurs. Die Debütantin profitierte dabei von zwei Favoritenstürzen.

Starke Vorstellung: Geisenberger setzt sich nach Lauf zwei an die Spitze

Quelle: Eurosport

Taubitz legte im ersten Lauf einen Bahnrekord vor und war damit auch stärker als Geisenberger, im zweiten Durchgang wurde ihr dann aber der schwierigste Teil der neuen Strecke zum Verhängnis: In der Ausfahrt der tückischen Kurve 13 kippte Taubitz vom Schlitten und liegt nun bereits gut 1,5 Sekunden hinter der Spitze und etwa eine Sekunde hinter dem Bronzerang.
"Sie ist erstmal am Boden zerstört und mental down", berichtete Bundestrainer Norbert Loch nach dem 2. Lauf.
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Goldtraum geplatzt: Taubitz stürzt im 2. Lauf

Quelle: Eurosport

Schon im ersten Lauf hatte es Madeleine Egle (+1,010) aus Österreich erwischt, ebenfalls eine der stärksten Rodlerinnen des Winters - und auch zahlreiche weitere Starterinnen kamen an dieser Stelle zu Fall.
Als Dritte geht nun die Russin Tatjana Iwanowa (+0,591) in die beiden entscheidenden Läufe am Dienstag (ab 12.50 Uhr, live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!).

Auch Geisenberger hatte Probleme in Kurve 13

Von einem "brutal schwierigen Tag" sprach Geisenberger, "momentan geht gar nichts in mir vor. Ich bin froh, dass ich zweimal recht gut gefahren bin." Denn die Kurve 13 hatte schon vor dem Rennen in den Köpfen herumgespukt.
Geisenberger selbst war im Abschlusstraining gestürzt, "natürlich verunsichert das". Vor dem Start sei sie "brutal nervös" gewesen, "nicht wegen des Rennens, sondern wegen der Kurve da unten. Ich habe ganz schlecht geschlafen, bis jetzt nur ein Müsli und ein kleines Snickers gegessen." Auch Berreiter wollte über die unverhofften Chancen nicht zu viel nachdenken: "Ich schaue weder vorne noch hinten auf die Abstände. Es kann sich hier sehr schnell viel ändern."
Im ersten Lauf hatte sich noch ein Tausendstel-Krimi zwischen Taubitz und Geisenberger angedeutet. Taubitz fuhr Bahnrekord, Geisenberger war nur 57 Tausendstel langsamer. Dann jedoch nahm die Kurve 13 erheblichen Einfluss auf das Renngeschehen - am Dienstag müssen alle Rodlerinnen sie noch zweimal bewältigen. "Man kann noch gar nichts sagen", meinte Geisenberger: "Ich hoffe, dass es diese Nacht besser wird und ich etwas schlafe."
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Bahnrekord in Lauf eins: Taubitz brennt Bestzeit in den Eiskanal

Quelle: Eurosport

Geisenberger hat Pechstein-Rekord im Blick

Geisenbergers Traum vom bereits fünften Olympia-Sieg lebt indes, nach Goldmedaillen würde sie mit der erfolgreichsten deutschen Olympionikin Claudia Pechstein gleichziehen: 2014 und 2018 holte Geisenberger jeweils die Siege im Einzel und in der Teamstaffel.
Schon im Training von Yanqing gewann die Rekordweltmeisterin fünf von sechs Durchgängen, einzig bei einem Sturz in Kurve 13 im fünften Übungslauf war Taubitz schneller. Insgesamt zeigt die 34-Jährige, die nach der Geburt ihres Sohnes Leo 2020 erstmals als Mutter am Olympia-Start ist, bislang die saubersten Fahrten ohne sichtbare Fehler.
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(SID)
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