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Olympia 2018: Natalie Geisenberger stürzt sich in Teamstaffel

Nach dem Gold ist vor dem Gold: Geisenberger stürzt sich in Teamstaffel
Von SID

14/02/2018 um 10:50Aktualisiert 14/02/2018 um 11:21

Rennrodlerin Natalie Geisenberger peilt nach ihrem Triumph im Einzel bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang und einer langen Nacht schon den nächsten Sieg an. Sie arbeitet weiter an ihrem Denkmal. Am Donnerstag (21.30 Uhr Ortszeit/13.30 Uhr MEZ) steht die Teamstaffel auf dem Programm, es winkt die vierte olympische Goldmedaille ihrer Karriere.

Etwas träge, aber eindeutig glücklich saß Natalie Geisenberger nach einer langen Gold-Party im deutschen Haus. Der dicke Zeiger stand schon auf der Zwei, früher Nachmittag in Pyeongchang. Der Plan für den Tag nach dem historischen Triumph? "Erst mal frühstücken", sagte Geisenberger grinsend. Wohl keine schlechte Idee, schließlich muss die 30-Jährige schnell zu Kräften kommen.

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    Video - Erstes Getränk nach Gold? "Wasser!" Geisenberger steht Rede und Antwort

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    Drei goldene Medaillen zu haben, sei schon "gigantisch", sagte Geisenberger, "vielleicht kommt jetzt noch was dazu. Es wird auf jeden Fall sehr, sehr spannend. In der Staffel haben viele Nationen gute Chancen."

    In der Tat könnten die Letten, die USA und Kanada den deutschen ein enges Rennen liefern. Allerdings ist Geisenberger eine große Trumpfkarte, auch in diesem Rennen. Anders als Felix Loch, das andere Gesicht des deutschen Rodelsports, thront sie weiterhin wie selbstverständlich über dem Rest des Feldes.

    Geisenberger erfolgreichste Rodlerin bei Olympia

    Schon jetzt, vor der Teamstaffel, ist Geisenberger die erfolgreichste Rodlerin der Geschichte bei Winterspielen. Zwei Siege im Einzel schafften zwar auch Steffi Walter und Sylke Otto, Geisenberger holte zudem aber Gold mit der Teamstaffel 2014 und Bronze im Einzelrennen 2010. Dazu dreimal Weltmeisterin und sechsmal Siegerin im Gesamtweltcup. Die Bayerin baut sich gerade ein ziemlich großes Denkmal.

    Und hatte nach den Erfolgen von Sotschi offensichtlich nie Probleme, sich noch mal aufzuraffen für einen weiteren Olympiazyklus auf allerhöchstem Niveau. "Es ist ja nicht so, dass man keinen Bock mehr hat, sobald man seine Ziele erreicht", sagt sie:

    "Und es gibt ein gewisses Suchtpotenzial, wenn man oben steht und die Nationalhymne hört. Für diese Momente mache ich den Sport."

    Tokyo 2022? - "Will von Saison zu Saison denken"

    Allerdings ist noch völlig offen, ob die Teamstaffel am Donnerstag das letzte olympische Rennen für die beste Rodlerin der Gegenwart ist. Auf einen Start 2022 in Peking, bei ihren dann vierten Winterspielen, will sie sich ausdrücklich nicht festlegen. "Wir werden sehen", sagt sie nur, "ich möchte von Saison zu Saison denken. Die Heim-Weltmeisterschaften 2019 in Winterberg sind jetzt mein nächstes Ziel, und irgendwann will ich selbst entscheiden, wann Schluss ist. Im Moment habe ich Spaß und bin fit."

    Es könnte also sein, dass Deutschland in vier Jahren gleich auf seine beiden großen Rodlerinnen der vergangenen zehn Jahre verzichten muss. Denn Tatjana Hüfner wird so lange nicht mehr machen, das stand schon eine Weile fest. Und nach ihrem sehr enttäuschenden vierten Platz von Pyeongchang steht weiterhin das sofortige Karriere-Ende im Raum.

    Am Mittwoch wollte sie sich dazu noch nichts Weiteres entlocken lassen. Wie nun ihre Pläne sind, wurde sie gefragt. Ebenfalls frühstücken. "Wir können dann ja zusammen gehen", sagte sie zu Natalie Geisenberger und lachte. Die einstigen Spannungen zwischen Deutschlands besten Rodlerinnen, das wurde noch mal klar in Pyeongchang, sind zu Hüfners Abschied von der olympischen Bühne kein Problem mehr.

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