Im Ziel klatschte sich die Crew um Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) ab, holte sich Wasser am Steg und verschwand kommentarlos. Bis zum Finale haben sich die Ruderer des deutschen Paradebootes einen Maulkorb verhängt, die Konzentration soll vor dem Saisonhöhepunkt nicht mehr gestört werden.
Dafür redete Trainer Ralf Holtmeyer. "Wir haben gezeigt, was wir draufhaben. Das war ein guter Einstieg", sagte ein gut gelaunter und zum Scherzen aufgelegter Holtmeyer nach dem gelungenen Auftritt am Fuße des weltberühmten Corcovado mit der monumentalen Christus-Statue. Der Deutschland-Achter übernahm sofort die Führung und wehrte alle Angriffe des amerikanischen Großbootes in bemerkenswerter Art ab. Auf den letzten 500 m konnten sogar Kräfte gespart werden.

Signal an die Konkurrenz

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Den ersten Vorlauf gewann Weltmeister Großbritannien überraschend deutlich vor den favorisierten Niederländern, die in den Hoffnungslauf am Mittwoch müssen. Nach ihrem beeindruckenden Sieg beim Weltcup Ende Mai in Luzern galten die Niederländer als Goldanwärter Nummer eins. Nach den Eindrücken der Vorläufe, die bei guten äußeren Bedingungen über die Bühne gingen, deutet aber alles auf ein Duell zwischen Deutschland und Großbritannien hin. Bei den vergangenen drei WM-Finals lagen jeweils die Briten, die am Montag vier Sekunden schneller als die Deutschen waren, knapp vorne. "Die Art ihres Sieges war schon sehr beeindruckend", sagte Holtmeyer.
Ungeachtet des Auftritts der Konkurrenten träumt der Deutschland-Achter vom zweiten olympischen Goldcoup in Folge, und auch der deutsche Männer-Doppelvierer darf weiter auf die Wiederholung des Olympiasiegs von London hoffen. Das Weltmeister-Boot siegte im Hoffnungslauf mühelos vor Großbritannien und Litauen und steht damit im Endlauf am Mittwoch. Den direkten Finaleinzug hatte die Crew um Schlagmann Hans Gruhne (Potsdam) nach Platz drei im Vorlauf verpasst.

"Waren extrem nervös"

"Wir mussten uns selber beweisen, dass wir nicht in einen Hoffnungslauf gehören. Wir haben der Konkurrenz das Signal gegeben, dass wir im Finale ein Wörtchen um die Medaillen mitsprechen werden", sagte Gruhne. Die Bedingungen am Montag kamen dem deutschen Boot entgegen. Die Modellathleten konnten ihre physische Stärke ausspielen. Der starke Wind beim Vorlauf am vergangenen Samstag hatte noch die technisch besseren Ruderer bevorzugt.
Die Erleichterung war daher spürbar. "Die Anspannung war extrem groß, wir waren extrem nervös", sagte Gruhne, der einen kleinen Nachteil bei der Medaillenjagd sieht: "Das Rennen hat natürlich Kraft gekostet, die hätten wir uns gerne gespart."
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