Schon bei der Eröffnungsfeier gab es für Alaa Maso ein schönes Wiedersehen.
An zweiter Stelle nach Griechenland lief er mit dem "Refugee Team" ein. Beim Einlauf der Nationen ins Olympia-Stadion sah er dabei ein bekanntes Gesicht: das seines Bruders Mohamad.
"Als wir Kinder waren, haben wir immer davon geträumt, gemeinsam bei Olympischen Spielen anzutreten. Jetzt wurde es wahr. Wir waren in diesem Moment beide einfach sehr glücklich", erklärte er im Interview mit der "Welt".
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31/07/2021 AM 03:16
Die beiden waren vor sechs Jahren aus dem syrischen Aleppo nach Deutschland geflohen. Jedoch hatte sich die Brüder acht Monate lang nicht gesehen, da Mohamad in den Niederlanden trainierte und Alaa in Hannover.
"Wir wären beide für Syrien angetreten, wenn es möglich gewesen wäre. Ich hatte Probleme mit meinem Verband, für mich war es nicht möglich. Bei ihm war es anders", erläuterte Alaa Maso, warum die beiden Flüchtlinge nicht im selben Team einliefen.
Sie vertreten in Tokio nicht nur verschiedene Nationen, sondern nehmen auch an unterschiedlichen Wettbewerben teil.
Alaa Maso ist Schwimmer, Bruder Mohamad Triathlet. Für den 28-jährigen Mohamad stand bereits am Montag der Wettkampf an. Er wurde 47. von 51 Athleten. Trotz dieser Platzierung brach er danach vor Freude und Erleichterung in Tränen aus.

Treffen mit Idol Manaudou

Durch den frühen Start konnte er nicht mit ansehen, wie sein sieben Jahre jüngerer Bruder am Freitag beim Vorlauf über 50 m Freistil an den Start ging.
Im fünften Vorlauf schlug er nach 23,30 Sekunden an. "Leider nicht die Zeit, die ich wollte, aber sehr knapp dran an meiner Bestzeit", sagte er nach dem Rennen. Danach wartete der 21-Jährige auf den Mann, den er einige Tage zuvor schon in der Mensa im olympischen Dorf getroffen hatte: Florent Manaudou.
"Er ist mein absolutes Vorbild, er hat mich inspiriert. Ich habe immer ein Highlight-Video seiner Rennen auf dem Handy, das ich vor jedem Start schaue. Ich war überglücklich, als ich ihn traf", erzählte er.
In der Mixed-Zone sah Maso den französischen Schwimmstar und sprach ihn an, nachdem Manadou alle Interviews geführt hat. Das gemeinsame Foto bildete für Maso einen schönen Abschluss seiner Olympia-Reise.
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