"Ich weiß gerade selber nicht genau, was ich sagen soll. Ich habe die Chance einfach genutzt", sagte Köhler am "ZDF"-Mikrofon und ergänzte: "Ab 900 m tat es wirklich richtig weh. Dann ist es - wie für alle anderen auch - an einem gewissen Punkt ein Kampf gegen den inneren Schweinehund. Aber ich wollte in diesem Finale unbedingt die Medaille. Ich habe einfach versucht, den Schmerz zu ignorieren."
Gold ging an die Amerikanerin Katie Ledecky (15:37,34), die nach Niederlagen über 200 und 400 m ihren ersten Olympiasieg in Tokio feierte - und den sechsten insgesamt. Silber schnappte sich ihre Landsfrau Erica Sullivan.
Ledecky hat zuvor bei den Olympischen Spielen in Tokio ihre zweite bittere Niederlage einstecken müssen. Über 200 m Freistil schwamm die fünfmalige Olympiasiegerin als Fünfte deutlich am Podium vorbei. Gold ging in 1:53,50 Minuten an die australische Vize-Weltmeisterin Ariarne Titmus, die bereits über die doppelte Distanz überraschend triumphiert hatte. Ledecky lag fast zwei Sekunden hinter ihrer Konkurrentin zurück.
Olympia - Schwimmen
Heintz spekuliert auf Olympia-Medaille: "Gehöre definitiv in den Kreis"
UPDATE 27/07/2021 UM 07:14 UHR
Silber gewann Siobhan Haughey aus Hongkong vor der Kanadierin Penny Oleksiak. Weltrekordlerin und Weltmeisterin Federica Pellegrini aus Italien musste sich mit Rang sieben begnügen.

"Ein Spitzenrennen!" Köhler mit Rekord zur Medaille über 1500 m

Deutsche Staffel schwimmt auf Rang sieben

Die deutsche Staffel über 4x200 m Freistil verpasste in ihrem Finale die Medaillenränge deutlich. Lukas Märtens (Magdeburg), Henning Mühlleitner (Neckarsulm), Poul Zellmann (Essen), Jacob Heidtmann (Elmshorn) schwammen beim Sieg von Großbritannien auf den siebten Platz. Silber ging an das ROC-Team, Bronze holte Australien.
Über 200 m Schmetterling triumphierte der ungarische Weltrekordler Kristof Milak (1:51,25), der bei der WM 2019 die Bestmarke des Rekord-Olympiasiegers Michael Phelps geknackt hatte. Die Konkurrenz um den Japaner Tomoru Honda hatte mit zweieinhalb Sekunden Rückstand keine Chance.

Gold für Ungarn: Milak gewinnt Finale über 200 m Schmetterling

Milaks Landsfrau Katinka Hosszu musste auch über 200 m Lagen den Jüngeren den Vortritt lassen. Die dreifache Rio-Olympiasiegerin, einst als "Iron Lady" gefeiert, landete beim Sieg der 25 Jahre alten Japanerin Yui Ohashi (2:08,52) auf dem siebten Platz. Schon über die doppelte Distanz hatte die 32-Jährige bei Ohashis erstem Erfolg lediglich den fünften Rang erreicht, über 200 m Schmetterling verzichtete sie kurzfristig auf einen Start.

Nächstes Gold für Japan: Das Finale der Frauen über 200 m Lagen

Hentke verpasst Finale und beendet Karriere

Die ehemalige Vize-Weltmeisterin Franziska Hentke hat bei den Olympischen Spielen in Tokio den Endlauf über 200 m Schmetterling deutlich verpasst und danach ihren Rücktritt erklärt. "Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird es das letzte Rennen gewesen sein", sagte die 32-Jährige, die 2017 in Budapest WM-Silber gewonnen hatte, nach Platz 13 im Halbfinale. Im ARD-Hörfunk-Interview antwortete sie auf die Frage, ob jetzt eine Ära ende: "Ja."
In 2:10,89 Minuten blieb die Magdeburgerin fast sechs Sekunden über ihrem deutschen Rekord von 2015. "2:10 ist nichts", sagte sie enttäuscht, "ich kann mir das aktuell nicht erklären."
Auch vor fünf Jahren in Rio de Janeiro war die Magdeburgerin in der zweiten Runde gescheitert und hatte danach über das Ende ihrer Karriere nachgedacht. Doch sie entschied sich für das Weitermachen, um einen letzten Anlauf auf eine olympische Medaille zu nehmen.
Das könnte Dich auch interessieren: Mit Deutschem Rekord! Wellbrock schwimmt ins 800-m-Freistil-Finale

Da brüllt der Coach: Titmus holt Gold auch über 200 m Freistil

Olympia - Schwimmen
Mit Video | Überraschungssiege im Schwimmen: Youngster trumpfen auf
UPDATE 27/07/2021 UM 03:39 UHR
Olympia - Schwimmen
Groves steht zu Sexismusvorwürfen und Olympia-Verzicht: "Mehr wert als olympische Medaille"
UPDATE 14/08/2021 UM 09:34 UHR