Linus Straßer verzweifelt nach Ausfall in Alta Badia - Eurosport-Experte Fritz Dopfer hofft auf "Wellenbrecher-Moment"

Linus Straßer war in der vergangenen Saison der Vorzeigeathlet des Deutschen Skiverbandes. In diesem Winter läuft es für den Münchner aber noch überhaupt nicht: Beim Slalom in Alta Badia, einen Tag vor Weihnachten, musste Straßer die nächste Enttäuschung hinnehmen. Nach einem schwachen ersten Lauf fädelte er im zweiten Durchgang ein. "Spaß machen tut's nicht", gab Straßer danach resigniert zu.

"So ein Pechvogel": Nächstes Drama um Straßer

Quelle: Eurosport

"Da müssen wir einen Weg rausfinden", fügte der 32-Jährige nach dem souveränen Sieg von Timon Haugan gegenüber dem "Bayerischen Rundfunk" hinzu.
Wie genau dieser Weg aussehen soll, blieb allerdings offen. Nach seinem siebten Platz zum Saisonauftakt im finnischen Levi reiht sich bei Straßer Enttäuschung an Enttäuschung - zumindest gemessen an den Ansprüchen des Kitzbühel- und Schladming-Siegers der vergangenen Saison.
In Val d’Isère und nun in Alta Badia schied Straßer aus, in Gurgl qualifizierte er sich nicht für den zweiten Lauf. Dabei war es "passagenweise richtig gut", befand der fünfmalige Weltcup-Sieger nach dem Rennen in den Dolomiten.
Im ersten Durchgang hatte Straßer trotz der günstigen Startnummer zwei schon 2,58 Sekunden Rückstand auf den Führenden Timon Haugan (Norwegen) angehäuft, der direkt nach ihm vor. Nur aufgrund zahlreicher Ausfälle auf der immer schlechter werdenden "Gran Risa"-Piste qualifizierte er sich als 18. für den zweiten Lauf.
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Mentale Probleme werfen Straßer zurück

Dort startete er deutlich dynamischer und angriffslustiger als noch im ersten, fädelte im letzten Drittel aber ein.
Schon nach dem ersten Durchgang hatte Straßer mit sich gehadert. "Wenn dir da ein bisschen was abgeht, dann fehlt dir die letzte Konsequenz, dass du es richtig durchziehst", sagte er gegenüber dem "BR": "Dann ziehst du immer zurück, das merke ich auch selber. So ist halt der Leistungssport, dann kriegst du halt die knallharte Rechnung sofort."
Wie sehr der Kopf aktuell eine Rolle bei Straßers aktuellen Problemen spielt, machte auch Wolfgang Maier, Alpin-Direktor des Deutschen Skiverbandes anschließend deutlich.
"Der größte Feind des Rennfahrers ist der Verstand, wenn er an dir zweifeln lässt", sagte Maier. "Man hat heute schon bei ihm gesehen, dass er einfach nicht 100 Prozent überzeugt ist von dem, was er gerade leisten kann. Deshalb kommen dann solche Fehler vor und dann auch noch das Ausscheiden dazu: Das ist sicher nicht besonders förderlich für seine mentale Verfassung."
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Verkorkster Lauf: Straßer fährt in Alta Badia hinterher

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Dopfer mahnt zur "Ruhe und Klarheit"

Warum Straßer trotzdem auf bessere Ergebnisse hoffen darf, macht ein Blick auf den Rennkalender deutlich. Der Münchner mag es traditionell steil und schwierig, wohingegen die Piste in Alta Badia einigermaßen flach und unspektakulär daherkam.
Auch Eurosport-Experte Fritz Dopfer richtete den Blick nach dem Rennen in Alta Badia schnell wieder nach vorne: "Linus ist ein begnadet-talentierter Skifahrer, ausgestattet mit einem fantastischen Gefühl. Einstellung, Fokus, Fitness - all das zeichnet ihn aus. Er ist ein arbeitender Künstler auf der Piste."
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Dopfer ist deshalb "felsenfest überzeugt, dass Linus dieser berühmte 'Wellenbrecher-Moment' in Form eines guten Resultats Anfang Januar 2025 gelingt", auch wenn er aktuell Schwierigkeiten habe, "seine skifahrerische Klasse in Ergebnisse umzumünzen".
Das Wichtigste sei nun laut Dopfer, "Ruhe und Klarheit" zu bewahren. Bis zu den Rennen in Kitzbühel und Schladming Ende Januar bleiben dem 32-Jährigen noch einige Wochen Zeit, um wieder Zutrauen in seine Fähigkeiten zu fassen.
Vor allem aber, um den so schmerzlich vermissten "Spaß" am Skifahren wiederzufinden.
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Attacke trotz Führung: Haugan rast zum Sieg in Alta Badia

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