Zuspruch für Linus Straßer - Bruno Kernen äußert scharfe Kritik an Siegerehrungen bei Olympia: "Fast respektlos"
VonNiklas Bien
Publiziert 24/02/2026 um 10:01 GMT+1 Uhr
Der frühere Abfahrts-Weltmeister Bruno Kernen hat die Stimmung bei den Olympischen Spielen kritisiert und ist damit indirekt Linus Straßer zur Seite gesprungen. Genau wie Johannes Lamparter oder Marco Odermatt hatte Straßer die fehlende Atmosphäre am Alpin-Standort Bormio kritisiert. Kernen schoss sich vor allem auf die Siegerehrungen ein, die aus seiner Sicht "fast respektlos" gewesen seien.
Exklusiv - Straßer kritisiert Olympia: "Das Erlebnis ist einfach nicht gut"
Quelle: Eurosport
Die Ski-Herren erlebten bei den Olympischen Spielen eine besonders einsame Zeit: Die Wettbewerbe der männlichen Alpin-Rennfahrer fanden rund 300 Kilometer entfernt von Cortina in Bormio statt.
Die Folge: Kaum olympischer Flair, wenig Kontakt zu Fans. Linus Straßer hatte nach dem Slalom in Bormio mit der Organisation abgerechnet.
"Die Fans sitzen auf einer Tribüne, die ist auf fünf Metern Höhe, die sind gefühlt 20 Meter Luftlinie weg. Es ist absolut steril", sagte Straßer bei Eurosport: "Als Sportler will ich Emotionen erleben. Ich will das mit denen erleben. Ich vergleiche das mit Kitzbühel, wo ich unten reinfahre, das grüne Licht sehe."
Das Erlebnis sei "einfach nicht gut" gewesen, so der 33-Jährige weiter. Superstar Odermatt schlug in eine ähnliche Kerbe: "Sogar in Peking kam mehr Olympia-Feeling auf."
Kerner kritisiert Olympia-Siegerehrungen
Der Schweizer Ski-Legende Kernen war vor allem die Siegerehrung ein Dorn im Auge. "Ich glaube, es gibt Ski-Klubs, die eine würdevollere Siegerehrung organisieren", schrieb der Abfahrt-Weltmeister von 1997 auf Instagram.
Dabei bezog sich der 53-Jährige nicht nur auf die Alpin-Wettbewerbe, sondern allgemein auf die Olympischen Spiele. Er sei bei den Silbermedaillen der Schweizer Langläuferinnen Nadja Kälin und Nadine Fähndrich "als Zaungast" vor Ort gewesen.
"Was ich heute gesehen habe, hat mich geschockt. Das war schlicht nicht olympiawürdig und meiner Meinung nach schon fast respektlos den Sportlern gegenüber", betonte Kernen.
Die abendliche Medaillenzeremonie - etwa wie üblich an einer Medal Plaza - fiel derweil komplett aus dem Programm. Nach Informationen des "Blick" soll der Schweizer Verband bereits beim IOC vorstellig geworden sein, um die traditionelle Zeremonie am Abend 2030 wieder im Programm zu haben.
Zuspruch von Team Deutschland
Genau wie Straßer zog auch Kernen den Vergleich zu prestigeträchtigen Alpin-Veranstaltungen: "Geht doch mal an eine Siegerehrung in Wengen oder Kitzbühel", empfahl der Schweizer.
Aus dem deutschen Lager hatte Straßer zuvor von Skicross-Olympiasiegerin Daniela Maier Zuspruch bekommen.
Es sei "sehr, sehr schade gewesen, dass man so eine große Distanz zu den Fans hat", so die 29-Jährige nach ihrem Gold-Triumph.
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