Zauchensee: Kira Weidle stürmt in der Abfahrt aufs Podest - Sofia Goggia stürzt bei Gut-Behrami-Sieg

Kira Weidle hat sich knapp drei Wochen vor den Olympischen Spielen in Peking eindrucksvoll in der Weltspitze zurückgemeldet. Die Starnbergerin fuhr am Samstag bei der Abfahrt in Zauchensee auf Rang zwei und holte ihr bestes Karriere-Ergebnis im Weltcup. Die Vizeweltmeisterin musste sich auf ihrer Lieblingsstrecke nur knapp der Schweizerin Lara Gut-Behrami geschlagen geben. Sofia Goggia stürzte.

Kira Weidle bei der Abfahrt in Zauchensee

Fotocredit: Getty Images

Kira Weidle lächelte beseelt, als ihr Wolfgang Maier beinahe zärtlich über den Kopf streichelte - und dort lag auch das Geheimnis ihres Erfolges. "Bei mir ist alles Kopfsache", sagte Weidle nach ihrem starken zweiten Platz bei der Abfahrt in Zauchensee, ihrem besten Weltcup-Ergebnis. Weil der Kopf der WM-Zweiten in diesem Winter bislang noch nicht wie erhofft mitgespielt hatte, kam ihr Coup am Kälberloch einem Befreiungsschlag gleich.
"Das bedeutet mir sehr viel", sagte Weidle, "vor allem, weil die ersten Rennen nicht so gelaufen sind." Ihre vierte "Stockerl"-Fahrt im Weltcup gebe "natürlich Selbstbewusstsein für Olympia" in Peking (ab 4. Februar).
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Traumfahrt aufs Podium: Weidle meldet sich eindrucksvoll zurück

Quelle: Eurosport

"Ich glaube schon, dass das Ergebnis eine Last von ihr nimmt", meinte Alpinchef Maier. Weidle habe nach dem dürftigen Saisonstart "mit sich und ihren Leistungen gehadert". Doch während etwa Speed-Queen Sofia Goggia auf der anspruchsvollen Strecke wieder einmal zu viel wollte und stürzte, fuhr Weidle taktisch clever. "Das war ein supercooles Rennen", sagte sie - genau zum richtigen Zeitpunkt: In einem Monat steigt die Olympia-Abfahrt.
Weidle, meinte Maier, habe nun bewiesen, "dass sie doch zu den absoluten Top-Läuferinnen im Abfahrtsrennsport gehört". Nur 0,10 Sekunden trennten sie von der Schweizer Tagessiegerin Lara Gut-Behrami. "Das ist nicht viel und ärgert mich ein bisschen", meinte Weidle. Doch bei der Siegerehrung war das vergessen, sie spritzte ausgelassen mit Sekt und gönnte sich einen tiefen Schluck aus der Flasche.

Befreiungsschlag nach mühsamem Saisonstart

"Zurück auf dem Podest, das ist mal die Hauptsache", sagte die 25-Jährige, "es sind ja noch ein paar Rennen in dieser Saison, auch ein paar große, wichtige. Irgendwann ist das Hundertstel-Glück wieder auf meiner Seite."
Im bisherigen Saisonverlauf war Weidle nicht einmal in die Nähe des Podiums gekommen. Der Start in Lake Louise war mit den Rängen sieben und zehn ordentlich, doch sie war alles andere als zufrieden damit. Ihre Erwartungen, berichtete sie, seien nach der WM-Medaille und dem starken Finish in der vergangenen Saison "sehr, sehr hoch" gewesen. Als die Ergebnisse sich dann nicht sofort einstellten, verkrampfte sie - der Kopf. Sie habe "zu knabbern" gehabt, sagte Maier.
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Heftiger Sturz in der Abfahrt: Olympiafavoritin Goggia crasht

Quelle: Eurosport

Zudem hatte Weidle ihre Probleme mit ihrer Rolle als deutsche Einzelkämpferin im Speedbereich. Jedes schwächere Ergebnis wiege nun schwerer, "weil der Fokus zu 100 Prozent auf mich gerichtet ist - es gibt ja niemand anderen", sagte sie. Damit habe sie lernen müssen, umzugehen. Jetzt aber, meinte sie, "kann ich es".
Geholfen habe weiteres Mentaltraining in der Weihnachtspause. In Zauchensee fuhr sie entsprechend locker und hatte "richtig Spaß" am Skifahren. "Das", sagte Weidle und grinste, "ist bei mir der Schlüssel zum Erfolg."
(mit SID)
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"Wie aus einem Guss!" Gut-Behrami schnappt Weidle den Sieg weg

Quelle: Eurosport

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