Abfahrer Andreas Sander wegen Fehlfunktion der Mitochondrien vor Saison-Aus: "Gesundheitssituation ist sehr schlecht"

Andreas Sander hat im Gespräch mit Eurosport Einblicke in seine Mitochondrien-Erkrankung gegeben, die er am Mittwoch öffentlich gemacht hatte. "Die Gesundheitssituation ist bei mir sehr schlecht. Sie war am Anfang der Vorbereitung schon schlecht, ist über den Sommer dann noch schlechter geworden", sagte der 35-Jährige am Rande der Einkleidung der Athleten des Deutschen Ski-Verbandes.

Sander exklusiv: "Situation hat sich leider verschlechtert"

Quelle: Eurosport

"Deshalb ist man medizinisch auf die Suche gegangen und mittlerweile weiß man es. Die Situation hat sich leider verschlechtert. Momentan ist es so schlecht, dass es mir sogar verboten ist, Sport zu treiben, bis sich die Situation medizinisch verbessert" erklärte er gegenüber Eurosport.
Der Gewinner von Abfahrtssilber bei der WM 2021 in Cortina d'Ampezzo ging auch auf die Hintergründe seiner gesundheitlichen Problems ein: "Es gibt keine direkte Krankheit, es sind mitochondriale Dysfunktionen. Die Mitochondrien funktionieren schlecht oder es sind zu wenige da."
Mitochondrien sind Bestandteil menschlicher Zellen, die zur Energiegewinnung dienen. Sie sind auch als "Kraftwerke des Körpers" bekannt. Weil diese Funktion gestört ist, kann Sanders Körper "keine Energie produzieren und ist damit infektanfällig".
Das gehe schon "seit zwei Jahren" so. "Jetzt kam der Hammer, der das ganze Thema lahmgelegt hat und zwar so richtig", schilderte der Ennepetaler.

Rücktritt für Sander kein Thema

Eigentlich hatte er auf eine Verbesserung durch Training gehofft. Jedoch: "Mein Körper hat das nicht geschafft und die Situation ist dann doch brenzliger oder schlechter gewesen, als zuerst angenommen." Die Situation habe man "bis jetzt noch nicht in den Griff bekommen".
Er sei aber "optimistisch und in guten Händen. Ich bin top betreut, die Mediziner um mich herum geben alles", meinte der Speed-Spezialist, der auf eine baldige Schnee-Rückkehr hofft: "Wenn ich das 'Go' von medizinischer Seite habe, werde ich alles versuchen, irgendwie noch in die Saison einzusteigen."
Ein Rücktritt aus dem Ski-Zirkus sei für ihn noch kein Thema: "Ich habe mich tatsächlich nicht mit einem Karriereende befasst."
Zwar komme er der Ski-Rente näher, aber: "Mein Körper hat grundsätzlich immer extrem gut funktioniert. "Außerdem habe er im vergangenen halben Jahr "viel gelernt", so etwa im Gebiet der "Regenerationsoptimierung oder im mentalen Bereich".

Sander gibt sich optimistisch

Es reize ihn, diese Dinge nochmal im Athletenalltag auszuprobieren. "Wenn das wieder geht, kann es sein, dass mein Körper so gut funktioniert, wie er noch nie funktioniert hat", zeigt sich Sander optimistisch: "Das ist mein großes Ziel und deshalb schaue ich noch nicht auf ein Karriereende."
Sein Fokus liege darauf, "wieder gesund zu werden. Wenn mein Körper irgendwann sagt, Sport ist auf diesem Niveau nicht mehr machbar, dann werde ich das akzeptieren."
Sein Plan sei es, diese oder nächste Saison "wieder voll zurückzukommen und noch das eine oder andere Jahr zu fahren. Darauf habe ich Lust, das ist mein Ziel. Wenn das nicht funktioniert, dann mach ich mir sicher Gedanken über ein Karriereende – aktuell aber nicht."
Die Weltcup-Saison der Alpinen startet am kommenden Wochenende in Sölden mit dem Riesenslalom der Frauen am Samstag und der Männer am Sonntag (live bei Eurosport). Für die Speed-Fahrer beginnt der Winter dann mit den Rennen in Beaver Creek (6. Dezember - 8. Dezember)

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Quelle: Eurosport


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