Ski Alpin: Romed Baumann will nächstes DSV-Debakel abwehren - deutsche Abfahrer haben an vielen Schrauben gedreht
Update 29/10/2024 um 08:08 GMT+1 Uhr
Für die Speed-Herren des Deutschen Skiverbandes (DSV) kann es in der neuen Weltcup-Saison nur nach oben gehen. Im exklusiven Interview mit Eurosport spricht DSV-Abfahrer Romed Baumann von seinen Zielen für den Winter und gibt einen Einblick in seine Vorbereitung. Das letztjährige Debakel soll sich möglichst nicht wiederholen: "Wir haben an sehr vielen Schrauben gedreht", erklärt er.
Baumann blickt nach vorn: "Hab mich nicht wiedererkannt"
Quelle: Eurosport
Ein einziges Mal reichte es für einen deutschen Speed-Fahrer in der vergangenen Saison zu einem Platz in den Top 10.
Im Dezember 2023 fuhr Romed Baumann beim Weltcup im italienischen Gröden auf Rang neun. In den darauffolgenden Wochen waren die DSV-Athleten nur unter ferner liefen.
"Letztes Jahr war einfach der Hund drin", blickt Baumann im exklusiven Interview mit Eurosport zurück. "Ob beim Material, Training oder bei irgendwelchen Tests - wir haben an sehr vielen Schrauben gedreht und versucht einen Schritt nach vorne zu machen."
So habe man sich wieder auf die wesentlichen Dinge im Skisport konzentriert und das Problem an der Wurzel gepackt. "Hoffentlich bringt dieser Weg dann auch den Erfolg mit sich."
Baumann: "Erkannte mich nicht wieder"
DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier hatte Baumann und Co. im zurückliegenden Winter phasenweise Passivität vorgeworfen, dem Abfahrtsteam habe es an Entschlossenheit und Fokus gefehlt.
Mit dieser Kritik zeigt sich Baumann d'accord. "Wenn ich die TV-Bilder gesehen habe, erkannte ich mich selbst zum Teil nicht wieder", führt er aus. "Wenn man im Flow ist, gelingt vieles leichter. Im letzten Jahr war das Gegenteil der Fall."
Baumann habe sich dann schließlich in einem Negativstrudel wiedergefunden. "Bei schlechter Performance fühlt man sich auch schlecht und attackiert nicht", unterstreicht er. "Dementsprechend hat Wolfgang Recht gehabt."
Für die aktuelle Saison verfolgt Baumann ein konkretes Ziel: die Weltmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm. "Das ist definitiv ein Ziel", so der 38-Jährige. "Aber zunächst will ich mich bei den Startnummern nach vorne arbeiten. Bevor das nicht der Fall ist, müssen wir nicht über die WM reden."
Sander: "Haben Schlüsse gezogen"
Beim Weltcup-Start der Speed-Herren in Beaver Creek (3. bis 8. Dezember live und on-demand bei discovery+) wird Andreas Sander nicht dabei sein. Der Vizeweltmeister von 2021 wurde von einer Mitochondrien-Erkankung außer Gefecht gesetzt.
Daher wird er den Einsatz seiner Teamkollegen nur vor dem Bildschirm miterleben - und traut ihnen die allmähliche Rückkehr in die Weltspitze zu.
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Sander exklusiv: "Situation hat sich leider verschlechtert"
Quelle: Eurosport
"Grundsätzlich hoffe ich auf eine richtige Reaktion auf die letzte Saison", sagt der 35-Jährige bei Eurosport. "Wir haben uns als Team zusammengesetzt und haben Schlüsse aus dem Winter gezogen. Wir sind zwar Einzelsportler, aber wir müssen uns in der Mannschaft einfach noch mehr pushen."
Vor dem DSV-Team steht laut Sander jedoch ein langer Weg. "Wir verstehen uns alle gut, aber wollen die Dynamik in unserem kleinen Team nutzen. Wenn das funktioniert, wird das vielleicht nicht im ersten Rennen zu sehen sein, aber wir werden sicher in der Folge wieder stärker sein."
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