Fritz Dopfer exklusiv im Eurosport-Interview über Coup von Andreas Sander: "Eine beeindruckende Statistik!"

Andreas Sander raste in seinem 179. Weltcup-Rennen erstmals in seiner Laufbahn auf das Podium. Ein Wimpernschlag von 0,05 Sekunden fehlte zum Sieg im Super-G von Aspen, bei dem er sich nur Marco Odermatt geschlagen geben musste. Eurosport-Experte Fritz Dopfer erklärt die Formsteigerung des 33-jährigen Speed-Spezialisten und spricht über die Mentalität in der Mannschaft des Deutschen Skiverbandes.

Ein Wimpernschlag zu Odermatt! Sander knallt furiosen Lauf hin

Quelle: Eurosport

Fritz Dopfer bejubelte den Husarenritt seines ehemaligen Teamkollegen im US-amerikanischen Nobelskiort bereits live am Eurosport-Mikrofon an der Seite von Kommentator Guido Heuber: "Es freut mich riesig, dass Andi im Rennen endlich seine Leistung komplett abrufen konnte", damit gehöre Sander zur "Weltspitze" im Super-G.
Schließlich hatte der Deutsche mit Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen auch die momentane Nummer 1 im Speed-Bereich bei den Herren hinter sich gelassen.
Sander ging am 13. März 2008 im Alter von 18 Jahren beim Super-G in Bormio erstmals im Weltcup an den Start. Hannes Reichelt aus Österreich gewann damals, und die Mitbewerber hießen Hermann Maier oder Bode Miller. Sander? Schied aus. Es folgten weitere 178 Rennen im Weltcup, sieben Mal kam er dabei unter die ersten Fünf, zweimal wurde er Vierter. Vor zwei Jahren schien dann der Knoten endlich geplatzt zu sein. Sander fuhr bei der WM in Cortina d'Ampezzo fast wie aus dem Nichts zu Silber in der Abfahrt.
Eurosport-Experte Fritz Dopfer nennt in unserem Format "Drei Fragen an ..." die Gründe für den Sander-Coup und spricht über die Persönlichkeit des langjährigen Spezialisten in Abfahrt und Super-G:
Woran liegt die Formsteigerung im Februar und jetzt auch im März, nachdem es für Andreas Sander zuvor in dieser Saison eher durchwachsen lief?
Fritz Dopfer: "Vorneweg - die Leistung von Andi am Sonntag war überragend. Dieses Commitment, dieser Drang schneller werden zu wollen, über den gesamten Lauf hinweg, haben mir extrem imponiert. Er war im Flachstück schneller als Marco Odermatt und auch im technisch anspruchsvollen Teil der Strecke konnte er dem Schweizer Saisondominator als einziger Athlet Paroli bieten.
Sander ist 33 Jahre alt und damit einerseits im besten Alter eines Speed-Spezialisten, andererseits im Herbst seiner Karriere. Was fehlt ihm, um eine Saison konstant auf Weltklasse-Niveau durchzufahren?
Dopfer: "Er ist bereits seit einigen Jahren im Speed-Bereich in der Weltspitze. Was mich bei ihm beeindruckt, ist seine zielstrebige und selbstkritische Art. Bei seinem Interview gestern sagte er, dass er einerseits sehr zufrieden mit seiner ersten Podestplatzierung im Weltcup sei, andererseits aber auch ein kleiner Fehler in seiner Fahrt drin war. Das beschreibt ihn gut: Im Moment des Erfolgs versprüht er Freude und bleibt gleichzeitig sachlich sowie reflektiert."
Wolfgang Maier hat unter anderem Sander und Josef Ferstl vor der WM durch die Blume kritisiert, weil sie nicht zu den "Killern" im DSV-Team gehören würden. Wie beurteilen Sie die Mentalität von Sander?
Dopfer: "Als ehemaliger Leistungssportler erlebte ich, dass eine positive, eine vertrauensvolle und vor allem eine leistungsorientierte Atmosphäre innerhalb eines Teams immer Basis für Erfolg ist. In diesem Sinne bin ich felsenfest davon überzeugt, dass die deutsche Speed-Mannschaft auch weiterhin Top-Leistungen abliefern wird."
picture

Sander zwischen Superstars Odermatt und Kilde - die Highlights

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung