Weltcup-Abfahrt in Bormio: Franzose Cyprien Sarrazin sticht Favoriten auf Stelvio aus - Stürze beim Klassiker

Stürze und einen Überraschungssieger gab es beim Abfahrtsklassiker auf der Stelvio in Bormio: Der Franzose Cyprien Sarrazin jubelte am Ende in Italien, während sich die vier deutschen Abfahrer am Donnerstag nicht in den Top 15 platzieren konnten. Überschattet wurde das Rennen vom schweren Sturz des Mitfavoriten Marco Schwarz, der Österreicher musste mit dem Hubschrauber abtransportiert werden.

Sensationsfahrt auf der Stelvio: Sarrazin rast zum Abfahrtssieg

Quelle: Eurosport

Mit Startnummer vier gelang Sarrazin ein Traumlauf bei absolutem Höchsttempo, über 112 km/h betrug seine Durchschnittsgeschwindigkeit. Seine Marke von 1:50,73 Minuten für die 3,6 Kilometer lange Strecke konnte kein Konkurrent mehr knacken, auch wenn ihm Marco Odermatt bis auf 0,09 Sekunden nahekam. Der Schweizer Doppel-Weltmeister verpasste seinen ersten Weltcup-Sieg in der alpinen Königsdisziplin damit nur minimal und freute sich im Anschluss am Eurosport-Mikrofon über "eines seiner besten Rennen überhaupt".
Auch Sarrazin jubelte im Ziel: "Ich habe mich vom ersten Tor an großartig gefühlt", sagte der 29-Jährige, der 2016 einst einen Parallel-Riesenslalom in Alta Badia gewonnen hatte, in der Königsdisziplin aber bislang erst dreimal unter die ersten Zehn gefahren war.
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Hundertstel-Krimi bei Highspeed: Odermatt jagt Bestzeit in Bormio

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Dreßen fehlt - Deutsche weit zurück

Platz drei belegte mit großem Abstand der Kanadier Cameron Alexander (+1,23), bester Deutscher war Andreas Sander (19./+2,91), der das Rennen eröffnet hatte. Der WM-Zweite von 2021 lächelte dennoch - vor allem, weil er noch immer mit den Nachwirkungen eines schweren Sturzes vor zwei Wochen in Gröden kämpft. "Ich bin gar nicht so unzufrieden", sagte er in der "ARD".
Romed Baumann schied bereits in der ersten Kurve aus, Simon Jocher wurde 21. (+2,98), Josef Ferstl 39. (+4,01). Thomas Dreßen ging erkrankt nicht an den Start.

Stürze auf der Stelvio - Sorge um Schwarz

Neben Baumann konnte auch Mitfavorit Aleksander Aamodt Kilde die traditionell herausfordernde Eisbahn unweit des Stilfserjochs nicht bezwingen: Er stoppte seine Fahrt, weil ihm ein Stein eine Kante des Skis beschädigt hatte. Auch Lokalmatador Dominik Paris kam nach starken Zwischenzeiten nicht ins Ziel. Am schlimmsten aber erwischte es Schwarz: Der Führende im Gesamtweltcup verlor bei einem Rechtsschwung die Kontrolle, stürzte ins Fangnetz und verletzte sich dabei offenkundig am rechten Bein. Ein Helikopter flog ihn aus.
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Schwarz stürzt böse und muss mit dem Helikopter ins Krankenhaus

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Der Sturz von Schwarz drückte den Konkurrenten arg aufs Gemüt. Dennoch gab es auch Lob für den Sieger, der zuletzt vor vier Jahren bei einem Riesenslalom in Alta Badia auf dem Podium gestanden hatte - in Gröden war mit Rang vier sein bisher bestes Resultat in einer Abfahrt gelungen. "Ich habe", betonte der WM-Zweite Kilde, "noch nicht so oft einen so guten Lauf in Bormio gesehen, das war von oben bis unten ganz sauber. Auch Odermatt: unglaublich."
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Sturz nach Traumstart: Paris verpasst Podest in Bormio

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Sander findet Maier-Kritik "völlig okay"

Pech für Sander: Mit zunehmender Renndauer wurde die Sicht auf der gewöhnlich stockdunklen Stelvio zunehmend besser, die Zeiten spät gestarteter Konkurrenten wurden daher besser. Das konnte die anderen Deutschen allerdings nicht so gut nutzen wie etwa der Schweizer Justin Murisier, der noch auf Platz vier vor den besten Österreicher Vincent Kriechmayer fuhr.
Sander hatte auch noch die Kritik von DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier im Ohr, der nach den ernüchternden deutschen Ergebnissen in Gröden seinen Abfahrern vorgeworfen hatte, sie seien zu passiv unterwegs: "Es heißt ja Rennfahrer und nicht Schönfahrer." Das sei "völlig okay" gewesen, betonte Sander. Baumann jedenfalls ging "super motiviert" auf die Piste, musste allerdings nur wenige Sekunden nach dem Start abschwingen.
Im Gesamtweltcup führt Odermatt nun klar vor Schwarz, Sarrazin katapultierte sich auf Rang drei nach neun der 41 Rennen. Auch Im Abfahrtsweltcup führt der Eidgenosse nun, dort allerdings knapp vor seinen ersten beiden Verfolgern.
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(mit SID)
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Stelvio zeigt ihre Zähne: Kilde muss Fahrt abbrechen

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