Gino Caviezel und Josua Mettler kritisieren Pistenbedingungen in Bormio nach schweren Stürzen- "Extrem gefährlich"
VonNiklas Bien
Update 23/04/2025 um 16:06 GMT+2 Uhr
Gino Caviezel und Josua Mettler haben sich extrem kritisch über die Pistenbedingungen beim Ski-Weltcup in Bormio Ende des vergangenen Jahres geäußert. Die beiden Schweizer waren an unterschiedlichen Stellen gestürzt und mussten die Saison schwer verletzt abbrechen. Vor allem die ungleichmäßige Präparierung habe die künftige Olympia-Piste "extrem gefährlich" gemacht, wie Caviezel betonte.
Heftige Abflüge: Negomir und Mettler stürzen an Sarrazin-Stelle
Quelle: Eurosport
Das Weltcup-Rennen von Bormio kurz vor dem Jahreswechsel hat Spuren hinterlassen - die Saison von Gino Caviezel und Josua Mettler war nach schweren Stürzen auf der norditalienischen Piste vorzeitig beendet.
Mettler hatte beim Abfahrtstraining die Kontrolle verloren, war in den Fangzaun geflogen und musste mit zwei gerissenen Kreuzbändern, einem Innenbandriss und einem Meniskusriss abtransportiert werden. Übrigens an der gleichen Stelle wie Cyprien Sarrazin, der eine Hirnblutung erlitt, mittlerweile aber wieder trainieren kann.
Caviezel fädelte im Super-G ein, blieb hängen und erlitt im Grunde einen Totalschaden in seinem rechten Knie.
Nun erheben die beiden Schweizer schwere Vorwürfe und kritisieren vor allem die Pistenbedingungen in Bormio.
Unberechenbare Piste in Bormio
"Ich habe die Rennen in Bormio bis dahin sehr gerne gehabt, aber bei der letzten Austragung dieses Speed-Klassikers wurde alles übertrieben", sagte Caviezel im Gespräch mit dem "Blick".
Die Piste sei ungleichmäßig gewässert gewesen, so hätten sich eisige Passagen mit aggressivem Schnee abgewechselt. Das sei "extrem gefährlich", wie Caviezel klarstellte, den es zuvor schon irritiert hatte, dass "rund 50 Lastwagen Schnee aus einem anderen Skigebiet angekarrt wurden".

Gino Caviezel wurde nach seinem schweren Sturz in Bormio vom Hubschrauber abtransportiert.
Fotocredit: Getty Images
Erst nach seinem folgenschweren Lauf, bei dem er eine "schnelle, aber keine halsbrecherische Linie" wählte, sei die Piste entsprechend präpariert worden.
"Nach meinem Unfall wurde die Piste bei dieser Passage während einer halben Stunde ausgebessert. Das sagt alles über den Zustand der Strecke vor meinem Start aus", polterte 32-Jährige.
Mettler: "Habe keinen Fehler begangen"
Mettler bestätigte die Kritik seines Leidgenossen. "Die Schneeverhältnisse haben alle zwanzig Meter gewechselt", sagte er.
"Wenn ich am Start einer Abfahrt stehe, muss ich die hundertprozentige Sicherheit haben, dass ich gesund ins Ziel komme, wenn ich keinen Fehler begehe. Und in diesem Abfahrts-Training habe ich keinen Fehler begangen", so der Gesamtsieger des Europacups von 2023.
Mittlerweile haben beide in ihrer Reha beachtliche Fortschritte gemacht und hoffen auf ein Comeback im kommenden Olympia-Winter.
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Quelle: Eurosport
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