Marco Odermatt warnt vor "gefährlichem Problem": Training für erste Abfahrten "bringt uns beim besten Willen nichts"

Die Vorbereitung der Schweizer Skirennfahrer auf die ersten Speed-Weltcups des Olympia-Winters läuft alles andere als ideal: Marco Odermatt und sein Coach Helmut Krug beanstandeten nun die Trainingsmöglichkeiten in Beaver Creek, die kaum Ähnlichkeit mit der anspruchsvollen Birds-of-Prey-Abfahrt aufweisen. "Das bringt uns beim besten Willen nichts", fällte der Superstar ein vernichtendes Urteil.

Odermatt glänzt im Super-G: Schweizer siegt auf Birds of Prey

Quelle: Eurosport

Trainer Krug zeigte sich nach rund eineinhalb Trainingswochen gegenüber der Schweizer Zeitung "Blick" frustriert. Für den Schweizer hatten die Trainingsbedingungen mit einer Weltcup-Abfahrt wenig zu tun.
Man müsse auf einer Piste arbeiten, "die aus sechs Gleitkurven besteht", was für die Rennen in Beaver Creek Anfang Dezember "weit weg" von einer idealen Vorbereitung sei.
Auch Marco Odermatt stimmte seinem Coach im Gespräch mit dem "Blick" zu. "Wir benötigen für eine Abfahrt auf dieser Piste gerade mal 28 Sekunden. Davon gehen rund zehn Sekunden für Stockstöße und Schlittschuhschritte drauf. Das bringt uns im Hinblick zu den Rennen auf der Birds of Prey beim besten Willen nichts."
Der Grund für die Misere liegt laut Odermatt in einer Kombination aus dem ungewöhnlich warmen Spätherbst und der aufwändigen Präparation der Weltcup-Strecke, auf der in den kommenden Tagen gleich vier Weltcup-Rennen stattfinden sollen. Entsprechend standen den Athleten zuletzt nur kurze Abschnitte für die Trainings zur Verfügung.
In Beaver Creek finden Anfang Dezember die ersten beiden Weltcup-Abfahrten statt, zuvor wird in Copper Mountain ein Super-G ausgetragen.

Monney und von Allmen profitieren von Sommertraining

Die Schweizer Speed-Spezialisten wie Franjo von Allmen und Alexis Monney können den Engpass noch verschmerzen. Sie hatten im Sommer in Zermatt sowie während eines Trainingslagers in Chile bereits wertvolle Abfahrtskilometer gesammelt.
Odermatt selbst hatte sich allerdings auf den Riesenslalom in Sölden konzentriert. "Mein letztes richtiges Abfahrtstraining habe ich in der zweiten Septemberwoche absolviert. Darum wäre es für mich schon wichtig gewesen, wenn ich in Copper noch ein paar richtig gute Abfahrts-Tage gehabt hätte."
picture

Odermatt schlägt Schwarz zum Auftakt im Riesenslalom

Quelle: Eurosport

Odermatt bereitet geringes Pensum Sorgen

Trotzdem blickt der Nidwaldner optimistisch auf Beaver Creek. Er traue sich "dennoch einiges" zu. Sorgen bereitet ihm eher das geringe Trainingspensum der weniger Erfahrenen: "Für junge, unerfahrene Athleten könnte das auf der Birds of Prey zu einem gefährlichen Problem werden."
Für einen Moment der Auflockerung sorgte Österreichs Abfahrtschef Andi Evers, der die schwierige Lage kommentierte: "Wir fahren auf unserer Trainingsstrecke länger als 28 Sekunden. Aber nicht, weil wir in Copper eine längere Strecke gefunden haben, sondern weil wir langsamer als die Schweizer sind."

Nef überzeugt im Slalom

Während die Speed-Fraktion mit den Bedingungen kämpft, liefert Slalomfahrer Tanguy Nef solide Resultate, bleibt aber weiterhin ohne Podestplatz. In Gurgl fuhr der Schweizer mit zwei beständigen Läufen auf Rang fünf. Zur Halbzeit noch Dritter, ging er im Finale bewusst nicht das volle Risiko ein.
Im Vergleich zum Marcel Hirscher, der oft mit maximalem Angriff siegte, betont Nef gegenüber "Blick", dass ihm dafür noch die mentale Selbstverständlichkeit fehle. "Ich bin nicht wie Marcel Hirscher. Er hat vorher acht Kugeln gewonnen und unzählige Podestplätze geholt, dann kann man das schon wagen."
picture

Shiffrin: "Das war eine wirklich nette Überraschung"

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung