Lindsey Vonn stürzt bei Abfahrt in Crans-Montana: Speed-Queen landet im Fangnetz - Rennabbruch nach sechs Läuferinnen
VonThomas Gaber
Update 30/01/2026 um 18:02 GMT+1 Uhr
Lindsey Vonn ist bei der letzten Abfahrt vor den Olympischen Spielen schwer gestürzt. Die Skirennläuferin aus den USA verlor beim Weltcup-Rennen in Crans-Montana nach dem ersten Sprung das Gleichgewicht, geriet in Rückenlage und schlug schließlich im Fangnetz ein. Ob sie sich verletzte, blieb zunächst unklar. Das Rennen wurde anschließend wegen schlechter Sicht abgebrochen.
Schock vor Olympia: Vonn stürzt in der Abfahrt von Crans-Montana
Quelle: Eurosport
Vonn blieb anfangs schwer atmend im Schnee liegen, richtete sich aber bald auf. Nach einigen Minuten Behandlungszeit konnte sie selbstständig ins Tal fahren.
Unterwegs blieb sie allerdings mehrmals stehen und hielt sich ihr linkes Knie. Die Teilprothese, die ihr das erfolgreiche Comeback ermöglichte, hat sie rechts. Im Ziel schüttelte Vonn den Kopf, winkte ins Publikum und verschwand anschließend im Untersuchungszelt.
Wenig später wurde die 41-Jährige dann doch noch mit einem Helikopter ins Krankenhaus transportiert. Nähere Angaben zu möglichen Verletzungen wollte aber auch ihr Trainer Aksel Lund Svindal nicht machen.
"Ich hoffe, es geht ihr gut. Wir sind aber nicht ganz sicher", sagte der Norweger im "ORF": "Lindsey wird jetzt untersucht und dann schauen wir weiter. Ein bisschen Schmerzen hat sie schon, aber ich bleibe positiv und hoffe, dass es bei Schmerzen bleibt, aber nichts gerissen ist."
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Vonn mit Helikopter abtransportiert: Große Sorge um Superstar
Quelle: Eurosport
Svindal über Vonn: "Hoffen, dass es in Ordnung ist"
Es sei der linke Fuß, der bei dem Crash in Mitleidenschaft gezogen worden sei, erklärte Svindal und meinte weiter: "Jetzt lassen wir die Experten Untersuchungen durchführen und dann hoffen wir, dass es in Ordnung ist."
Der Rennabbruch war nach Meinung des Norwegers "die richtige Entscheidung." Offenbar hatten die Verantwortlichen in Crans-Montana die Pistenverhältnisse und die Kurssetzung nach dem ersten Training unterschätzt. Schließlich blieb es bei einem Übungslauf, weil das zweite Training abgesagt wurde.
"Das war vielleicht eine Strecke, die im ersten Training, wo man etwas besonnener an die Sache ran geht, okay war. Und heute fahren die Frauen mit Renntempo hinunter und dann war vielleicht die Mischung aus den äußeren Bedingungen und der Kurssetzung nicht so gut. Fünfzig Prozent der Fahrerinnen im Ziel zu sehen und die fünfzig Prozenz im Netz, das ist nicht schön", so Svindal.
Vor Vonn, die mit der Startnummer fünf auf die anspruchsvolle Piste "Mont Lachaux" gegangen war, stürzten bereits zwei weitere Athletinnen.
Die Österreicherin Nina Ortlieb kam mit einem "blauen Fleck am Kinn" davon, wie sie im "ORF" erzählte. Marte Monsen musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden, die Norwegerin klagte später über Knieschmerzen und wird für weitere Untersuchungen in die Heimat fliegen.
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Vorsichtige Entwarnung: Lindsey Vonn selbstständig ins Ziel fahren
Fotocredit: Getty Images
Rennabbruch sorgt für Unverständnis
"Crans-Montana war schon immer eine schwierige Abfahrt, die ein gewisses Limit von den Frauen fordert", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier im "ZDF": "Die Präparation ist nicht schlecht, aber nicht ganz gleichmäßig, das ist eine extreme Herausforderung." Die Stürze führte er auf "individuelle skifahrerische Fehler" zurück.
FIS-Renndirektor Peter Gerdol erklärte im "ORF" und im Eurosport-Interview die schlechte Sicht zum Grund für den Abbruch: "In den letzten Stunden hat sich aber die Sicht immer mehr verschlechtert. Dadurch konnten die Athletinnen die richtige Linie nicht mehr erkennen. Wir haben das Feedback von den Vorläufern bekommen, dass sie die Rennlinie auf der Piste nicht mehr erkannt haben."
Zudem hätten Meteorologen bestätigt, dass die Sicht sich noch weiter hätte verschlechtern sollen, so Gerdol weiter, daher sei die Entscheidung zum Abbruch gefallen: "Wir ziehen es vor, im Sinne der Sicherheit der Athleten nicht zu viel zu riskieren."
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Exklusiv: FIS-Renndirektor erklärt Abbruch der Damen-Abfahrt
Quelle: Eurosport
Weidle-Winkelmann nach Abbruch: "Lächerlich"
Derweil sorgte der Abbruch des Rennens für Unverständnis bei einigen Läuferinnen. Die DSV-Asse Kira Weidle-Winkelmann ("Das ist lächerlich") und Emma Aicher sowie die Italienerin Laura Pirovano ärgerten sich über die Entscheidung der FIS - zumal Athletinnen-Sprecherin Pirovano dazu offenbar gar nicht befragt worden war.
Zudem soll sich der Vorläufer, der nach dem Vonn-Sturz runterfuhr, gegen eine Fortsetzung des Rennens ausgesprochen haben.
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Uneinigkeit bei Fahrerinnen: Rennabbruch sorgt für Diskussionen
Quelle: Eurosport
Wiles etgegnet: "Hat sich nicht verrückt angefühlt"
"Es hat sich nicht wie irgendetwas Verrücktes angefühlt", sagte Jacqueline Wiles (USA), die zu diesem Zeitpunkt in Führung lag und Vonn im Ziel getröstet hatte, über ihre Fahrt.
Wiles zeigte aber auch Verständnis für die Rennjury: "Es ist ein harter Tag. Man sollte jede schützen." Ortlieb ergänzte im "ORF": "Wenn die beste Skifahrerin, Lindsey Vonn, auch scheitert, dann zeigt das schon, dass die Piste aktuell sehr anspruchsvoll ist."
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(mit SID)
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Mit Startnummer eins ins Fangnetz: Ortlieb stürzt böse
Quelle: Eurosport
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