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Neureuther kritisiert FIS scharf: "Das Parallel-Gedöns muss weg"

Neureuther kritisiert FIS scharf: "Das Parallel-Gedöns muss weg"
Von Eurosport

11/02/2020 um 15:48Aktualisiert 11/02/2020 um 16:08

Der frühere Skirennläufer Felix Neureuther hat scharfe Kritik an den Parallel-Rennen im Weltcup geübt und deren Abschaffung gefordert. "Dieses ganze Parallel-Gedöns! Dass das Teil des Weltcups ist, das ist der größte Schwachsinn aller Zeiten", sagte der "ARD"-Experte der österreichischen "Kronen"-Zeitung: "Das hat nichts mit diesem Skisport zu tun, den wir lieben. Das muss weg vom Weltcup!"

Neureuther: "Wir sind doch keine Snowboarder"

Neureuther wäre sicherlich dabei, hätte er sich nicht im vergangenen Frühjahr vom aktiven Sport zurückgezogen. Doch auch als "ARD"-Experte sorgt er sich um die Zukunft seiner ewigen Liebe. Von den Parallel-Rennen, das machte er überdeutlich, hält er gar nichts. "Nur pushen, pushen, pushen und ein, zwei Übergänge. Wir sind doch keine Snowboarder", sagte er: "Die Kunst, sich auf diesen schmalen Dingern zu bewegen, muss wieder in den Vordergrund rücken. Bitte, liebe Leute von der FIS, das muss gestoppt werden."

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Doch der Internationale Skiverband (FIS) setzt im Werben um ein jüngeres Publikum seit geraumer Zeit unbeirrt auf neue Formate wie den Team Event, Parallel-Slaloms oder -Riesenslaloms. Bereits seit 2005 wird im Mannschaftswettbewerb um WM-Medaillen gefahren, seit 2018 ist er olympisch. Im Einzel soll 2021 in Cortina d'Ampezzo erstmals um den WM-Titel gefahren werden.

Meillard freut sich nur verhalten über Kristallkugel

In dieser Saison wird sogar erstmals eine eigene Kristallkugel für die Parallel-Besten vergeben - bei den Männern nach nur zwei (bereits absolvierten) Rennen, bei den Frauen nach drei. Der Schweizer Loic Meillard, der die Gesamtwertung mit seinem ersten Weltcup-Sieg in Chamonix gewann, kann dem wenig abgewinnen. "Die Kristallkugel ist sicher etwas Schönes, aber ich hätte lieber eine im Slalom oder Riesenslalom. Die Kugel soll ja den Besten der Saison auszeichnen", sagte er.

Grundsätzlich, sagen viele Vertreter aus der Szene, sei der Weg hin zum direkten Duell ein richtiger Schritt. Die Umsetzung aber sei misslungen, meint etwa der zweimalige Olympiasieger Ted Ligety, ein Kumpel Neureuthers. Aktuell stören sich zahlreiche Athleten daran, dass die Finalrunden nur noch in einem Lauf auf unterschiedlich schnellen Kursen ausgefahren werden. Glück bei der Auslosung, meinte Pinturault, sei wichtiger als sportliche Leistung.

Neureuther will zurück in alte Zeiten

Für Neureuther wäre "weniger mehr". Er schlägt eine Rückkehr "zu den Zeiten meiner Eltern" vor: "Zehn Abfahrten, zehn Riesentorläufe, zehn Slaloms. (...) Gefahren wird an den richtig geilen Traditionsorten: Kitz, Schladming, Garmisch, Bormio, St. Moritz, Wengen, Beaver Creek. Freitag Nachtslalom, Samstag Abfahrt, Sonntag Riesentorlauf."

(SID)

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