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"Fühle mich betrogen": Parallel-Riesenslalom erhitzt die Gemüter

"Fühle mich betrogen": Parallel-Riesenslalom erhitzt die Gemüter

10/02/2020 um 15:16Aktualisiert 10/02/2020 um 15:17

Der Parallel-Riesenslalom von Chamonix brachte seine Teilnehmer in Rage. Zum einen war ein deutlicher Vorteil der blauen gegenüber der roten Strecke zu erkennen, zum anderen enthielt die Piste einen gefährlichen Hügel, der mehrere Stürze und fast einen Crash zwischen zwei Fahrern verursachte. Die aufgebrachten Sportler ließen anschließend ihren Emotionen in den sozialen Netzwerken freien Lauf.

Allen voran beschwerte sich der Franzose Alexis Pinturault über die Bedingungen des Rennens, das mit einem Schweizer Doppelsieg von Loic Meillard und Thomas Tumler endete. Der 28-Jährige, der im Achtelfinale auf der roten Strecke überraschend an Alexander Schmid aus Deutschland scheiterte, wütete nach dem Rennen auf "Instagram" und "Twitter": "Heute fühle ich mich betrogen. Wir Athleten wurden als Spielfiguren einer Show und nicht als Schauspieler einer Sportart angesehen", kritisierte der Silbermedaillen-Gewinner aus Pyeongchang und fragte daraufhin:

"Seit wann hat im Sport das Glück Vorrang vor der Leistung?"

13 Ausfälle in Chamonix

In Chamonix kam es insgesamt zu 13 Ausfällen, die vor allem ein gefährlicher Hügel verursachte. Am brenzligsten wurde es dabei im Halbfinale zwischen dem US-Amerikaner Tommy Ford und Thomas Tumler aus der Schweiz, als Ford nach dem Hügel abrutschte und auf die Bahn seines Gegners rutschte. Durch die schnelle Reaktion der Fahrer blieben beide glücklicherweise unversehrt.

Hier der Beinahe-Crash im Video:

Video - "Sowas kann brutale Verletzungen geben": Ford und Tumler mit Beinahe-Crash

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Pinturault machte sich daher auch Gedanken über das Risiko des Wettbewerbs. "Und wie gefährlich ist dieses Format, über das wir sprechen?", hinterfragte er den Parallel-Riesenslalom und forderte indirekt mehr Aufmerksamkeit von der FIS: "Wann werden die Worte der Athleten berücksichtigt?"

Henrik Kristoffersen teilte den Beitrag seines Konkurrenten und schrieb, dass er "total zustimmt". Daniel Yule fragt die beiden sogar, ob sie einen Boykott planen möchten.

Pinturault erntet Zustimmung

Auch von anderen Kollegen erntete der zweifache Weltmeister viel Unterstützung und Zustimmung. "Seltsamerweise bin ich froh, nach dieser Veranstaltung gesund zu sein! Ist das die Zukunft unseres Sports?", schrieb der in der Qualifikation gescheiterte Schweizer Justin Murisier auf "Instagram", gratulierte aber seinen Landsmännern Thomas Tumler und Loic Meillard zu ihrem Schweizer Doppelsieg.

Es bleibt abzuwarten, ob die FIS die Beschwerden ihrer Akteure wahrnimmt und ob es Konsequenzen geben wird.

Video - Kopf-an-Kopf-Rennen: Meillard mit erstem Karrieresieg

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