Kriechmayr setzte sich auf weicher Piste mit der günstigen Startnummer 1 knapp vor dem Schweizer Mauro Caviezel (0,05 Sekunden zurück) und seinem Teamkollegen Matthias Mayer (0,08) durch. Josef Ferstl (+2,16) belegte als bester Deutscher Rang 13.
Seinen Freunden und Fans auf der Tribüne stockte der Atem, als Thomas Dreßen scheinbar hilflos die "Hannes Trinkl"-Piste hinabschlitterte. Bloß nicht schon wieder eine schwere Verletzung! Die Sorgen wurden größer, als sich der beste deutsche Abfahrer nach seinem Sturz beim Super-G in Hinterstoder die Schulter hielt - ausgerechnet die linke, die vor einem Jahr operiert worden war.
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Ärger über die Piste

Und als Dreßen wenig später mit schmerzverzerrtem Gesicht aus dem Rennanzug geholfen werden musste, bestätigten sich die Befürchtungen: Er hatte sich sogar beide (!) Schultern ausgekugelt. Ob er in dieser für ihn so erfolgreichen Comeback-Saison noch ein Rennen bestreiten kann, ist fraglich. "Wenn's wenigstens nur eine wäre! Das ist schade, wir müssen jetzt erst mal schauen, was genau fehlt", sagte er sichtlich geknickt, "die Schmerzen sind stark in beiden Schultern."

Sturz mit unschönen Folgen: Dreßen an Schulter verletzt

Als Ursache machte Dreßen (Mittenwald) die Präparierung der "grenzwertig" weichen Piste aus. "Die Spur war zu schmal gesalzen", schimpfte er im ORF und machte dafür den Weltverband verantwortlich: "Die FIS sollte sich mal hinhocken und überlegen, wie man Rennen sicherer macht. Wenn es dich schmeißt, nur weil du knapp neben die Spur kommst - das kann es wirklich nicht sein. Das ist einfach nervig!"

Hoffen auf Start in Kvitfjell

"Ich habe ja Erfahrung damit", sagte Dreßen über die neuerliche Blessur. Damals war die Schulter nach hinten rausgeflogen, diesmal kugelte er sich bei seinem "Heimrennen" - Dreßen wohnt nur 45 Autominuten von Hinterstoder entfernt in Scharnstein - beide Gelenke nach vorne aus.

Starker Balanceakt: Sander verhindert nach Einfädler schweren Sturz

Wegen der Verletzung verzichtet er auf die Kombination am Sonntag, stattdessen wird er "heimfahren und alles abchecken lassen". Am Montag findet in München eine MRT-Untersuchung statt. Und dann? In der kommenden Woche stehen Speed-Rennen in Kvitfjell/Norwegen an, wo Dreßen schon gewonnen hat. "Ich muss ganz ehrlich sagen: Nach Kvitfjell würde ich gerne rauffliegen", sagte er, "aber natürlich nur, wenn es von der Sicherheit her passt."
Josef Ferstl (Hammer) fuhr als 13. seine beste Saisonplatzierung im Super-G ein. Sander (Ennepetal) kam zu Fall, als er kurz vor dem Ziel auf Top-10-Kurs liegend mit dem rechten Ski in einem Tor hängen blieb. Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde schied fast an derselben Stelle aus wie Dreßen und verlor seine Führung in der Disziplinwertung an den zweitplatzierten Mauro Caviezel (Schweiz).
(SID)
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