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Johan Eliasch will Posten als FIS-Präsident behalten – große Skinationen drohen mit Abspaltung vom Weltverband
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Update 10/06/2026 um 13:03 GMT+2 Uhr
Johan Eliasch will sich als Neu-Georgier erneut zum Präsidenten der FIS wählen lassen. Den 64-Jährigen begleitet ein ganzer Katalog an Vorwürfen: schlechte Finanzen, schlechte Vertretung der Verbände, schlechte Außendarstellung. Trotz Gegenstimmen der großen Skinationen könnte der umstrittene Boss sein Amt behalten. Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, droht dem Skisport eine Zäsur.
FIS- Präsident Johan Eliasch
Fotocredit: SID
Johan Eliasch weiß, worauf es ankommt. "Wir müssen flexibel sein", hatte der Präsident des Skiweltverbands FIS während seiner letztlich krachend gescheiterten Kandidatur als IOC-Präsident postuliert.
Eliasch ist schwedischer und britischer Staatsbürger. Weil ihm beide Heimatländer die notwendige Unterstützung als Weltski-Boss entzogen haben, nahm der 64-Jährige kurzerhand die georgische Staatsbürgerschaft und Nominierung an - ganz flexibel.
Am Donnerstag will sich der Neu-Kaukasier in Belgrad beim FIS-Kongress wiederwählen lassen. Und nahezu alle großen Ski-Nationen wollen dies mit aller Kraft verhindern.
Denn Eliasch hat in seiner ersten Amtszeit seit 2021 offenbar derart viel Geld verbrannt und derart wenige Versprechen erfüllt, dass er in bemerkenswerter Geschlossenheit für untragbar erklärt wurde. Bleibt Eliasch dennoch im Amt, droht der FIS die Spaltung.
Massive Verluste unter Eliasch
Eine Wiederwahl von Eliasch in Belgrad wäre eine Katastrophe, urteilt auch Stefan Schwarzbach, Vorstand im Deutschen Skiverband.
"Aus unserer Sicht reichen kosmetische Korrekturen längst nicht mehr aus. Die FIS braucht eine echte Kernsanierung, um Vertrauen, finanzielle Stabilität und Geschlossenheit zurückzugewinnen", sagte Schwarzbach dem SID.
Das Vermögen der FIS soll unter Eliasch von 130 auf 43 Millionen Franken geschrumpft sein, wie Athletensprecher AJ Ginnis ermittelt hat.
Der Finanz-Streit eskalierte vergangene Woche, als FIS-Geschäftsführer Urs Lehmann hinwarf - der Ex-Abfahrtsweltmeister aus der Schweiz war 2021 im Präsidentschaftswahl Eliasch unterlegen, war als CEO seit 2025 dessen Gegenpol.
Die Bedeutung des Lehmann-Rücktritts
"Lehmanns Rücktritt spricht Bände", sagt Schwarzbach: "Wenn selbst der Steuermann, der die Entwicklung der vergangenen Jahre aus nächster Nähe begleitet hat, eine dringende finanzielle Kurskorrektur fordert, dann sollten bei allen Delegierten die Alarmglocken läuten."
Seinen ohnehin überschaubaren Rückhalt hat der exaltierte Eliasch durch sein amtliches Auftreten verspielt.
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Geschäftsführer und Präsident der FIS: Urs Lehmann (l.) und Johan Eliasch.
Fotocredit: Imago
Der passionierte Weltbürger, im Nebenjob Chef des Ski- und Tennis-Artikelgiganten Head, erschien als Präsident nicht dort, wo es eigentlich geziemte, sondern dort, wo es ihm nützte.
Ergo: Regelmäßig beim Alpin-Ski, kaum beim Skispringen oder Skilanglauf. Viele Verbände und Sportler fühlten sich schlecht oder gar nicht von ihm vertreten.
So bleibt Eliasch doch an der Macht
"Vieles, was die aktuelle FIS-Führung versprochen hat, wird nicht umgesetzt", sagt Alpin-Superstar Mikaela Shiffrin: "Ich hoffe, dass die zukünftige Präsidentin oder der zukünftige Präsident sich wirklich für die Athleten einsetzt und unsere Leistungen durch Transparenz und Ehrlichkeit wertschätzt."
Den Rückhalt seiner Heimat(en) hat Eliasch längst verloren. Die Briten, die ihn 2021 nominierten, schicken ihre Verbandspräsidentin Victoria Gosling in Belgrad ins Rennen, auch die mächtigen Verbände aus Schweden, Österreich, USA, Norwegen oder eben Deutschland werben für einen der vier Gegenkandidaten.
Ist Eliasch damit am Ende? Nicht zwingend - mit den Stimmen der kleinen Verbände könnte er sich halten.
Dort kann Milliardär Eliasch noch punkten. Siehe Georgien, das ihn, der keinerlei Verbindung zur Kaukasus-Republik besaß, für die Wahl nominierte - der Vorschlag des Heimatverbands ist Kandidatur-Voraussetzung.
Der Super-GAU droht
Wenn Eliasch aber gewählt wird? "Dann fahren wir mit 180 km/h gegen eine Wand", sagt Diego Züger, Geschäftsführer des Schweizer Verbandes. Und deshalb steht im Hintergrund eine Drohung: Die großen Ski-Nationen könnten sich vom Weltverband lossagen und Top-Veranstaltungen wie Wengen oder Kitzbühel eigenverantwortlich organisieren. Eliasch würde kaum gleichwertigen Ersatz finden. Zumindest nicht in seiner Heimat Georgien.
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(SID)
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