Eurosport
Abfahrt in Kitzbühel: Kriechmayr triumphiert auf der Streif - Kilde verhindert spektakulären Sturz
Von
Publiziert 20/01/2023 um 13:43 GMT+1 Uhr
Vincent Kriechmayr hat am Freitag die erste Abfahrt in Kitzbühel gewonnen. Der Österreicher fand auf der Streif perfekte Bedingungen vor und besiegelte den viel umjubelten Triumph vor heimischem Publikum. Hinter dem 31-Jährigen reihten sich Florian Schieder (2./+0,23 Sekunden) Niels Hintermann (3./+0,31) ein. Für die beiden Dominatoren des Winter endete der Tag nicht wie gewünscht.
Artistische Einlage bei über 100 km/h: Kilde vermeidet Einschlag in die Bande
Quelle: Eurosport
Aleksander Aamodt Kilde (16./+0,97) und Marco Odermatt (53./+3,20) verpassten deutlich die Top-Platzierungen - auch aufgrund ihrer akrobatischen Einlagen.
Kilde verhinderte nach der Traverse einen Einschlag in eine Werbebande im letzten Moment, sprach im Anschluss dabei sogar von einer "Nahtoderfahrung". "Das ist Kitzbühel, ich habe Gas gegeben und war am Limit", erklärte Kilde seinen wahnsinnigen Ritt auf der Streif.
„Das war aber dann zu viel, zum Glück ist es so ausgegangen", fügte er schließlich selbstkritisch zu. Odermatt musste sich ebenfalls spektakulär an der Ausfahrt des Steilhangs der Streif kurz vor der zweiten Zwischenzeit retten.
Anders als Kilde schien sich der Schweizer dabei im linken Knie verletzt zu haben. Nach Angaben des Schweizer Verbandes erlitt der Gesamtweltcupführende "einen Schlag im linken Knie". Als Vorsichtsmaßnahme lässt der Schweizer deswegen die zweite Abfahrt am Samstag aus.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/01/20/3531038-71967933-2560-1440.jpg)
"Spinnt er?" Wilder Odermatt mit spektakulärer Rettungsaktion
Quelle: Eurosport
Thomas Dreßen (13./+0,87 Sekunden) und Andreas Sander (15./+0,94) konnten sich dagegen stark in Szene setzen und weckten Hoffnungen auf eine weitere Top-Platzierung in der zweiten Abfahrt am Samstag (11:30 Uhr live bei Eurosport und discovery+).
Dreßen platzte schier vor Freude im Ziel. "Boah", entfuhr es ihm mit einem Funkeln in den Augen und einem kaum zu bändigendem Lächeln, "des war ned schlecht." Im Ergebnis spiegelte sich das am Ende nicht wider, in einem völlig verrückten ersten Abfahrtsrennen auf der Streif in Kitzbühel wurde Dreßen als bester Deutscher trotz seiner höchst bemerkenswerten Leistung 13. Der Grund: Das Wetter spielte verrückt.
Dreßen lag lange auf Rang drei, dann auf Rang fünf, ihm schwante aber schon, dass es dabei nicht bleiben würde: "Es kann sein, dass das ganze Rennen nochmal auf den Kopf gestellt wird." Und so kam es: Die Sicht wurde immer besser, die Piste hielt, und so fuhr plötzlich ein Nobody wie Florian Schieder aus Italien mit der hohen Startnummer 43 sogar noch auf Rang zwei, knapp hinter Weltmeister Vincent Kriechmayr aus Österreich.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/01/20/3531126-71969693-2560-1440.jpg)
Nahe an der Perfektion: Kriechmayr erobert die Streif
Quelle: Eurosport
Überraschungsgast auf dem Siegerpodest
Kriechmayr lag nach seinem Traumlauf unter erschwerten Bedingungen nur 0,23 Sekunden vor dem Überraschungsgast auf dem Siegerpodest, Rang drei blieb Niels Hintermann aus der Schweiz (+0,31). Vor Dreßen, als Zweiter gestartet, fuhren auch Läufer mit den Nummern 31, 37, 39, 45 und 47. Dennoch war seine Leistung bemerkenswert, ebenso jene von Andreas Sander (Nummer 23), der von Rang acht noch auf Rang 15 verdrängt wurde. Enttäuschend war das Abschneiden von Romed Baumann, Josef Ferstl und Dominik Schwaiger, die allesamt die Punkte verpassten.
Ohne die Wetterkapriolen hätte das Resultat bestätigt, was Dreßen vor dessen Eintreten voller Freude berichtet hatte. "Das war heute nicht nur ein kleiner Schritt, sondern fast schon ein großer." Das "Gefühl" sei wieder da, auch die "Lockerheit". Am Start habe er sich gedacht: "Hab Spaß, scheiß' drauf, was rauskommt. Und wenn ich einen Spaß habe, dann flutscht es einfach, und heute war wieder so ein Tag."
Am Samstag ist ein neuer Tag, es folgt die zweite Abfahrt auf der Streif (11:30 Uhr live auf Eurosport und bei discovery+). Bei der ersten sorgten unfreiwillig zwei Norweger für Aufregung: Henrik Röa stürzte kurz vor der Ziellinie schwer und musste mit dem Helikopter ausgeflogen werden.
Im Gegensatz dazu gelang Dreßen eine erstaunlich souveräne Fahrt, eine, die seine Vorfreude auf das zweite Rennen steigerte. Er wolle einfach nur "das Gefühl mitnehmen, die Lockerheit beibehalten", sagte er - und dann sei noch mehr drin: "Mit mehr Selbstvertrauen riskiert man eh von Haus aus mehr, aber man fühlt das nicht als mehr Risiko. Da heißt es einfach, weiter kleine Schritte machen, dann passt das schon."
Das könnte Dich auch interessieren: Eine Million Euro: Ski-Stars winkt Rekordpreisgeld auf der Streif
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/01/20/3531094-71969053-2560-1440.jpg)
Bitterer Start: Schwaiger nur Passagier auf den eigenen Skiern
Quelle: Eurosport
Werbung
Werbung