Kitzbühel: Nach seinem Rücktritt gibt Lucas Braathen Einblick in seine Gefühlswelt und verrät seine Zukunftspläne

Lucas Braathen wird die prestigeträchtigen Rennen in Kitzbühel in diesem Jahr erstmals nur als Zuschauer erleben. Der Norweger war im Okotber 2023 überraschend im Alter von nur 23 Jahren zurückgetreten. Dennoch habe er zu dem Skifahrer-Mekka eine ganz besondere Verbindung, verriet er nun in einem Interview und gewährte zudem einen Einblick in seine Gefühlswelt nach dem Karriereende.

Lucas Braathen

Fotocredit: Imago

Kitzbühel habe er einen "besonderen Platz" in seinem Herzen, erzählte der Norweger mit brasilianischen Wurzeln im Interview mit der österreichischen Tageszeitung "Krone".
"Hier habe ich mich zum ersten Mal im Skiweltcup präsentiert - und zwar als ich 19 Jahre alt war", sagte er weiter. Sein Vater habe zudem in Kitzbühel gelebt, ihm dort das Skifahren nahegebracht.
"Als ich ein Kind war, habe ich das Skifahren gehasst, es war überhaupt nicht meins. Mein Papa kaufte mir dann die ganze Ausrüstung, damit ich cool aussah und mich gut fühlte", verriet Braathen.
Sein Debüt im Weltcup sei hingegen einer "der schönsten Tage" seines Lebens gewesen: "Es erwarteten mich Tausende Menschen sowie Arnold Schwarzenegger auf der Tribüne. Und wenige Stunden später führte ich im ersten Durchgang - das war einfach surreal." Am Ende des Rennens wurde Braathen Vierter.

Braathen spricht über Rücktritt: "Ging mir nicht gut"

Auch sein überraschender Rücktritt war Thema in dem Interview. Schließlich gab Braathen zu, dass es eine "harte Entscheidung" war: "Ich muss zugeben, Wengen letztens zu sehen, wo wir schon so viel Geschichte geschrieben haben, war schwer."
"Es ist natürlich auch sehr hart. Meine Liebe zum Skifahren und zum Skirennsport war bis zuletzt vorhanden, aber ich befand mich in einem System, in einer Situation, in der es mir nicht gut ging", fügte er hinzu.
Das Skifahren habe ihn einmal zum "glücklichsten Menschen der Welt“ gemacht, zum Ende hin sei er aber "ziemlich unglücklich" gewesen. Eines seiner Ziele sei gewesen, über den Sport hinaus "etwas bewirken" zu können.
"Aber mein Ziel konnte ich in diesem System nicht erreichen - daher musste ich aussteigen", führte Braathen aus. Hintergrund: Mit dem norwegischen Skiverband konnte sich der Youngster nie über seine Vermarktungsrechte einigen.

Braathen: "Haben alle gemeinsam geweint"

Das überraschende Karriereende hat zu einer Schockwelle innerhalb der Ski-Welt geführt. Braathen, der gerne mit seinem extrovertierten Stil auffiel, hinterließ eine große Lücke im Fahrerfeld. Seinen Instagram-Post zum Abschied kommentierten zahlreiche Prominente und drückten ihr Bedauern aus.
Über die anderen Fahrer verlor der 23-Jährige deshalb nur positive Worte: "Wir fühlten uns immer wie Freunde, die sich am Startgate kurzzeitig zu Konkurrenten verwandeln."
Mit seinen norwegischen Teamkollegen habe er bei seinem Rücktritt gemeinsam im Hotel Zimmer "gesessen und geweint": "Es war so schrecklich, und doch so schön."

Braathen über seine Zukunft: "Ich bin sehr offen"

Auch seine Zukunft nach dem Leben als professioneller Ski-Rennfahrer war Thema des Interviews. So habe er nach seinem Rücktritt endlich die Zeit gehabt, seine Familie in Brasilien zu besuchen: "Es war somit die richtige Entscheidung."
Dennoch gab der Norweger zu, dass es ein "komisches Gefühl" sei, die Rennen zu sehen, "bei denen ich immer noch ein Kribbeln in den Fingern habe." Nun aber fühle er sich "frei" und "Freiheit ist etwas, das ich am meisten schätze, also bin ich glücklich darüber."
In Zukunft werde er gemeinsam mit seinen Partner wie Oakley oder Red Bull kreative Projekte angehen, derzeit helfe er bei der Entwicklung und führe bereits Regie. Einen "Hauptweg" habe er allerdings noch nicht gefunden.
"Im Moment bin ich noch etwas unsicher, aber ich bin sehr offen, was meine Zukunft angeht. Ich möchte das tun, was mich am glücklichsten macht." Dazu gehört, am Wochenende in Kitzbühel als Zuschauer die Rennen zu verfolgen.
picture

Tearful Braathen 'so excited' for next journey after announcing retirement

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung