Thomas Dreßen kritisiert Pisten-Besichtigung und fühlt mit Alexis Pinturault: "Tränen in den Augen gehabt"
Update 27/01/2025 um 09:55 GMT+1 Uhr
Das Weltcup-Wochenende in Kitzbühel und Garmisch zeigte mal wieder eines: Der Skisport kann extrem gefährlich sein. Es reihten sich Horrorstürze aneinander - sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern. Deutschlands ehemaliger Skirennläufer Thomas Dreßen fühlt mit seinen Ex-Kontrahenten mit: "Das darf einfach nicht passieren", sagte der 31-Jährige bei Blickpunkt Sport im "Bayerischen Rundfunk".
Schwerer Sturz von Pinturault auf der Streif: "Schaut nicht gut aus"
Quelle: Eurosport
Die Unfallserie ist Dauerthema in dieser Saison. Abfahrt sei schon immer ein Extremsport gewesen, so Dreßen. Man habe sich oft verletzt, aber dieses Jahr sei es besonders extrem:
Die Häufigkeit der Stürze und die extremen Verletzungen haben brutal zugenommen.
Bereits als Cyprien Sarrazin im Dezember im italienischen Bormio schwer stürzte und im Koma lag, entflammte die Sicherheitsdebatte im Skisport heftig.
Am vergangenen Wochenende folgten weitere verheerende Stürze. Die Tschechin Teresa Nova stürzte auf der berüchtigten Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen und wurde ins künstliche Koma versetzt.
Auch parallel dazu gab es beim Männer-Wettbewerb in Kitzbühel schwere Stürze. "Habe Tränen in den Augen gehabt", sagte Dreßen im "BR" mit Blick auf den Sturz des Franzosen Alexis Pinturault, der sich eine schwere Knochenprellung des inneren Schienbeinplateaus mit einer zugehörigen Fraktur sowie eine Verletzung des Innenmeniskus zuzog.
"Damals schon ein brutal schwerer Sturz"
Dreßen weiter: "Weil jetzt ist er gerade von einer Verletzung wieder zurückgekommen. Damals schon ein brutal schwerer Sturz." Der ehemalige DSV-Athlet bezog sich damit auf Pinturaults Kreuzbandverletzung, die er in der vergangenen Saison infolge eines Sturzes in Wengen davongetragen hatte.
Laut Dreßen hätten massive Schlaglöcher auf der Piste in Kitzbühel dazu geführt, dass etliche Sportler abflogen. Allerdings nahm er auch die Speedtrainer der einzelnen Länder in die Pflicht: "Du bist halt genau in die 'Schläge' hineingekommen, wenn du nicht gescheit besichtigt hast."
Der Oberbayer verstehe nicht, warum manche Nationen - wenn auch unbeabsichtigt - den Kurs der Piste direkt in die Schlaglöcher hineinsetzen würden.
Dreßen kritisiert Kommunikation
In Kitzbühel wurde der Super-G-Kurs vom deutschen Speed-Trainer Andreas Evers gesetzt: "Er hat auch ganz klar gesagt, es gibt Situationen, die musst du taktisch fahren", so Dreßen. Andere Coaches hatten wohl keine derartigen Einwände, resümierte der Deutsche: "Man ist schon davon ausgegangen, dass die Schläge wegkommen, aber es ist dann schlecht miteinander kommuniziert worden."
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Schreckmoment im Super-G: Rädler stürzt böse in Garmisch
Quelle: Eurosport
Sicherheit: Könnten Einheitsanzüge helfen
Ex-Ski-Star Felix Neureuther sprach bereits Mitte Januar die Möglichkeit von Einheitsanzügen für die Athleten an. Dadurch würden die Fahrer rund drei bis fünf km/h an Geschwindigkeit verlieren, aber genau das, könnte den Unterschied an manchen Stellen bezüglich eines Sturzes machen. A
llerdings bremste Dreßen auch die Hoffnung, dass damit alle Probleme ad acta gelegt werden könnten.
Nur aufs Material zu schauen, ist zu wenig. man muss die Präparierung der Strecken überdenken.
Inzwischen habe er bei manchen Rennen ein ungutes Gefühl beim Zuschauen.
Diese Thematik soll bald bei einem runden Tisch bei den Weltmeisterschaften in Saalbach Anfang Februar besprochen werden. Ein weiterer ist beim Weltcup-Finale in Sun Halley im März geplant.
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Quelle: Eurosport
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