Olympia-Pechvogel Atle Lie McGrath: Auf den Tiefpunkt soll die Krönung im Slalom-Weltcup folgen
Publiziert 06/03/2026 um 17:45 GMT+1 Uhr
Am Sonntag steht in Kranjska Gora der erste Weltcup-Slalom seit den Olympischen Spielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo auf dem Programm. Bei zwei verbliebenen Rennen geht Atle Lie McGrath als Favorit in den Schlussspurt um die kleine Kristallkugel, doch der Norweger im Roten Trikot spürt die Konkurrenz im Nacken. Außerdem hat er noch mit einem Trauma zu kämpfen.
Flucht in den Wald! McGrath schmeißt Gold weg und läuft auf und davon
Quelle: Eurosport
Es waren Bilder, die um die Welt gingen.
Nach nur wenigen Sekunden fädelte Atle Lie McGrath im zweiten Durchgang des olympischen Slaloms ein, der norwegische Halbzeitführende verspielte auf dramatische Art und Weise die Goldmedaille. Anschließend warf er seine Stöcke weg, schnallte die Skier ab und stapfte den Berg hinauf in Richtung eines kleinen Waldstücks. Dort ließ er sich in den Schnee fallen.
McGrath war gebrochen, das wurde in den darauffolgenden Tagen klar.
Knapp drei Wochen später zeigt sich der 25-Jährige mit sich im Reinen und plant die große Revanche. Im Kampf um die kleine Kristallkugel im Slalom hat er zwei Rennen vor Schluss die Nase vorn, rein theoretisch haben aber noch sieben weitere Athleten eine Chance auf den Thron.
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Komplett bedient: Atle Lie McGrath scheidet im Slalom-Finale nach Führung aus
Fotocredit: Getty Images
McGrath kehrt in den Wohlfühlmodus zurück
Schritt eins auf dem Weg zum epischen Showdown: in den Wohlfühlmodus schalten.
"Es fühlt sich gut an, wieder zu den Grundlagen zurückzukehren", schrieb McGrath unter ein Video, das ihn beim Training im Stangenwald zeigt. "Wieder mit den Jungs zusammen zu sein und das zu tun, was ich liebe, hat meinem Kopf und meinem Körper richtig gutgetan. Ich fühle mich jeden Tag wieder mehr wie ich selbst."
Wie seine Beiträge auf Instagram zeigen, verbrachte der Ski-Star zuletzt viel Zeit mit seiner Freundin Maud Brandtzäg und füllte seine Batterien mit Blick auf die finalen Wochen der Saison noch einmal voll auf.
Mentale Frische wird spätestens am Wochenende in Kranjska Gora wieder bitter vonnöten sein.
Slalom-Weltcup: Die Kristallkugel ist hart umkämpft
Am Sonntag um 9:30 Uhr (live im Stream auf HBO Max) wird McGrath in Slowenien mit dem Roten Trikot im Slalom an den Start gehen. Dabei spürt er den Atem der Konkurrenz in seinem Nacken.
Nach neun Rennen führt der Vizeweltmeister von Saalbach das Klassement mit 452 Punkten an, nur einen Zähler weniger auf dem Konto hat Lucas Pinheiro Braathen (451/Brasilien). Auf Platz drei liegt Clément Noël (435/Frankreich), dicht gefolgt von Timon Haugan (4./499/Norwegen), Titelverteidiger Henrik Kristoffersen (5./373/Norwegen) und Paco Rassat (6./358/Frankreich).
Olympiasieger Loic Meillard (7./312/Schweiz) und Eduard Hallberg (8./279/Finnland) haben bei 200 ausstehenden Punkten nur noch theoretische Chancen.
In der laufenden Saison gab es im Slalom bereits sieben verschiedene Sieger, sechs davon bilden im Klassement das punktbeste Sextett. Einzig Manuel Feller (9./247/Österreich) liegt bereits zu weit zurück, um noch in den Showdown um die Kristallkugel einzugreifen.
| Weltcup-Slalom | Sieger |
| Levi (Finnland) | Lucas Pinheiro Braathen (Brasilien) |
| Gurgl (Österreich) | Paco Rassat (Frankreich) |
| Val-d'Isère (Frankreich) | Timon Haugan (Norwegen) |
| Alta Badia (Italien) | Atle Lie McGrath (Norwegen) |
| Madonna di Campiglio (Italien) | Clément Noël (Frankreich) |
| Adelboden (Schweiz) | Paco Rassat (Frankreich) |
| Wengen (Schweiz) | Atle Lie McGrath (Norwegen) |
| Kitzbühel (Österreich) | Manuel Feller (Österreich) |
| Schladming (Österreich) | Henrik Kristoffersen (Norwegen) |
| Kranjska Gora (Slowenien) | (wird am 8. März ausgetragen) |
| Kvitfjell (Norwegen) | (wird am 25. März ausgetragen) |
Atle Lie McGrath: Ein großes Auf und Ab der Gefühle
Auf einen Favoriten in diesem spannenden Schlussspurt vermag man sich nicht festzulegen. Das liegt vor allem an der Unvorhersehbarkeit der Rennen.
Mit Braathen (Levi) und McGrath (Wengen) feierten nur zwei Halbzeitführende anschließend auch den Sieg, gleich dreimal schaffte ein Athlet außerhalb der Top 3 noch den Sprung auf die eins. Schillerndstes Beispiel: Rassat mit seiner Aufholjagd von Rang 14 in Gurgl.
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13 Plätze gutgemacht! Rassat mit Sensationsfahrt zum Slalom-Sieg
Quelle: Eurosport
McGrath lernte dabei die gesamte Palette an Emotionen kennen. Neben seiner nervenstarken Darbietung in Wengen siegte er in Alta Badia noch nach Rang zwei im ersten Durchgang. In Gurgl und Schladming gab er den Sieg aber jeweils noch aus der Hand. In Levi (DNF2), Val-d'Isère (DNF2) und Kitzbühel (DNF1) schied er frühzeitig aus.
Nach dem olympischen Tiefpunkt von Bormio ist bei McGrath aber gewissermaßen alles auf null gestellt, der gesamte Fokus ist auf den Kampf um seine erste Kristallkugel gerichtet. Den ersten Schritt will er am Sonntag im Slalom von Kranjska Gora machen.
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Baumanns WM-Sternstunde: Haarscharf an Super-G-Gold vorbei
Quelle: Eurosport
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