Weltcup-Finale: Atle Lie McGrath aus dem Wald zum tränenreichen Kristall - emotionale Bilder mit Lucas Pinheiro Braathen
Publiziert 25/03/2026 um 19:24 GMT+1 Uhr
Atle Lie McGrath ist am Ziel seiner Träume angelangt. Am Mittwochnachmittag entschied der Norweger beim Saisonfinale in Lillehammer die Disziplinenwertung im Slalom-Weltcup für sich und eroberte die kleine Kristallkugel. Nach persönlichen Tiefschlägen, schlaflosen Nächten und großen Zweifeln wird der Norweger ausgerechnet durch das Aus eines Freundes zum Sieger - und erlebt sein Happy End.
McGrath: "Lucas hat mir die größte Umarmung jemals gegeben"
Quelle: Eurosport
Das verloren geglaubte Lächeln des Atle Lie McGrath - es ist wieder da.
"Wenn ich jetzt alleine im Wald bin, habe ich jemanden zum Reden", scherzte er im Interview mit Eurosport bezüglich der kleinen Kristallkugel in seiner Hand. "Ich klebe einfach ein Gesicht darauf und dann verbringen wir etwas Zeit unter den Bäumen."
In den Stunden zuvor erlebte der 25-jährige Norweger unendliche Facetten an Emotionen. "Es ist die größte Erleichterung meines Lebens und die kompliziertesten Gefühle, die ich je verspürt habe", gab er einen Einblick. "Die Wochen nach den Olympischen Spielen - das war die härteste Zeit meines Lebens."
Was er damit meint? Während der Eröffnungszeremonie der Winterspiele starb sein Großvater, zehn Tage später schied er als Halbzeitführender im olympischen Slalom dramatisch aus. Sein einsamer Ausflug in ein nahegelegenes Waldstück schuf Bilder für die Ewigkeit - über die er heute selbst lachen kann.
McGrath: "Zwei Waffeln mit Marmelade und eine Cola"
Trotz seines Vorsprungs von 41 Punkten auf Lucas Pinheiro Braathen fühlte sich McGrath vor diesem Showdown alles andere als wohl.
"Heute Morgen habe ich mich so schlecht gefühlt. Nachts konnte ich nicht schlafen, frühstücken ging auch nicht", so der skandinavische Techniker. "Zwischen den Läufen habe ich nur zwei Waffeln mit Marmelade und eine Cola gehabt."
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Highlights: Krimi im Kumpel-Duell um die Slalom-Kugel
Quelle: Eurosport
Dazu kam, dass die Bedingungen überhaupt nicht auf ihn zugeschnitten waren. "Langsamer Kurs bei schwierigen Verhältnissen. Als ich die Strecke sah, dachte ich: Keine Chance", gab McGrath zu.
Seine Einschätzung spiegelte sich vor allem im zweiten Durchgang wider: 16 Konkurrenten waren schneller, darüber hinaus ging es für McGrath zwei Plätze zurück. Die Kristallkugel hing plötzlich am seidenen Faden - und von seinem Kumpel Braathen ab.
Der Norweger in brasilianischen Farben fädelte jedoch früh ein und entschied den Kampf um die Disziplinenwertung zugunsten McGraths.
McGrath: "Größte Umarmung jemals"
Frust war beim Riesenslalom-Olympiasieger nicht zu erkennen. Vielmehr nahm Braathen seinen langjährigen Weggefährten, an dessen Seite er sich in den vergangenen 13 Jahren vom Jugendbereich bis an die Weltspitze gekämpft hatte, in den Arm.
"Lucas hat mir die größte Umarmung jemals gegeben", meinte McGrath. "Er meinte zu mir: Du hättest das nie so gefühlt, wenn du nicht durch harte Zeiten hättest müssen. Diese Phase hat dich hier hergebracht, ohne sie wärst du niemals dazu imstande gewesen."
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Pinheiro Braathen trotz Slalom-Aus "einfach nur stolz"
Quelle: Eurosport
Zweifelsohne war der Ausgang des finalen Slaloms der Saison das Happy End für jeden - das wusste auch Braathen selbst.
"Atle hat es nach Hause gebracht. Er war der Beste", meinte der Shootingstar über seinen zwei Tage jüngeren "Ski-Zwilling". Es löse einzigartige Emotionen in ihm aus, "jemanden erfolgreich zu sehen, mit dem man auf seiner Reise so viel Zeit geteilt hat. Besonders wenn man bedenkt, wie sein Jahr verlaufen ist."
Hinter McGrath liegt nun jedenfalls eine Saison, die ihn nicht nur als Athleten, sondern auch als Menschen geprägt hat. "Ich habe mich aufgerafft, ich musste noch nie so viel an mir arbeiten wie in diesen schwierigen Wochen", so der glückliche Sieger. "Ich hatte die schlimmsten und besten Tage meines Lebens - und das ist definitiv der beste. Unglaublich, dass man so viele Emotionen in einer so kurzen Zeit empfinden kann."
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