Emma Aicher feiert sensationell Weltcupsieg in der Abfahrt von Kvitfjell: "Sie zieht cool ihr Ding durch"
Emma Aicher gewinnt die zweite Abfahrt in Kvitfjell und macht damit das wahr, was sie bereits am Freitag angedeutet hatte: Die 21-Jährige ist in der Weltspitze angekommen. Dass sie nun in einer Reihe mit Viktoria Rebensburg, Katja Seizinger und Co. steht, kann Aicher kaum fassen. Dabei ist das Potenzial dafür allemal da, wie Rebensburg bei Eurosport erklärt. Schon am Sonntag könnte es weitergehen.
Rebensburg analysiert Aichers Siegfahrt: "Zeit ist es geworden!"
Quelle: Eurosport
Emma Aicher wusste noch nicht so recht, wie ihr geschah - der Sitz allerdings, auf dem sie thronte, gefiel ihr ganz gut. "An den könnte ich mich gewöhnen", sagte die Abfahrtssiegerin von Kvitfjell im Interview vom sogenannten "leader seat" aus: "Ich hoffe, dass ich noch öfter hier sitzen darf."
Den thronenden Moment hatte sich die erst 21 Jahre alte DSV-Rennläuferin redlich verdient: War sie in der ersten Abfahrt am Olympiabakken von Kvitfjell am Freitag noch um 0,15 Sekunden am Triumph vorbeigeschrammt, behielt sie am Samstag mit 0,03 Sekunden gegenüber Lauren Macuga (USA) die Oberhand und ließ ihrem ersten Weltcup-Podium binnen 24 Stunden gleich den ersten Sieg folgen - ein wahres Wintermärchen.
Letzte deutsche Abfahrtssiegerin im Weltcup war im Februar 2020 in Garmisch-Partenkirchen Viktoria Rebensburg gewesen, davor hatte im Januar 2014 Maria Höfl-Riesch in Cortina d'Ampezzo gesiegt.
Für den Deutschen Skiverband (DSV) ist es der erste Weltcupsieg bei den Alpinen in diesem Winter, der erste bei den Frauen seit fast zwei Jahren (Lena Dürr im Slalom von Spindlermühle 2023).
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Ski alpin: Lauren Macuga (USA), Emma Aicher (Deutschland) und Cornelia Hütter (Österreich, v.l.) bei der zweiten Abfahrt von Kvitfjell 2025 auf dem Podium
Fotocredit: Getty Images
Aicher siegt mit Startnummer 16
Eine Leistung, die Rebensburg als Co-Kommentatorin bei Eurosport live abfeierte. "Zeit ist es geworden, dass da endlich mal wieder jemand vorne reinfährt! Eine richtig tolle Sache", meinte die 35-Jährige on air.
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Schneller als die gesamte Speed-Elite! Aicher siegt in Kvitfjell
Quelle: Eurosport
Auch Josef Ferstl zeigte sich im Gespräch mit Eurosport hin und weg: "Sie hat einfach ein unheimliches Gefühl. Es freut mich sehr für sie. Auf einen tollen zweiten Platz nochmal einen Sieg draufzusetzen - wow. Das ist noch beeindruckender, nochmal so abzuliefern."
Aicher lag während ihrer Fahrt durchgängig hinter den Zwischenzeiten von Macuga, der WM-Dritten im Super-G. Im fünften und letzten Sektor aber fuhr sie Bestzeit - auch viele nachfolgende Läuferinnen, die unterwegs schneller waren als die Deutsche, verloren auf diesen letzten gut 15 Fahrsekunden durchweg Zeit.
Das ist eine sehr große Eigenschaft, die Gewinnertypen haben. Dass sie eine Gewinnerin ist, hat sie heute gezeigt mit der Fahrt. Und ich freue mich wahnsinnig darüber.
"Ich habe, glaube ich, die Stellen gut getroffen, wo man Speed mitnehmen kann", stellte Aicher dementsprechend fest.
War sie am Freitag noch mit der Nummer 27 ins Rennen gegangen, durfte sie am Samstag mit der 16 starten - und war auf der Olympiapiste von 1994 auch von den schlechteren Witterungsbedingungen nicht aufzuhalten.
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Emma Aicher in Kvitfjell 2025
Fotocredit: Getty Images
Rebensburg: "Unbeirrt und frei von Druck"
"Ihre Coolness ist sehr beeindruckend. Sie weiß genau, was sie zu tun hat, und setzt das auch um. Heute ist schlechte Sicht - das ist ihr egal, sie zieht ihr Ding durch und fährt genauso nochmal runter", meinte Rebensburg.
Und: "Das ist eine sehr große Eigenschaft, die Gewinnertypen haben. Dass sie eine Gewinnerin ist, hat sie heute gezeigt mit der Fahrt. Und ich freue mich wahnsinnig darüber."
Aicher habe "wie am Freitag auf coole Art und Weise unbeirrt und frei von Druck ihren Plan durchgezogen", stellte die Olympiasiegerin von 2010 fest: "Sie fühlt sich wohl und kann die Dinge umsetzen, die sie sich vorgenommen hat. Sie fährt die Linie, wie es sein soll."
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Gute Fahrt endet jäh: Weidle-Winkelmann durchschlägt zwei Fangzäune
Quelle: Eurosport
Aicher "mental super stark drauf"
Vor allem den unteren Teil der Strecke sei die 21-Jährige "an beiden Tagen überragend gefahren, perfekt von der Linie, genau im Blauen. Ganz unten hatte sie den Top-Speed und hat Lauren Macuga damit noch eingeholt".
Die WM hat ihr enorm Selbstvertrauen gegeben, vor allem in der Abfahrt. Sie fährt die feine Klinge, die es in der Disziplin auch braucht.
Dass sie es draufhatte, hatte die Deutsch-Schwedin schon bei der zurückliegenden WM in Saalbach-Hinterglemm angedeutet. In Abfahrt und Super-G wurde sie jeweils Sechste, in der Team-Kombi fuhr sie in der Abfahrt sogar auf den zweiten Rang.
"Sie hat sich sehr gut entwickelt", sagte Ferstl: "Sie ist auch sehr gut mit der kleinen Niederlage von der WM umgegangen, als man ihr schon eine Medaille zugetraut hatte. Jetzt liefert sie einfach ab."
Wenn man jedoch "genau hingeschaut hat, hat sich das über die letzten Jahre bereits angedeutet: Sie hat oftmals schon super Zwischenzeiten gezeigt und ist dann ausgeschieden." Sie werde jetzt "zu einer richtigen Top-Fahrerin". Auch, weil das Mindset passt.
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"Was war das denn?!" Gut-Behrami kommt bei Sprung weit ab
Quelle: Eurosport
"Sie ist mental super stark drauf", weiß Rebensburg: "Die WM hat ihr enorm Selbstvertrauen gegeben, vor allem in der Abfahrt. Sie fährt die feine Klinge, die es in der Disziplin auch braucht." Aichers Hocke sei zwar "teilweise höher als bei anderen Athletinnen, aber es ist genau die Position, die sie braucht, um schnell zu sein, um ein gutes Gefühl für die Radien zu haben und auch beschleunigen zu können."
Laut Ferstl habe man beim DSV eben daran zuletzt gefeilt. "Man hat sie herangeführt, immer unterstützt. Sie hat aber auch in jungem Alter schon Kritik bekommen. Man hat bei ihr auch nochmal justiert, ihre Position ist noch aerodynamischer", sagte der Kitzbühel-Sieger von 2019 (Super-G).
Aicher fühlt sich "komisch"
Dass sie mit 21 Jahren nun schon eine Abfahrt gewann, sei wahrlich nicht zu erwarten gewesen. "Da braucht man in der Regel eigentlich mehr Erfahrung", meinte Rebensburg, die als Riesenslalom-Spezialistin in ihrer Karriere nur die eine Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen für sich entscheiden konnte. Aicher habe jedoch "unglaubliche Fähigkeiten, vor allem in den Speed-Disziplinen".
Aicher selbst hatte ihre Fahrt zunächst gar nicht richtig einordnen können. "Ich bin sehr überrascht, es hat sich nicht so gut angefühlt wie gestern. Aber ich bin auch sehr zufrieden mit meinem Skifahren", sagte sie, als noch Fahrerinnen oben standen, die ihr den Sieg hätten streitig machen können.
sie kann eine ganz große skifahrerin werden und in die fußstapfen von maria höfl-riesch treten. definitiv.
Später, als der Coup feststand, fand sie, es fühle sich "komisch" an, nun in einer Linie mit deutschen Abfahrtssiegerinnen wie Rebensburg, Maria Höfl-Riesch und Katja Seizinger zu stehen: "Es ist verrückt, dass ich jetzt dazugehöre." Es sei "schon unglaublich". Zumal sie nicht geglaubt hatte, bereits jetzt eine Abfahrt gewinnen zu können, nicht in Kvitfjell. "Vielleicht eher im Slalom", sagte sie, "aber ich bin sehr happy."
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Aicher im Siegerinterview: "Ich hatte nicht damit gerechnet"
Quelle: Eurosport
Macuga eine extrem faire "Verliererin"
Fast noch mehr als sie selbst freuten sich andere über Aichers Coup. Die deutschen Trainer klatschten sich am Pistenrand begeistert ab, zahlreiche Konkurrentinnen kamen zum Gratulieren vorbei, auch die quietschfidele Macuga, so knapp um den Sieg gebracht, feierte ihre Bezwingerin ab.
"Schön, dass sich viele für mich freuen", sagte Aicher im "ZDF" und verriet: Sie habe vor allem zu hören bekommen, dass ihr Sieg nur "eine Frage der Zeit" gewesen sei.
So sieht es auch Ferstl: "Sie kann eine ganz große Skifahrerin werden und in die Fußstapfen von Maria Höfl-Riesch treten. Definitiv."
Zum Realisieren bleibt der jungen Abfahrtssiegerin indes nur wenig von selbiger, am Sonntag geht es in Kvitfjell immerhin gleich mit dem Super-G (10:30 Uhr live im TV bei Eurosport, im Stream bei discovery+ und im Liveticker bei Eurosport.de) weiter. Und Aicher, auch in dieser Disziplin WM-Sechste, gehört nun zu den Mitfavoritinnen ...
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(mit SID)
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Sweet 16! Aicher feiert ersten Weltcuptriumph bei Siegerehrung
Quelle: Eurosport
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