Herbe Kritik an Schweizer Ski-Stars nach historischer Slalom-Pleite: "Damen müssen professioneller werden"

Für die erfolgsverwöhnte Schweiz war der Slalom-Auftakt am vergangenen Wochenende ein historischer - ausnahmsweise jedoch im negativen Sinne. Die schwachen Ergebnisse der eidgenössischen Athleten sorgen in deren Heimat für Bedenken. "In meinen Augen ist das ein Weckruf", warnte Didier Plaschy bei seinem Einsatz als TV-Experte beim "SRF". Ein Generationenwechsel macht ihm besonders Sorgen.

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Mit einem 14. Platz sorgte Loic Meillard, seines Zeichens immerhin amtierender Slalom-Weltmeister, im Stangenwald von Levi für das beste Resultat der Schweizer. Für einen so schlechten Start der eidgenössischen Slalom-Spezialisten muss man bis in die Saison 2013/14 zurückgehen.
"Bei den Herren haben wir einfach eine sehr alte Garde, die sich nicht qualifizieren konnte", bezog sich Plaschy, einst selbst Techniker und zweimaliger Weltcupsieger, auf eine bedenkliche Entwicklung.
Im zweiten Durchgang war Tanguy Nef mit 28 Jahren der jüngste Schweizer, dahinter folgten die Routiniers Meillard (29) und Daniel Yule (32). Unter den im ersten Durchgang ausgeschiedenen Marc Rochat (32), Ramon Zenhäusern (33), Luca Aerni (32) gilt Matthias Iten (26) noch als Jungspund.
"Es wird einen Generationenwechsel geben. Davor habe ich ein bisschen Respekt", so Plaschy weiter.

Schweiz fehlt im Slalom die Breite

Mittlerweile blickt man in der Schweiz bereits auf den 2008er-Jahrgang. Ein Beweis dafür, dass es in der Breite fehlt.
"Das heißt, dass die Slalom-Truppe nicht gerade breit ist. Wenn sich noch einer verletzt oder jemand zurücktritt, was machen wir dann?", mahnte der 52-Jährige, der in seiner Zeit als Trainer unter anderem die heutigen Weltmeister und Weltcupsieger Zenhäusern, Yule und Meillard betreut hatte.
Zwar bekleckerten sich die Schweizer Damen in Levi ebenso nicht mit Ruhm - Wendy Holdener landete als Beste auf dem achten Rang - doch die Ursachenfindung lässt dort zu einem anderen Schluss kommen. Neben dem Generationenwechsel bereitet nämlich offenbar auch die Mentalität Sorgen.
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Wendy Holdener und Co. haben beim Slalom-Auftakt in Levi enttäuscht

Fotocredit: Getty Images

"Die Damen sind bereit, müssen aber einen Gang höher schalten und generell professioneller werden", forderte Plaschy ein. "Ihnen fehlt die Bereitschaft, ins Risiko zu gehen, auch mit Niederlagen umzugehen."
Auf Holdener und Weltmeisterin Camille Rast sei in den kommenden Wochen mit Sicherheit Verlass, dahinter wünscht er sich jedoch mehr Einsatz.

Swiss Ski darf sich Niederlagen nicht schönreden

"Die anderen Frauen, die in Levi gestartet sind, müssen jetzt einfach aus dem Schatten treten und Gas geben - im Training, im Rennen und auch mal Ärger zeigen", so Plaschy weiter.
In schwierigen Momenten zu lächeln und heiter weitermachen - das sei Gift für die eigene Entwicklung. Ehrliche Selbstkritik sei das Fundament dafür, dass "die Karriere ausschlagen wird wie bei Eduard Hallberg oder bei Lara Colturi", brachte er Namen zweier aufstrebender Athleten ins Spiel.
"Sonst bist du nachher im Weltcup immer zwischen Platz 10 und 20 und bist zufrieden damit. Das darf man aber nicht sein", schloss er ab.
Mit dieser Sichtweise ist Plaschy freilich nicht alleine, bereits beim Weltcup-Auftakt in Sölden schlug Lara Gut-Behrami in eine ähnliche Kerbe. "Beim Anfang meiner Karriere war jeder ehrlicher als heute. Ich vermisse diesen Anfang", erinnerte sie sich im "FIS Race Talk" zurück.
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Gut-Behrami emotional: "Da werde ich wütend"

Quelle: Eurosport

"Ich erinnere mich an Athletinnen wie Anja Pärson, Janica Kostelic, Tina Maze - sie zeigten echte Emotionen. Es war okay, wütend zu sein, weil wir Rennen gewinnen wollen, nicht Zehnter werden", sagte die 34-Jährige. "Ich werde noch wütender, wenn ich sehe, wie junge Skifahrerinnen hochkommen, sich nicht qualifizieren und es so scheint, als sei das okay. Das ist es nicht."
Eine Chance auf Wiedergutmachung bietet sich bereits am kommenden Wochenende. Dann stehen in Gurgl in Tirol die nächsten Slalom-Rennen auf dem Programm (22./23. November live und on-demand bei discovery+).
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"Geniale Fahrt": Brite Taylor schrammt nur knapp am Podest vorbei

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