Lucas Pinheiro Braathen reagiert gelassen auf scharfe Kritik aus Norwegen: "Ich traue mich, so zu sein, wie ich bin"

Lucas Pinheiro Braathen hat seine Saison mit der kleinen Kristallkugel im Riesenslalom gekrönt. Rund um das Weltcup-Finale äußerte er sich zu einem Kommentar, den Literaturkritiker Bernhard Ellefsen nach Pinheiros Olympiasieg vor einem Monat für das "Morgenbladet" verfasst hatte. Vor allem die Inszenierung des 25-Jährigen hatte Ellefsen scharf kritisiert. Der Olympiasieger reagierte gelassen.

Pinheiro bekommt kleine Kugel - und wird von Emotionen übermannt

Quelle: Eurosport

An den sportlichen Qualitäten von Pinheiro Braathen gab es auch vor dessen Olympiasieg im Riesenslalom kaum Zweifel.
Viel mehr störte sich der norwegische Literaturkritiker und Kolumnist Ellefsen am Auftritt und der Inszenierung des gebürtigen Norwegers, der mittlerweile für Brasilien startet.
"Es klingt, als glaube er, er würde gewichtige und kluge Dinge sagen, aber in Wirklichkeit ist es eine endlose Reihe von Instagram-artigen Inspirationszitaten, die aus ihm heraussprudeln, und sie sind von der KI-typischsten Sorte", schrieb Ellefsen vor rund einem Monat im "Morgenbladet".
Im Gespräch mit "NRK" bezog Pinheiro Braathen zu der durchaus scharfen Kritik nun Stellung. "Ich begrüße alle Meinungen", sagte der 25-Jährige offenherzig.

"Harter Weg" nur Inszenierung?

"Wenn es etwas gibt, das ich zulassen muss, dann ist es Kritik. Ich spreche ja selbst von Akzeptanz für Andersartigkeit. Da kann ich nicht gleichzeitig sagen, dass die Leute nicht das Recht haben, mir zu widersprechen", betonte der Riesenslalomweltcup-Sieger der laufenden Saison.
Wenn Personen negativ über ihn sprechen würden, sei das durchaus "unangenehm", sagte er. Diese Verantwortung habe er sich aber selbst auferlegt, so Pinheiro Braathen: "Ich traue mich, so zu sein, wie ich bin, egal welche Konsequenzen das hat."
In seinem Kommentar kritisierte Ellefsen auch Pinheiros Umgang mit seinem Nationenwechsel im Jahr 2024. Damals wechselte dieser nach einem Zerwürfnis mit dem norwegischen Verband nach Brasilien, dem Heimatland seiner Mutter.
Der Weg, den Pinheiro Braathen als hart beschrieben hatte, sei aus Sicht des Kulturredakteurs nur deshalb hart gewesen, "weil er sich entschieden hat, ihn so zu inszenieren".

Pinheiro Braathen: "Muss die Konsequenzen tragen"

"Er hätte diese olympische Goldmedaille ganz gut auch ohne all das Melodramatische drumherum gewinnen können", schrieb Ellefsen: "Das 'Unnorwegische' ist ein Produkt."
Gegen diesen Vorwurf wehrte sich der 25-Jährige deutlich. "Ich bin buchstäblich halb Norweger und halb Brasilianer. Als ich Norwegen in brasilianischen Farben vertrat, wurde ich dafür kritisiert. Jetzt werde ich dafür kritisiert, dass ich die andere Hälfte meiner selbst repräsentiere – und plötzlich soll das inszeniert sein?", fragte Pinheiro Braathen.
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Nervenstark! Pinheiro fängt Odermatt im Kampf um die kleine Kugel ab

Quelle: Eurosport

"Ich habe mich dafür entschieden, eine Person des öffentlichen Lebens mit starken Meinungen zu sein. Dann muss ich auch die Konsequenzen daraus tragen", sagte der Olympiasieger.
Ellefsen wollte sich auf "NRK"-Anfrage nicht erneut äußern.
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