Marco Odermatt zieht Saisonbilanz und will in der nächsten Saison neue Wege gehen: "So emotional sind die Kugeln nicht"

Marco Odermatt dominierte auch in der Saison 2025/26 den Weltcup. Zum fünften Mal in Folge gewann er die große Kristallkugel als Gesamtweltcupsieger, dazu die kleine Kristallkugel in der Abfahrt und im Super-G. Im Riesenslalom wurde er erstmals seit 2021 geschlagen - vom Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen. Im Interview mit dem "Blick" ließ Odermatt seine Saison noch einmal Revue passieren.

Nervenstark! Pinheiro fängt Odermatt im Kampf um die kleine Kugel ab

Quelle: Eurosport

"Es war eine geniale Saison", sagte Odermatt. "Es ist perfekt gestartet mit dem Sieg in Sölden, auch die Beaver-Creek-Woche war besonders. Das ist der einzige Riesenslalom, den ich bisher noch nicht gewonnen habe. Das war für mich ein großes Ziel, dieses Rennen abzuhaken. Dazu die Heimrennen in Wengen und Adelboden, wo ich Rekordsieger werden konnte. Das ist es, was am Ende hängen bleibt."
Bei den Olympischen Spielen in Bormio wendete sich das Blatt für Odermatt. Er konnte in keiner Disziplin eine weitere Goldmedaille gewinnen und ging "nur" mit zwei Silber- und einer Bronzemedaille nach Hause. Im Saisonfinale konnte er keine weiteren Erfolge feiern, verlor noch die Riesenslalom-Kugel an Pinheiro.
"Wenn man die gesamte Saison von Marco betrachtet, war er vielleicht etwas zu früh in Topform und hat dann in der Mitte der Saison mit der Streif einen leichten Dämpfer erlitten", sagte Experte Frank Wörndl im Eurosport-Interview. "Und dann war er vielleicht auch ein wenig müde, denn der Aufwand, den er betreibt, ist ja enorm. Das ist ein Knochenjob. Dann kommt ein Giovanni Franzoni auf, der rational, schön und unbekümmert Ski fährt."
Für Wörndl hat sich auch während der Saison etwas in der Weltspitze verändert: "Die anderen Fahrer haben sich weiterentwickelt, etwa Pinheiro im Riesenslalom. Er fährt eine andere Technik. Odermatt fährt mit Kraft und Gewalt und gerade scheint das Gefühl erfolgversprechend zu sein. Das ist aber noch kein Zeichen für die Zukunft."

Odermatt: "So emotional sind die Kugeln gar nicht"

Für Odermatt bleibt in der kommenden Saison weiterhin das große Ziel, endlich den ersehnten Abfahrtssieg beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel zu feiern. In diesem Jahr wurde er von Franzoni knapp geschlagen.
Mit dem Verlust der Riesenslalom-Krone sieht sich der Schweizer künftig jedenfalls mehr als Speed-Fahrer und weniger als Riesenslalom-Experte, wie er im "Blick"-Interview einräumte. Er stellte auch in Aussicht, gegebenenfalls auf einzelne Rennen zu verzichten.
Mit 16 Kugeln in seiner Karriere ist er einer der erfolgreichsten Alpin-Fahrer der Geschichte. Denen misst er aber insgesamt keine große emotionale Bedeutung zu. "So emotional sind die Kugeln gar nicht", gab er zu. "Schlussendlich ist das eine Auszeichnung für die gesamte Saison und die Emotionen erlebt man individuell am Ende von jedem Rennen."
Für einen wohlverdienten Urlaub nach einer langen olympischen Saison ist noch keine Zeit für den Gesamtweltcupsieger. "Es folgen noch einige Skitage Training, wir haben schon noch gut zu tun. Ende April geht es dann in die Ferien", sagte er.
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Kleine Kugel weg! Odermatt scheidet spektakulär aus

Quelle: Eurosport


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