Markus Wasmeier bremst Sicherheitsdebatte im Skisport nach Todesfall von Matteo Franzoso: "Nicht finanzierbar"

Nach dem Tod des italienischen Skirennläufers Matteo Franzoso hat die deutsche Wintersport-Ikone Markus Wasmeier in der laufenden Sicherheitsdebatte auf Probleme hingewiesen. Strengere Maßnahmen an Trainingsstrecken seien nicht umsetzbar: "Die Verbände können das nicht leisten. Das wäre nicht finanzierbar", sagte der Doppel-Olympiasieger von Lillehammer 1994 im "Sport1"-Interview.

Markus Wasmeier sieht mehr Sicherheitsmaßnahmen im Skisport kritisch

Fotocredit: Getty Images

Es gehe dabei um "15 bis 20 Kilometer, an denen Netze aufgebaut werden müssten. Dabei werden auch richtige Masten benötigt, an denen dann die Netze aufgehängt werden", so Wasmeier.
Franzoso war beim Training im chilenischen La Parva schwer gestürzt und mit dem Kopf gegen einen Zaun geprallt, nach zwei Tagen im künstlichen Koma verstarb der 25-Jährige.
Der Weltverband FIS reagierte am Freitag auf den Unglücksfall und teilte in einem Statement mit, dass die Sicherheit durch Gespräche und eine Risikoermittlung erhöht werden solle. Aber es sei "nicht möglich, die mit dem alpinen Skisport verbundenen Gefahren vollständig zu beseitigen".
"Im Training sind bei weitem nicht solche Absicherungen wie im Wettkampf möglich", betonte Wasmeier. "Man stellt die Netze nur an den gefährlichen Stellen auf. Es lässt sich nicht die ganze Strecke absperren. Das ist schier unmöglich, vom Aufwand her." Jeder Athlet wisse, "dass er in diesem Sport keinen Fehler machen darf – auch im Training nicht".

Wasmeier sieht Fortschritte

Zumindest bei der Kopfsicherheit gebe es Fortschritte. "Es gibt alle ein bis zwei Jahre Weiterentwicklungen von den Helmproduzenten", sagte Wasmeier.
"Damals, als ich aktiv war, hatte mein Helm vielleicht eine ein Zentimeter dicke Polsterung und einen Überzug aus Carbon. Heute beträgt die Polsterung rund vier bis fünf Zentimeter. Am Ende ist aber immer der Körper die Knautschzone."
(SID)
picture

Hirscher wieder auf Skiern - aber "noch ein langer, langer Weg"

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung