Mikaela Shiffrin: Mutige Entscheidung half ihr zu Siegen - "War beängstigend, sich so verletzlich zu zeigen"
VonNiklas Bien
Update 06/04/2026 um 11:25 GMT+2 Uhr
Mikaela Shiffrin war die erfolgreichste Skifahrerin der abgelaufenen Saison. Was sich über den gesamten Winter anbahnte, machte sie mit dem Sieg im Gesamtweltcup im März zur Tatsache. Auf dem Weg zum insgesamt sechsten Gesamtsieg nahm sie eine entscheidende Änderung vor – und ging damit ins Risiko. Im Gespräch mit dem "Women's Health Magazine" hat Shiffrin über die wichtige Umstellung gesprochen.
Highlights: Shiffrin toppt Aicher im Gesamtweltcup - Grenier siegt
Quelle: Eurosport
"Etwas Riskantes in dieser Saison war tatsächlich, meinen Psychologen in mein Team aus Trainern und Betreuern zu integrieren", sagte Shiffrin.
Die US-Amerikanerin war in ihrer Karriere immer wieder damit konfrontiert, ihrer Favoritenrolle gerecht werden zu müssen. Das gelang in dieser Saison: Das Olympia-Gold im Slalom steht exemplarisch für die mentale Stärke der 31-Jährigen - nur wenige Tage, nachdem sie in der Team-Kombi noch gepatzt hatte (4.).
Die noch engere psychologische Betreuung ist ein Baustein des Erfolgs, vor dem Shiffrin vor der Saison durchaus Respekt hatte.
"Es hat sich massiv ausgezahlt. Aber es war schon ein bisschen beängstigend, sich gegenüber den Leuten, mit denen man arbeitet, so verletzlich zu zeigen. Wollen meine Trainer wirklich wissen, was in meinem Herzen vorgeht?", fragte die sechsmalige Gesamtweltcup-Siegerin: "Aber im Endeffekt war es hilfreich."
Gummibärchentrick zum Erfolg
Zu Beginn habe sie sich zwingen müssen, diese verletzliche Seite zu zeigen. Letztlich gab ihr der Erfolg im zurückliegenden Winter aber recht.
"Sie alle wissen zu lassen, was in mir vorgeht und was in meinem Kopf passiert, besonders wenn es mal nicht gut läuft, war ein entscheidendes Puzzleteil, damit wir uns zusammengehörig und vereint fühlen konnten", erklärte sie.
Einen psychologischen Tipp bekam Shiffrin derweil von ihrem Physiotherapeuten: "Ich habe angefangen, vor dem Start ein oder zwei saure Gummibärchen zu essen." Der ungewohnte Snack vor dem Start helfe dabei, Angstzyklen zu durchbrechen. Wohl auch vor dem entscheidenden letzten Durchgang im Riesenslalom im norwegischen Lillehammer.
Shiffrin machte nach einem verpatzten ersten Lauf im zweiten Durchgang sechs Plätze gut und entschied so den Kampf um die große Kristallkugel gegen Emma Aicher für sich.
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