Mikaela Shiffrin spricht über Tod von Vater und Oma: "Gab eine Zeit, in der ich nie mehr Ski fahren wollte"

Mikaela Shiffrin hat im Interview mit der "Sport Bild" über die schwere Zeit nach dem Tod ihrer Oma Pauline und ihres Vaters Jeff gesprochen, die 2019 und 2020 innerhalb von fünf Monaten verstarben. "Da gab es eine Zeit, in der ich nie mehr Ski fahren wollte", erklärte die 27-Jährige. Darüber hinaus habe es noch ein weiteres Problem gegeben, das ihr die Arbeit erheblich erschwert habe.

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Quelle: Eurosport

Wer den Ski-Zirkus im TV verfolgt, kennt diese Bilder kurz vor dem Start, wenn die Profis noch einmal geistig die Strecke durchgehen und die Bewegungen nachahmen. Doch genau damit hatte Mikaela Shiffrin Probleme.
"Ich konnte mir die Läufe einfach nicht mehr einprägen", so die US-Amerikanerin, die inzwischen bei 85 Weltcupsiegen steht. Bestwert bei den Frauen, zum Rekord des legendären Schweden Ingemar Stenmark fehlt nur noch ein Erfolg.
Erst diese Saison wurde mir nach dem ersten Slalomlauf in Levi bewusst, dass ich mir wieder den Kurs merken konnte. Das Gefühl hatte ich zuletzt, bevor mein Vater starb", so Shiffrin.
Danach habe sie nur "Teile der Strecke im Kopf" gehabt. "Dadurch war es schwer, so Ski zu fahren, wie ich es wollte. Ich konnte meinem Kopf nicht mehr trauen."

"Posttraumatische Belastungsstörung" bei Shiffrin

Das hat sich inzwischen geändert, allein in dieser Saison gewann der Superstar elf (!) Weltcuprennen in Slalom, Riesenslalom und Super-G. Dazu kam im Februar Gold im WM-Riesenslalom sowie Silber in Super-G und Slalom.
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Quelle: Eurosport

Auch, weil Shiffrin sich Hilfe holte. "Ich habe angefangen, mit einer Psychologin zusammenzuarbeiten", sagte die Sportlerin im Gespräch mit der "Sportbild".
Zunächst habe sie einen Sportpsychologen konsultiert, "doch das reichte nicht aus, um meine Trauer aufzuarbeiten. Sie erklärte mir: 'Bei so einem plötzlichen, unerwarteten Unglück passiert eine chemische Reaktion in deinem Gehirn.' Meinen Vater im Krankenhaus dann sterben zu sehen, war extrem traumatisch. Auch bei meiner Großmutter."
Es habe "eine Form der posttraumatischen Belastungsstörung" vorgelegen, "wie man sie von Kriegsveteranen kennt", führte Shiffrin aus. "Diese Analyse half mir, alles zu verstehen."
Sportlich geht es für die Rekordfrau am kommenden Wochenende am Kvitfjell bei Lillehammer weiter, wo eine Abfahrt und ein Super-G anstehen.
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