Olympia 2026: Grammel und Gratz sprechen vor Riesenslalom in Bormio über "tückischen" Hang - von wegen einfach
Publiziert 13/02/2026 um 12:26 GMT+1 Uhr
Die Abfahrt- und Super-G-Stars haben ihre Olympiasieger gefunden. Nun geht es für die Technik-Spezialisten in Bormio weiter. Im Vorfeld des Riesenslaloms am Samstag (10:00 Uhr) steht besonders der vermeintlich leichte Hang im Mittelpunkt. Denn im Weltcup werden nur Speedrennen auf der Stelvio gefahren. Anton Grammel und Fabian Gratz warnen jedoch davor, ein leichtes Rennen zu erwarten.
Grammel exklusiv: "Man muss mit Messer zwischen den Zähnen starten"
Quelle: Eurosport
Gratz, Deutschlands bester Riesenslalomfahrer dieser Saison (12. im Disziplin-Weltcup), meinte im Interview mit Eurosport: "Es wird ein vermeintlich einfacher Hang. Das ist aber auch tückisch, denn ein einfacher Hang verzeiht überhaupt keine Fehler."
Als Sportler müsse man "etwas über das Limit gehen, weil es keine schwierigen Passagen gibt, in denen viele Fehler passieren oder man die fahrerische Klasse noch mehr ausspielen könnte". Er erwarte daher einen "brutalen Fight".
Auch Teamkollege Grammel, der in Schladming mit Rang zehn sein bestes Saisonergebnis einfuhr, pflichtete dem 28-Jährigen bei. "Es steht uns im Vergleich zu anderen Weltcuphängen, die wir regulär fahren, ein 'einfacher' Hang bevor. Es ist aber schwieriger, dann auch schnell zu sein."
Das Feld sei eng zusammen. "Man kann sich nichts erlauben, wenn man vorne dabei sein will. Von Tor eins muss man mit dem Messer zwischen den Zähnen fahren." Der 27-Jährige konnte im olympischen Super-G erste Erfahrungen auf der Strecke sammeln. Er landete beim dritten Gold von Franjo von Allmen auf Rang 29.
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Vier Sekunden Rückstand: Grammel sammelt Erfahrung im Super-G
Quelle: Eurosport
Fabian Gratz: "Vorteil für Speedfahrer gering"
Gratz dagegen kennt den Hang noch nicht: "Ich habe ihm im Super-G das erste Mal vom Ziel aus gesehen. Es ist aber für fast alle Riesenslalomfahrer etwas Neues." Auch der Vorteil für die Speedfahrer wie Topfavorit Marco Odermatt sei "gering". "Die Wellen und Übergänge prägen sich anders aus", so der Riesenslalom-Spezialist.
DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier erwartet von seinen Athleten, die im Riesenslalom durch Rückkehrer Alexander Schmid komplettiert werden, keine Wunder.
"Wir waren sehr klar, dass wir in keiner Disziplin zu den Medaillenkandidaten gehören", meinte der 65-Jährige bei Eurosport. Von Medaillen zu sprechen, sei daher vermessen. Maier warnte ebenfalls vor der vermeintlich leichten Strecke in Bormio.
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Wolfgang Maier hinterfragt Strecke in Bormio
"Es gibt die Weisheit: Einen einfachen Hang schnell zu fahren, ist viel schwieriger, als einen schweren Hang, schnell zu fahren." Man sei im Team zudem überrascht gewesen, "dass man diese Strecken (für die technischen Rennen, Anm. d. Red.) ausgewählt hat".
Vor allem der Slalom sei neben der Abfahrt oft das größte Spektakel. "Jetzt hat man diesen Hang. Keine Ahnung, wie man das werten soll. Ohne direkt Kritik loszutreten: Man muss sich schon fragen dürfen, ob es olympiawürdig ist, wenn man diesen Hang - genau wie bei den Frauen in Cortina - für den olympischen Slalom hernimmt."
Von den deutschen Fahrern traut der Alpindirektor vor allem Gratz im Riesenslalom einiges zu. "Ich glaube, dass das Gelände ihm, wenn er es nicht zu rund anlegt und er auf Attacke fahren kann, sehr entgegenkommen wird." Der erste Durchgang beginnt am Samstag um 10:00 Uhr (live bei Eurosport und HBO Max). Das Finale um die Medaillen findet ab 13:30 Uhr statt.
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