Olympia 2026 - Ski Alpin: Franjo von Allmen und sein Weg zu drei Mal Gold in Bormio - ein Millionär hatte großen Anteil
Update 17/02/2026 um 01:15 GMT+1 Uhr
Das Märchen des Franjo von Allmen bei Olympia 2026 sucht seinesgleichen: In bescheidenen Verhältnissen ist der Schweizer aufgewachsen, im Alter von 17 Jahren verlor er seinen Vater - und seine Karriere stand auf der Kippe, ehe sie richtig begonnen hatte. Trotzdem darf er sich seit wenigen Tagen dreimaliger Olympiasieger nennen. Hinter dem Erfolg steckt auch die Finanzhilfe eines Millionärs.
Historischer Moment: Von Allmen bekommt drittes Olympia-Gold
Quelle: Eurosport
Den traumhaften Aufstieg in den Ski-Olymp von Anfang an miterlebt hat Beat Gerber, ein ehemaliger Arbeitskollege des Vaters des heutigen Goldhelden.
"Es war nicht so, dass Franjo mir bei diesen Wettkämpfen besonders aufgefallen wäre", erinnerte sich im Interview mit "Blick" an Jugendrennen, in denen er von Allmen einst verfolgte. Seine Tochter war einst selbst eine aufstrebende Skifahrerin, so überschnitten sich deren Einsätze regelmäßig.
"Es war zwar schnell erkennbar, dass er eine riesige Freude am Skifahren hat, aber Franjo hat nicht wie einst Beat Feuz jedes Jugendrennen gewonnen", merkte Gerber an.
Einige Jahre später fiel ihm von Allmen schließlich erneut auf - und zwar im Rahmen einer Radwoche des Berner Oberländer Skiverbandes. "Obwohl Franjo am einen oder anderen Abend ordentlich Bier getrunken hatte, zeigte er sich am Morgen danach auf der Bike-Tour in einer beeindruckenden Verfassung", so Gerber. "Er war auch koordinativ so gut, dass er locker zwei Kilometer nur auf dem Hinterrad fahrend zurückgelegt hat."
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Von Allmen stand vor Karriereende
Kurios: Von Allmen war dazu in der Lage, obwohl sein Material nicht mit jenem seiner Kollegen mithalten konnte.
"Er konnte sich kein richtig gutes Fahrrad leisten. Deshalb hat mein Kollege Simon Zmoos mit dem Inhaber von Thömus Veloshop dafür gesorgt, dass Franjo ein anständiges Bike bekommt", erzählte Gerber.
Die Frage nach dem Geld stellte sich bei von Allmen jedoch auch mit Blick auf seine Ski-Karriere. Im Alter von 17 Jahren verlor er seinen Vater, womit auch eine große finanzielle Unterstützung wegbrach. Knapp vier Jahre vor seinem Debüt im Weltcup drohte sein Traum von einer Karriere auf der großen Bühne also zu platzen.
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Drittes Olympia-Gold! Von Allmen auch König im Super-G
Quelle: Eurosport
Durch ein Crowdfunding, das von seiner Heimatgemeinde in die Wege geleitet wurde, konnten hilfreiche Mittel aufgetrieben werden. Darüber hinaus schaltete sich auch Gerber ein - und stellte einen wichtigen Kontakt her.
Millionen aus Schweizer Stiftung helfen Ski-Talenten
"Anlässlich einer Schweizermeisterschaft in St. Moritz fragte ich Annalisa Gerber, für mich die heimliche Swiss-Ski-Chefin, ob sie Franjo von Allmen kennen würde", sagte er. "Als sie Nein sagte, versicherte ich ihr, dass der junge Mann eines Tages richtig gut werden würde. Sie ließ sich überzeugen. Danach hat Annalisa mit ihren Stiftungen Franjo stark geholfen."
Was er damit meint? Frau Gerber verwaltet unter anderem die Dr. Heinz Grütter-Jundt Stiftung, die vor über 20 Jahren gegründet wurde. Grütter, ein wohlhabender Apotheker, hatte sich zum Ziel gesetzt, den damals in eine sportliche Schieflage geratenen Schweizer Ski-Verband und dessen Nachwuchsarbeit zu unterstützen.
Seitdem wird in der Schweiz Ski-Talenten wie etwa von Allmen mit einem Vermögen von mehreren Millionen Euro unter die Arme gegriffen. Eine Hilfe, ohne welche das historische Gold-Märchen von Bormio wohl nie möglich gewesen wäre.
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