Flucht in den Wald! McGrath schmeißt Gold weg und läuft auf und davon
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"Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin und auch zu den Leuten, dann ist das nicht das, was ich mir unter Olympischen Spielen vorstelle. Meine Familie steht da irgendwo mittendrin mit allen Freunden, die reisen hier ewig an. Ich komme gar nicht zu denen", kritisierte
Linus Straßer im Eurosport-Interview die Veranstalter. "Es ist absolut steril. Als Sportler will ich Emotionen erleben."
Das große Thema vor dem Finaldurchgang aber war die Wetterlage, nachdem der erste Lauf durch dichtes Schneetreiben sowie schlechte Sicht massiv beeinträchtigt wurde.
Und tatsächlich: Der Schneefall über den Bergen von Bormio hörte auf, mitunter kam gar die Sonne hervor, es wurde ein fairer zweiter Durchgang.
"Die Herausforderung", so Eurosport-Experte Fritz Dopfer, bestehe darin, den vom französischen Trainer Romain Velez "unrhythmisch gesetzten Kurs" zu meistern.
Exklusiv - Straßer kritisiert Olympia: "Das Erlebnis ist einfach nicht gut"
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Straßer gelang dies im oberen Bereich hervorragend, dann aber leistete sich der 33-Jährige einen Schnitzer.
"An einem Schwung ist ihm der Außenski weggefahren, und dann hast du da gleich vier, fünf km/h weniger als ein Solberg", analysierte Dopfer die Szene, die Straßer eine bessere Platzierung kostete.
Ganz unzufrieden war Straßer aus sportlicher Perspektive aber nicht. "Es war ein cooler Run von der Kurssetzung her. Ich hatte einen genauen Plan im Kopf, wie ich es fahren will. Hier und da war ich ein bisschen drüber. Ich war voll im Moment - mehr kann man sich nicht wünschen", unterstrich der beste deutsche Slalomfahrer.
Ein Fehler kostet viel: Straßer fährt an der Bestzeit vorbei
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McGrath scheitert nach größtem Vorsprung seit 32 Jahren
Das größte sportliche Drama spielte sich aber bei Atle Lie McGrath ab. Der Norweger fuhr im ersten Durchgang die Bestzeit und schied aus.
Bitterer Randaspekt: Einen dermaßen großen Vorsprung (-0,59 s) wie der 25-Jährige hatte seit 32 Jahren kein Athlet mehr bei einem Olympia-Slalom herausgefahren. Entsprechend frustriert stapfte McGrath nach seinem Malheur von der Piste, um am nahen Wald Frust abzubauen.
Einfädler am siebten Tor: Olympiasieger Noël scheidet aus
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Einen gebrauchten Tag erwischte auch Titelverteidiger Clément Noël. Nach einem durchwachsenen Auftakt fädelte der Olympiasieger von Peking 2022 im zweiten Durchgang aus.
Meillard verlängert Schweizer Alpin-Feiertage
Einen Feiertag erlebte einmal mehr der Schweizer Verband Swiss-Ski. Nach dem Gold-Triple durch Franjo von Allmen legte Loïc Meillard nach.
Die Fahrt zu Gold: Weltmeister Meillard ist auch Olympiasieger
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Der amtierende Weltmeister blieb cool und fügte seinen Medaillen aus der Team-Kombination (Silber) und dem Riesenslalom (Bronze) den Olympiasieg hinzu.
"Es ist verrückt, als Weltmeister auch Olympiasieger zu werden. Das Ziel hier waren nach all der Vorbereitung die Medaillen. Jetzt mit einem kompletten Satz und heute Gold heimzufahren - unmöglich zu beschreiben, wie sich das anfühlt", sagte der 29-Jährige am Eurosport-Mikrofon. "Wir haben ein verrücktes Team."
Meillard macht Medaillensatz komplett: "Unbeschreibliches Gefühl"
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Wohl wahr, steht die Schweiz doch aktuell bei einer satten Medaillenausbeute von viermal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze in den Alpin-Wettbewerben.
Gstrein glänzt silbern: "Das ist richtig lässig"
Einen bärenstarken Auftritt im Finale legte auch Fabio Gstrein hin. Der Tiroler teilte sich die Laufbestzeit (56,88 s) mit Meillard und schaffte den Sprung aufs Podest.
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"Das ist richtig lässig. Nach dem ersten Lauf wusste ich, wenn ich im zweiten Durchgang ins Ziel komme, habe ich eine Medaille sicher. Ich habe eine richtige Gaudi damit, dass es jetzt auch noch Silber geworden ist", erklärte Gstrein im "ORF".
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Die Saison sei "brutal schwer gewesen, besonders der Anfang war zäh. Nach der Katastrophe von Adelboden, als ich mich nicht für den zweiten Lauf qualifizieren konnte, habe ich mich wieder rausgezogen. Darauf kann ich sehr stolz sein."
Kristoffersen trotz Medaille mit "gemischten Gefühlen"
Ein versöhnliches Ende nahmen die Winterspiele für Henrik Kristoffersen. Der Slalom-Weltmeister von 2023 steigerte sich und schob sich von Rang sechs mit einer beherzten Fahrt noch aufs Podium.
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"Es sind ehrlich gesagt etwas gemischte Gefühle, besonders mit Atle und mit Timon. Vor acht Jahren habe ich den Slalom auch nach dem ersten Lauf angeführt und bin im zweiten Lauf ausgeschieden.
Ich weiß, wie sich das anfühlt. Ich kann mir genau vorstellen, wie es ihm geht, weil ich in exakt derselben Position war - aber das ist Teil des Lebens, Teil unseres Sports. So ist es eben", gab Kristoffersen zu Protokoll.
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49 Ausfälle im Schneetreiben des ersten Durchgangs
Der Olympia-Slalom hielt bereits am Vormittag für viele Starter eine böse Überraschung bereit. Sage und schreibe 49 Ausfälle und zwei Disqualifikationen bei 95 Teilnehmern standen auf dem Ergebnisbogen.
Mit Lucas Pinheiro Braathen, Paco Rassat oder Manuel Feller erwischte es große Namen, auch der zweite DSV-Läufer Fabian Gratz schied aus.
Pinheiro erklärt Slalom-Aus: "War nicht diszipliniert genug"
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"Der Lauf geht in die olympische Geschichte ein, mehr als 50 Prozent der Starter sind im ersten Durchgang ausgeschieden", unterstrich Dopfer. Teils seien die Verhältnisse so schlecht gewesen, dass die Fahrten einem "absoluten Blindflug" gleichgekommen wären.
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