Olympia 2026 - Ski Alpin: Lucas Pinheiro Braathen wie einst Alberto Tomba - Brasiliens Star macht sich unsterblich
Update 15/02/2026 um 08:34 GMT+1 Uhr
Lucas Pinheiro Braathen hat mit der Goldmedaille im Riesenslalom der Herren bei Olympia 2026 nicht nur einfache Sportgeschichte geschrieben. Der 25-jährige Norweger, der seit eineinhalb Jahren für Brasilien startet, vollendet einen riskanten Plan, der unterstreicht: Ich bin anders. Für den Skisport ist es eine erfrischende Facette, Braathen ist derweil auf den Spuren von Legende Alberto Tomba.
"Danke, Legende!" Pinheiro Braathen von Tomba überrascht
Quelle: Eurosport
Lucas Pinheiro Braathen war sichtlich überrascht - und kämpfte wie so oft in den Minuten zuvor mit den Tränen. "Du weinst wie ich", war Alberto Tomba lachend zu hören.
Am Ende des Interviews mit Eurosport war die italienische Ski-Ikone per Telefon zugeschaltet. Den frisch gebackenen Olympiasieger Braathen, zu dem er ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, feierte der 59-Jährige: "Gold! Kannst du das glauben? Du bist der Beste!"
Am einen Ende der Leitung der dreifache Goldmedaillengewinner und einstige Maestro der Inszenierung, am anderen jener schrille Paradiesvogel, der Brasilien am Samstagnachmittag in Bormio zu seinem ersten Gold bei Winterspielen der Geschichte verholfen hat.
Es war ein einzigartiger Moment, der wieder einmal offenbarte: Braathen ist anders.
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Braathen: "Aber es war mein Weg"
Wenige Augenblicke, nachdem er die Ziellinie im zweiten Durchgang überquert hatte, ließ sich Braathen in den Schnee fallen. Als die brasilianische Nationalhymne an der Stelvio erklang, kämpfte er mit den Tränen.
Gewohnt emotional erlebte der 25-Jährige seinen Triumph für die Geschichtsbücher. Einordnen konnte der sonst so eloquente Braathen zunächst aber nicht.
"Ihr fragt mich immer, ob ich Worte für meine Emotionen finden kann. Das kann ich aber einfach nicht", meinte er und musste sich sammeln, ehe er ausholte. "Dieser Weg war wirklich lang und unkonventionell - aber es war mein Weg."
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Pinheiro Braathen schlägt Odermatt: Die Entscheidung im Riesenslalom
Quelle: Eurosport
Damit spielte er auf seinen spektakulären Rücktritt beim Auftakt der Saison 2023/24 in Sölden an. Seine Freiheit, die er als größte Quelle für Erfolg und Freude ansah, wähnte er im norwegischen Verband gefährdet. Der damals 23-Jährige zog die Reißleine und kehrte ein Jahr später in den Farben Brasiliens, Heimatland seiner Mutter, ins Rampenlicht zurück. Eine Wette, die aufgehen sollte.
Der Gewinner der kleinen Kristallkugel im Slalom von 2022/23 sammelte anschließend die ersten Punkte für Brasilien im Ski-Weltcup, wenige Wochen später folgte das erste Podest. Den Premierensieg in Grün-Gelb-Blau fuhr er im zurückliegenden November in Levi ein. Drei Monate darauf machte er sich in Bormio unsterblich.
Braathen: "Skifahren als der Mensch, der ich bin"
"Es war ein Pfad, der vom Vorsatz gepflastert war, meiner Intuition zu folgen und zu wagen, ich selbst zu sein. Das ist die einzige Sache, die mir wichtig ist", unterstrich Braathen nun.
Der eine mag den grübelnden Norweger als Philosophen belächeln, ein anderer sich über den Wall an Emotionen echauffieren. Am Ende steht Braathen aber für einen Wandel im Ski Alpin, welchen der Sport unbedingt benötigt.
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Pure Emotionen: Braathen kämpft bei Hymne mit den Tränen
Quelle: Eurosport
Keine auswendig gelernten Floskeln, keine verschlossene Maschinen auf Brettern. Da spricht ein Mensch, der einem Sport, der sich über Jahrzehnte hinweg in seiner Außendarstellung kaum veränderte, eine erfrischende Facette verleiht - und Werbung dafür in aller Welt betreibt.
"Ich möchte authentisch sein und ich will Skifahren als der Mensch, der ich bin", sagte er im Interview mit dem "ORF". "Ich hoffe, dass zu Hause alle diesen Moment gesehen haben. Jetzt wissen, dass alles möglich ist. Es ist nicht wichtig, welche Hautfarbe du hast, wo du herkommst, welche Sprache du sprichst oder welche Kultur du hast. Ich hoffe, ich kann die nächste Generation inspirieren, ihren Träumen zu folgen."
Wie einst Tomba: Braathen liefert ab
Werbegesicht für Sölden, Vorzeigeathlet von Red Bull und diverse Einsätze als Model. Natürlich hatte Braathen bei seinem Sprung ins brasilianische Wasser einige zahlungskräftige Sponsoren hinter sich, die ihn auf diesem zugegebenermaßen auch teuren Weg unterstützten.
Dennoch war auch eine unglaubliche Nervenstärke in den vergangenen zwei Jahren vonnöten. Alle Augen waren stets auf den abtrünnigen Norweger gerichtet, der sich möglicherweise verzockt hatte. Auf den Paradiesvogel, dem die Show lieber als der sportliche Erfolg war.
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Lucas Pinheiro Braathen schreibt mit Riesenslalom-Sieg bei Olympia 2026 Geschichte für Brasilien
Fotocredit: Getty Images
Spätestens seit Samstag ist klar: Braathen vereint beides und liefert im Moment der allergrößten Aufmerksamkeit eiskalt ab. Damit befindet er sich auch auf den Spuren von seinem Freund Tomba, der die Gratwanderung zwischen Showman und Ski-Gott in den 1980ern und 1990ern einst selbst meisterte.
"Lucas ist wie Alberto", meinte die norwegische Ski-Legende Kjetil André Aamodt im Interview mit der "Gazzetta dello Sport" über seinen Landsmann. "Stark auf den Skiern und eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Unser Sport braucht solche Leute wie Lucas, Lindsey Vonn oder Giovanni Franzoni. Sie sind ein Segen."
Braathen: "Wie dafür gemacht"
Gold im Riesenslalom - wo er übrigens im Dezember 2022 seinen letzten Weltcupsieg feierte - hat Braathen schon in der Tasche. Seine Mission in Bormio ist aber freilich noch nicht beendet.
Am Montag steht mit dem Slalom der letzte olympische Wettkampf der Ski-Herren auf dem Programm (10:00 Uhr/13:30 Uhr). In seiner Paradedisziplin zählt er natürlich zu den Favoriten auf das begehrteste Edelmetall.
"Es ist die größte Bühne, auf der ich meinen Fuß setzen kann. Aber ich bin wie dafür gemacht", beschrieb er seine Gefühle hinsichtlich der Winterspiele. "Ich habe alles in meiner Macht Stehende dafür getan, hier zu landen."
Sein Hunger ist noch nicht gestillt. "Vor Olympia habe ich immer wiederholt: Brasilien ist nicht hier, um nur dabei zu sein. Wir sind hier, um einen Unterschied zu machen. Das war mein Ziel."
Diesen Unterschied hat Braathen schon gemacht - und sich ein Denkmal für die Ewigkeit geschaffen.
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Traumlauf mit Startnummer eins: Pinheiro Braathen liefert brutal ab
Quelle: Eurosport
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