Olympia 2026 - Ski Alpin: Mikaela Shiffrin bleibt im Slalom noch eine Medaillenchance - US-Star kämpft gegen Trauma
VonJan Zesewitz
Update 18/02/2026 um 10:03 GMT+1 Uhr
Acht Rennen ohne Sieg. Das kennt Mikaela Shiffrin eigentlich nicht. 108 Weltcup-Siege hat sie in ihrer Karriere gesammelt, im Slalom ist sie die Dominatorin der vergangenen Jahre. Auch in diesem Winter: Von acht Weltcup-Slaloms hat sie sieben gewonnen, einmal war sie Zweite. Bei Olympischen Spielen wartet sie aber eben seit acht Rennen auf eine Medaille. Der Slalom ist ihre letzte Chance.
Olympia-Fluch hält an: Shiffrin wird im Riesenslalom durchgereicht
Quelle: Eurosport
Als Meisterin aller Klassen ging sie in Peking 2022 in sechs Disziplinen an den Start - und ging sechs Mal leer aus. In Sochi 2014 gewann sie Gold im Slalom, vier Jahre später in Pyeongchang im Riesenslalom. Der Stachel von Peking aber saß tief bei Shiffrin, auch wenn sie das Debakel in Cortina weglachte.
"Danke, dass ihr ein Bild genommen habt, das mich stehend zeigt", sagte sie bei der Pressekonferenz vor ihrem ersten Auftritt bei Olympia 2026. Zum Lachen war ihr nach der Team-Kombination und dem Riesenslalom nicht mehr zumute.
Nach Vorlage ihrer Teamkollegin Breezy Johnson fiel Shiffrin im Kombi-Slalom auf Platz vier zurück, im Riesenslalom wurde sie Elfte.
"Es war ein wunderbarer Skitag, mit sehr guten Bedingungen. Und Sonne. Einer jener Tage, die man genießen kann", sagte sie nach dem Riesenslalom. Dort zählte sie tatsächlich eher zum erweiterten Favoritenkreis.
Im Slalom sieht es anders aus.
"Süßbittere" Erfahrung im Slalom der Team-Kombination
Im Kombi-Slalom fand sie auf dem kurzen, eher flachen Hang aber nie ihren Rhythmus, fuhr nur die 15. Laufzeit und verlor eine Sekunde auf die Schnellste, Emma Aicher. "Ich habe mich nicht richtig wohlgefühlt", sagte sie danach. "Ich würde es 'süßbitter' nennen anstatt 'bittersüß'", sagte sie den US-Medien nach der Fahrt und zeigte sich mit olympischem Sportsgeist als faire Verliererin.
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Überhaupt geht Shiffrin sehr gelassen mit ihrer Situation um. Die Fehler im Slalom der Team-Kombi und Platz elf im Riesenslalom sind durch die Umstände erklärbare Ergebnisse - das sagt sie auch, ohne Ausreden zu suchen.
Der Druck steigt trotzdem, dem kann sich der US-Superstar, dem das "olympische Sieger-Gen", das so viele ihrer Landsleute auszuzeichnen scheint, nicht entziehen.
"Ich wurde in einem Interview zitiert, dass ich Peking nicht als den Grund sehen möchte, dass ich vor Cortina Angst habe", sagte Shiffrin in ihrem "WTP Podcast" aus Cortina. "Aber auf der anderen Seite denke ich, dass das unvermeidlich ist, weil so viele Augen auf dieses Event gerichtet sind. Ich habe eine sehr dunkle Seite davon kennengelernt, was die vielen Zuschauer bedeuten. Man kann diese Erlebnisse nicht rückgängig machen. Aber ich kann es als ein weiteres Beispiel für diese einzigartige Reise sehen, welche die Olympischen Spiele bereitstellt."
Die Olympische Reise für Shiffrin findet ihr Ende und ihren Höhepunkt beim Slalom (heute ab 10:00 Uhr live auf Eurosport und HBO Max). Es ist ihre letzte Chance, die Erlebnisse von Peking umzuschreiben.
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